Frank kann die NFL-Begeisterung der Deutschen kaum begreifen - Bildquelle: getty/ransportFrank kann die NFL-Begeisterung der Deutschen kaum begreifen © getty/ransport

London/München – Ich sitze morgens um neun Uhr am Tisch meines Hotels, genehmige mir noch einen Kaffee und plane den Tag in London. Plötzlich spricht mich ein völlig übermüdetes Paar mit starkem amerikanischen Akzent an: "Ist bei Dir noch frei? Wir wollen nur noch ein Essen und ins Bett." Die perfekte Vorlage für ein interessantes Gespräch.

Frank und seine Frau Cathy sind in Philadelphia geboren und aufgewachsen. Einen, vor allem finanziellen, Teil ihres Urlaubs stecken die beiden in die Eagles-Reise nach London. Sieben Stunden Flug, Jetlag und Rückkehr bereits am Dienstag. Mehr gibt das Budget nicht her. "Ich bin halt ein Die-Hart-Eagles-Fan", rechtfertigt sich Frank. "Er ist Die-Hart-Sport-Fan", korrigiert ihn seine Frau freundlich, aber bestimmt. Der tätowierte Adler mit "Super Bowl Champions 2017" auf seinem Arm spricht für sich. (Das London Game am Sonntag ab 14 Uhr live auf ProSieben und auf ran.de)

Football-Fans in Deutschland? Sie ahnen gar nichts

Als ich Ihnen verrate, dass ich am Nachmittag das Training ihres Teams besuchen werde, ist das eh schon dünne Eis gebrochen. Die entscheidende Frage wird gestellt: "Interessieren sich Leute in Deutschland wirklich für Football?" Mein sehr deutliches "JA!" wirkt auf das Pärchen stärker als jeder Espresso. "Du verarschst mich!" Nein Frank, das tue ich nicht.

Es ist die allgemeine Reaktion der amerikanischen Fans, wenn Ihnen gesagt wird, dass in Deutschland seit Jahren eine große Football-Community wächst. Das Ergebnis ist immer gleich: Ungläubige, weit aufgerissene Augen. Und Stolz. Der Stolz, dass Ihr ur-amerikanischer Sport bei den Deutschen solchen Anklang findet.

Einziges Manko: Die Seahawks

"Vor zwei Wochen war die Stadt fest in der Hand deutscher Seahawks-Fans. Es waren mehrere Tausend. Wir haben da unsere erste Party veranstaltet und am Samstag folgt die nächste. Extra für deutsche Fans." – "Das kann nicht dein Ernst sein!" Mein Angebot, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen, wollen die Beiden überdenken. (Alle Infos zur #ranNFL-Party in London)

Ich stehe auf, verabschiede mich freundlich und wünsche den Beiden eine gute Zeit. Plötzlich greift mich Frank am Arm, lächelt und sagt bierernst: "Eins muss ich den Deutschen aber mitgeben: Ihr braucht echt mehr Eagles-Fans!"

Aus London berichtet: Dominik Kaiser

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