Kansas City - Die Causa Aaron Rodgers hat das sportliche Geschehen vor dem Topspiel zwischen den Kansas City Chiefs und den Green Bay Packers am Sonntag ab 22:25 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de etwas in den Hintergrund gedrängt.

Dabei steht so wohl für die Packers ohne Rodgers als auch für die Gastgebenden Chiefs viel auf dem Spiel. So rückt nach Rodgers' vorübergehenden Aus dessen Backup Jordan Love in den Mittelpunkt.

"Ich werde sicherlich nervös sein", sagt Love vor dem Duell mit dem Champion der Saison 2019. Auf einen - besser gesagt auf eine - kann sich Green Bays junger Quarterback dabei wie immer verlassen: seine Mutter.

Anna Love bei jedem Spiel von Jordan dabei

Mama Love ist bei jedem Spiel ihres Sohnes vor Ort. Selbst dann, wenn er nicht spielt.

"Ich habe ihr schon oft gesagt: 'Mama, ich spiele doch gar nicht.' Aber sie sagt dann immer: 'Nein, ich werde kommen. Ich möchte Dich sehen.' Sie ist einfach großartig. Sie war bei jedem Spiel dabei", blickt Love schon auf seine College-Zeit zurück.

Im Geha Field des Arrowhead Stadium bekommt sie ihren Jordan nun bei dessen Debüt als NFL-Starter zu sehen.

Aber was erwartet den Sohnemann dort? Worauf kommt es an? Die Antworten zu den Fragen.

Wie ist die Ausgangslage bei den Packers?

Green Bay ist mit einer Bilanz von 7-1 vor dem Spieltag das beste Team der Liga, besiegte am vorangegangenen Spieltag mit den Arizona Cardinals die bis dato einzig noch ungeschlagene Mannschaft.

Aber das war alles mit dem MVP der Vorsaison, Aaron Rodgers. Auch wen dem die Anspielstationen abgingen. Nun kehren Davante Adams, Allen Lazard und vielleicht auch Marquez Valdes-Scantling von der Covid- bzw. IR-Liste zurück.

Und auf einen weiteren Rückkehrer kann sich Love eventuell freuen: Left Tackle David Bakhtiari trainiert wieder und wird nicht mehr auf der PUP-Liste geführt.

Wie ist die Ausgangslage bei den Chiefs?

Der letztjährige Super-Bowl-Teilnehmer ist nicht mehr in der Verfassung der Vorsaison. Mit einer Bilanz von 4 Niederlagen aus 8 Spielen haben sie bereits mehr auf dem Konto als in der kompletten vergangenen Spielzeit, Playoffs inklusive.

Es will einfach nicht rundlaufen in Kansas City. Dies liegt auch an Super-Quarterback Patrick Mahomes. Die Offensive Line vor ihm hat noch nicht zu sich gefunden.

"Ich habe das Gefühl, dass er mehr versucht, als eigentlich gut wäre", sagt Kansas Citys ehemaliger Defensive Back Mark Collins, der unter anderem mit den Green Bay Packers 1998 im Super Bowl stand, im Interview mit ran.

Auch sein Verhalten in der Pocket wirkt nicht mehr so souverän.

Dass die Offensive Line eine große Baustelle ist, weiß auch Head Coach Andy Reid. "Wir haben eine komplett neue Offensive Line. Die Jungs müssen sich erst kennenlernen, wissen wie der andere reagiert. Du bringst zwei Routiniers mit drei Rookies zusammen. Die Jungs müssen erst rausfinden, wie sie zusammenpassen, damit sie den gleichen Tanz tanzen", sagt er im ran-Interview.

Trotz der alles andere als glücklichen Ausgangslage sind die Chiefs bei den Buchmachern nach dem Ausfall von Rodgers Favorit.

Worauf kommt es für die Kansas City Chiefs an?

Trotz der wackligen Auftritte von Mahomes liegt das Hauptaugenmerk der Chiefs darin, die Running Backs der Packers zu stoppen. Aaron Jones und A.J. Dillon erzielten in der Vorwoche gegen die Cardinals 137 Rushing Yards, hinzukamen 51 Yards durch Jones nach kurzen Pässen.

Mit im Schnitt 121,8 abgegebenen Lauf-Yards findet sich Kansas City auf Platz 21 in den Statistiken wieder und mit 10 Rushing Touchdowns der Gegner haben nur die New York Jets und die Houston Texans mehr zugelassen.

Collins hat auch hierfür eine Maßnahme parat: "Chris Jones muss wieder in der Interior Defensive Line eingesetzt werden", sagt der zweimalige Super-Bowl-Champion bei ran, der zwischen 1994 und 1996 46 Spiele für die Chiefs bestritt und dabei neun Interceptions erzielte.

Hinzukommt, dass bei einem nicht existenten Laufspiel der Druck auf Quarterback Love steigt, für einen Spieler beim seinem ersten NFL-Start nicht die beste Voraussetzung.

Worauf kommt es für die Packers an?

Die Defense muss an Mahomes rankommen. Zwar ist Kansas Citys Quarterback in der Lage, Pässe aus dem Lauf an den Mann zu bringen, das von Collins angesprochene "mehr tun als gut wäre" kommt dann aber vermehrt zum Vorschein.

Und wie es aussieht, wenn Mahomes richtig gejagt wird, muss sich nur an den Super Bowl gegen die Tampa Bay Buccaneers erinnern. Eine besondere Bedeutung kommt daher auf Rashan Gary zu. Der Outside Linebacker ist nach dem Ausfall von Za'Darius Smith die Nummer 1 beim Packers-Pass Rush.

Aber auch Neuverpflichtung Whitney Mercilus und Preston Smith sowie Nose Tackle Kenny Clark müssen für Druck auf Mahomes sorgen.

Aus Kansas City berichtet Rainer Nachtwey

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