Matt LaFleur und Aaron Rodgers haben den Super Bowl im Blick - Bildquelle: ImagoMatt LaFleur und Aaron Rodgers haben den Super Bowl im Blick © Imago

München - Eigentlich könnten sich Matt LaFleur und die Spieler der Green Bay Packers am letzten NFL-Spieltag der Regular Season entspannt zurücklehnen.

Beim Auswärtsspiel gegen die Detroit Lions geht es in Woche 18 um so gar nichts mehr. Die Gastgeber sind im Playoff-Rennen bereits frühzeitig ausgeschieden, "The Pack" hat dagegen den Spitzenplatz in der NFC und damit eine Bye-Week in der ersten Playoff-Runde bereits sicher.

Und dennoch: Der Head Coach wird sein Team in Bestbesetzung auf das Feld schicken. Ein mögliches Verletzungsrisiko von Schlüsselspielern wie Quarterback Aaron Rodgers und Wide Receiver Davante Adams nimmt er in Kauf. Und das nicht nur, weil beide zuvor den Wunsch geäußert haben, spielen zu wollen.

Rodgers und Adams wollen spielen

So erklärte LaFleur auf einer Pressekonferenz, Mitarbeiter seiner Franchise hätten untersucht, wie es anderen Teams ergangen ist, die vor dem letzten Saisonspiel bereits den Top-Seed erobert hatten. Das Ergebnis war eindeutig: Wurden die Top-Spieler geschont, wirkte sich dies negativ auf die anstehenden Playoffs aus.

"Wir wollen das Momentum auf unserer Seite halten", sagte LaFleur und stimmte damit Spielmacher Rodgers zu, der sich zuvor ähnlich geäußert hatte.

Die "Cheeseheads" aus Wisconsin erleben mit der Saison 2021 eine ganz besondere Spielzeit. So ist es dem Team als erster Franchise überhaupt gelungen, jeweils 13 Siege in drei aufeinanderfolgenden Saisons einzufahren.

Und auch Head Coach LaFleur hat etwas Einmaliges geschafft. Als erster NFL-Coach der Geschichte hat er in seinen ersten drei Spielzeiten 39 Siege geschafft, bisheriger Rekordhalter war Ex-49ers-Coach George Seifert, der von 1989 bis 1991 38 Erfolge für sich verbuchen konnte. Mit einem Erfolg gegen die Lions könnte LaFleur sogar Sieg Nummer 40 erreichen.

Ungeimpfter Rodgers sorgte für Ärger

Dass die Packers die Regular Season, genau wie in der vergangenen Saison, als bestes Team der NFC abschließen würden, hätten zu Beginn wohl nur wenige vermutet. Zu viele Querelen bestimmten den Alltag, zu viele Verletzte hatte das Team zu beklagen, zu häufig schlug Covid-19 zu. Den Erfolg eingebremst hat dies aber mitnichten.

Im Sommer hielt die epische Wechsel-Saga um Quarterback Aaron Rodgers die gesamte Liga in Atem. Lange Zeit konnten sich Fans und Verantwortliche nicht sicher sein, ob A-Rod überhaupt noch einmal nach Wisconsin zurückkehren würde.

Dies tat er zwar, wenige Woche später infizierte sich der 38-Jährige aber mit Corona und sorgte mit mehr als nur fragwürdigen Aussagen für Aufsehen. Dass der ungeimpfte Rodgers zudem im Sommer behauptet hatte, er sei "immunisiert", machte die gesamte Angelegenheit nur noch schlimmer.

Allgemein hatte das Team  in Sachen Gesundheit ordentlich zu kämpfen. Unzählige Spieler fielen wegen Covid-19 aus, dazu kamen etliche Verletzungen. So zog sich Tight End Robert Tonyan einen Kreuzbandriss zu, Receiver Randall Cobb musste operiert werden. Andere Spieler, darunter der so wichtige Left Tackle David Bakhtiari, haben bislang noch nicht ein einziges Saisonspiel absolviert.

Verletzte Spieler kommen bei Green Bay zurück

Doch nun wird alles besser. Bereits Anfang Dezember erklärte NFL-Insider Ian Rapoport in der "Pat McAfee Show": "Die Packers sind vielleicht das einzige Team in der NFL, das im späten Dezember gesünder ist als im Oktober und November." Eine Analyse, die sich durchaus bewahrheitet hat.

Im Spiel gegen die Lions kommt nicht nur Rookie-Center Josh Myers wieder zum Einsatz, auch Bakhtiari soll erstmalig wieder auf dem Feld stehen. Für die Playoffs sollen zudem Cornerback Jaire Alexander und Outside Linebacker Za'Darius Smith zurückkommen. Auch Passempfänger Cobb dürfte dann wieder zur Verfügung stehen.

Für Green Bay hat sich die Spielzeit glänzend entwickelt. Nach der bitteren 3:38-Pleite in Woche eins gegen die New Orleans Saints hatten die Fans bereits mit dem Schlimmsten gerechnet. Wahr geworden sind all die negativen Befürchtungen aber nicht.

Aaron Rodgers hat nicht nur weitere Touchdown-Rekorde gebrochen, er befindet sich nach seinem MVP-Titel im vergangenen Jahr erneut unter den heißesten Kandidaten für die Wahl in dieser Spielzeit.

LaFleur "Coach of the Year"?

Im Schatten seines Quarterback-Superstars geht der so erfolgreiche Head Coach LaFleur daneben beinahe unter. Völlig zu unrecht. Die einst so wacklige Defense steht in dieser Saison deutlich besser, vor allem in Sachen Turnover erzwingen scheint der 42-Jährige an den richtigen Stellschrauben gedreht zu haben.

Und auch bei der Lösung der Personalprobleme hat er sein gutes Auge bewiesen. So wurde in Woche fünf beispielsweise Cornerback Rasul Douglas vom Practice Squad der Arizona Cardinals verpflichtet – ein wahrer Glücksgriff. Ihm gelangen bereits fünf Interceptions, zwei davon trug er zum Touchdown in die Endzone.

All die positiven Vorzeichen bedeuten freilich noch nichts. So hatten die Packers auch in der vergangenen Saison eine Bye-Week in der ersten Playoff-Runde und im Anschluss Heimrecht bis zum Conference Championship Game. Dort setzte es nach einem umstrittenen Field-Goal-Call eine bittere und knappe Pleite gegen Tom Brady und den späteren Super-Bowl-Sieger Tampa Bay Buccaneers.

Ein Erlebnis, aus dem die Franchise aber gelernt haben dürfte.

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