München - Die Stimmung bei Marcel Dabo ist speziell. Es ist eine Mischung aus Coolness, Vorfreude und auch ein bisschen Nervosität.

Denn langsam wird es ernst für den Defensive Back: Die NFL ruft, die wichtigsten Wochen seiner bisherigen Karriere stehen an. Seine Chancen stehen gut, er hat vor einigen Wochen beim Pro Day und beim International Combine Ende vergangenen Jahres überzeugen und bei den Teams Pluspunkte sammeln können.

Die Frage ist: Wie ruft die NFL den 22-Jährigen, der 2021 in der ELF für die Stuttgart Surge spielte und zum Defensive Rookie of the Year ernannt wurde?

Ihm ist es ziemlich egal, auf welchem Weg er seinen großen Traum angeht. "Ich habe alles getan, was ich tun konnte. Alles, was jetzt kommt, ist nicht mehr unter meiner Kontrolle, ich kann ich nichts mehr machen. Deswegen kann ich jetzt nur abwarten", sagte Dabo im exklusiven ran-Interview.

Marcel Dabo: "Mache keine Unterschiede"

Möglicherweise wählt ihn ein Team beim kommenden Draft in Las Vegas (28. bis 30. April im Livestream auf ran.de) aus. Passiert das nicht, kann Dabo immer noch über das International Pathway Program in die NFL kommen.

Dabei wird eine Division zufällig ausgewählt, und bei einem von den vier Teams würde Dabo dann in den Practice Squad aufgenommen werden. In Frage kommen 2022 die NFC North, die AFC South und die AFC West. Zuletzt hatte Jakob Johnson so den Sprung in die NFL geschafft, er kam bei den New England Patriots unter und spielt 2022 für die Las Vegas Raiders.

"Ich würde am liebsten alle 32 Teams mit meiner Leistung bereichern. Aber grundsätzlich ist es mir komplett egal. NFL ist für mich NFL. Ich mache da keine Unterschiede", sagte Dabo.

Auch als erklärter Fan der Green Bay Packers macht das Team für ihn "überhaupt keinen Unterschied", so der gebürtige Reutlinger, denn er sieht es "nicht mehr aus der Fan-Perspektive", sondern aus der Karriere-Sicht. Heißt: "Welches Programm ist für mich am besten und bei welchem Programm könnte ich am besten erfolgreich sein?"

Marcel Dabo will American Football in Deutschland bekannter machen

Druck macht er sich keinen, auch nach einem möglichen Sprung in die NFL nicht: "Ich gebe einfach alles, ich kontrolliere, was ich kontrollieren kann und schaue, was am Ende dabei herauskommt."

Ein langfristiges Ziel hat Dabo allerdings schon, denn er will dafür sorgen, dass American Football in Deutschland weiter wächst. Wofür auch schon Sebastian Vollmer, Björn Werner oder auch Johnson gesorgt haben.

"Das ist auch meine kleine Vision, denn wir können hier auch Football spielen, wir haben Athleten, die schnell rennen, hoch springen und Plays machen können", sagte Dabo, und betonte: "Mir ist es wichtig, dass der Sport hier in zehn Jahren nicht da ist, wo er jetzt ist, sondern weiter."

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