Matt Corall hat das Interesse mehrere NFL-Teams geweckt - Bildquelle: imago images/ZUMA WireMatt Corall hat das Interesse mehrere NFL-Teams geweckt © imago images/ZUMA Wire

München - Die Quarterback-Class 2022 mag nicht die beste der vergangenen Jahre sein. Dennoch gibt es einige Talente, denen eine große Karriere in der NFL zugetraut wird.

Einer davon ist der potenzielle Erstrunden-Pick Matt Corral.

Wer sich für einen Quarterback interessiert, muss sich vor dem NFL Draft 2022 (in der Nacht vom 28. auf den 29 April live auf ProSieben MAXX und ran.de) zwangsweise mit seinem Namen beschäftigen.

Laut einem Bericht von "ESPN" haben die Atlanta Falcons, Carolina Panthers, New Orleans Saints, Philadelphia Eagles und Pittsburgh Steelers Interesse an dem 23-Jährigen.

Der Tipp von Eli Manning

Sollte er wirklich in der 1. Runde gedraftet werden, wäre er der erste Spielmacher von den Ole Miss Rebels, dem dies seit dem Jahre 2004 gelang. Der vorherige war der zweimalige Super-Bowl-Gewinner Eli Manning.

Manning hat mit Corral bereits gesprochen und ihm Tipps gegeben: "Er sagte mir, ich solle einfach ich selbst sein, und das ist ehrlich gesagt der beste Rat, den ich je bekommen habe, weil man das nicht wirklich versteht, bis man sich dem Ende dieses Prozesses nähert." 

Eine verhängnisvolle Auseinandersetzung 

Die Karriere des Passgebers begann nicht ideal. Als ambitionierter Quarterback war er für die Oaks Christian School in Kalifornien aktiv, bis es zu einem Zwischenfall kam: Corral leistete sich eine Prügelei mit einem Mitschüler namens Tristan Gretzky. 

Der Nachname hat in Nordamerika Legenden-Status: Wayne Gretzky spielte von 1979 bis 1999 in der NHL und gilt als der beste Eishockey-Spieler aller Zeiten. Er ist praktisch der Tom Brady des Eishockeys - und Tristan Gretzky niemand Geringeres als dessen Sohn.

Bei der Aufarbeitung der Auseinandersetzung, die sich am Rande eines Basketballspiels ereignet haben soll, fühlte sich Corral offenbar benachteiligt. Seine Meinung: Die Schule begünstige "reiche Kinder, die nie einen Tag in ihrem Leben arbeiten mussten."  

Corral wechselte daraufhin auf die Polytechnic High School. Seine Leistungen litten nicht unter dieser Veränderung. 2018 stand er im U.S. Army All-American Bowl, also praktisch dem All-Star-Game im Highschool-Football.

Der 1,88 Meter große Spielmacher landete daraufhin bei der University of Missisippi und wurde in seiner zweiten Saison, also im Jahre 2019, zum Starting-Quarterback der Ole Miss Rebels ernannt.

Seine größten Erfolge: Anfang 2021 führte er sein Team zum Sieg im Outback Bowl 2021 und wurde zum MVP ernannt. In der darauffolgenden Spielzeit, seiner letzten College-Saison, stellte er mit sieben Touchdowns in einem Spiel einen Schulrekord auf.

Bittere Verletzung im letzten College-Spiel

Es schien in seiner Karriere nur noch bergauf zu gehen, bis der Sugar Bowl 2022 begann. Es hätte der krönende Abschluss seiner College-Laufbahn sein können, brachte stattdessen aber seinen Traum vom hohen Draft-Pick in Gefahr.

Der dritte Sack, der sich bereits im ersten Viertel ereignet hatte, war einer zu viel. Cole Maxwell, ein Verteidiger des Baylor Bears, riss ihn zu Boden und fügte ihm eine schwerwiegende Knöchelverletzung zu.

Dies war besonders bitter, weil die Partie sportlich bedeutungslos war. Corral hatte vor dem Spiel erklärt, dass er aufgrund der Verbundenheit zu seinen Teamkameraden trotzdem auf dem Feld stehen wolle.

"Ohne sie wäre ich nicht in dieser Position. Ich werde nicht einfach gehen. Ich weiß, was auf der anderen Seite ist, aber ich werde diesen Jungs alles geben, was ich habe", lautete seine Begründung.

Nun ist eine Verletzung das Schlechteste, was einem Talent kurz vor dem Draft passieren kann. An der NFL Combine konnte er nicht teilnehmen. Immerhin wurde er rechtzeitig für den Pro Day fit und hinterließ dort einen guten Eindruck.  

"Wir mögen ihn sehr", sagte ein nicht namentlich genannter General Manager gegenüber der "Sports Illustrated": "Er macht einige Spielzüge und Würfe, die dir die Kinnlade herunterfallen lassen." 

In seiner letzten College-Saison brachte er 67,9 Prozent seiner Pässe ans Ziel und warf 20 Touchdown-Pässe bei fünf Interceptions. In der vorherigen Saison ist er mit einer Pass-Quote von 70,9 Prozent zwar genauer gewesen und warf zudem 29 Touchdown-Pässe. Allerdings unterliefen ihm auch 14 Interceptions.

Die große Stärke von Corral: Run-Pass-Option

"ESPN"-Analyst Dan Orlovsky erklärt die Qualität des Spielmachers: "Drei Buchstaben waren ein Synonym für Corrals Erfolg als Rebel, R-P-O, die Run-Pass-Option. Corral warf letztes Jahr keine einzige Interception bei einer R-P-O."

Zudem war er dazu in der Lage, tiefe Pässe zu spielen. Das Fazit von Orlovsky lautet: "Corral hat sich im Passspiel als aggressiv und furchtlos erwiesen. Beide Eigenschaften sind absolut entscheidend für einen Quarterback, um in der NFL erfolgreich zu sein."

Oliver Jensen

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