Miami/München - Zum Abschluss zauberten die Miami Dolphins noch einmal ein Feuerwerk auf den Rasen. 

Ja, die Playoffs wurden verpasst. Schon wieder. Seit 22 Jahren wartet die Franchise aus dem Sunshine State auf einen Playoff-Sieg. Eine turbulente Saison, gestartet mit einer 1-7-Bilanz und beendet mit einem 8-1-Lauf, findet sein jähes Ende. 

Dennoch ließ der 33:24-Sieg über die New England Patriots die Dolphins-Fans mit einem guten Gefühl aus der Saison herausgehen. Es läuft. Es entwickelt sich was. So kann es weiter gehen. 

Dachte man. 

Owner Stephen Ross glaubt nicht mehr an Flores

Am berüchtigten "Black Monday" dann die überraschende Nachricht: Head Coach Brian Flores muss gehen. 2019 gekommen, brachte der Ex-Assistent von Bill Belichick die Franchise wieder auf Vordermann. Nächstes Jahr, so glaubte der Football-Fan, wäre es dann so weit. "Make or Break" - die Saison der Wahrheit. 

Pustekuchen. Nach einer Bilanz von 24 Siegen und 25 Niederlagen glaubte Dolphins-Owner Stephen Ross nicht, dass der 40-Jährige der Mann ist, der Miami zurück in die Playoffs führen kann. Trotz einer unbestrittenen sportlichen Weiterentwicklung. 

Nicht nur den Dolphins-Fans stand das Fragezeichen wie ins Gesicht geschrieben. "Ich glaube, das war die schlimmste Fehlentscheidung, die Miami in den letzten Jahren gemacht hat", sagte ran-Moderator Carsten Spengemann deutlich: "Coach Flores ist ein Guter. Ich verstehe nicht, was sie denken und vorhaben. Gute Head Coaches sind rar gesät." 

Zwischenmenschliche Gründe scheinen den Ausschlag gegeben zu haben 

Warum also das Ganze? Warum muss Flores gehen? 

Die Gründe hierfür liegen scheinbar tiefer. "Eine Organisation wie unsere kann nur funktionieren, wenn sie kooperativ ist und gut zusammenarbeitet", sagte Owner Ross: "Und ich glaube nicht, dass wir wirklich so gut gearbeitet haben, wie es nötig wäre, um auf NFL-Ebene wirklich konstant zu gewinnen."

Zwischenmenschlich soll es schon länger gekriselt haben. Laut "ESPN" waren Flores und General Manager Chris Grier nicht mehr auf einer Wellenlänge. Auch in der Kabine häufte sich - trotz Erfolg - die Unzufriedenheit über den von Flores gepflegten Umgang mit den Spielern. 

Besonders die Beziehung zu Quarterback Tua Tagovailoa hat sich nach den Gerüchten um eine mögliche Verpflichtung von Deshaun Watson zunehmend verschlechtert. Flores war damals ein klarer Befürworter des Watson-Trades. 

Über die letzten Wochen reifte in Owner Stephen Ross die Erkenntnis: So kann es nicht weitergehen. 

Esume: "Da ist intern richtig Beef"

Der 81-Jährige musste eine Entscheidung treffen und traf sie pro GM Grier und gegen Head Coach Flores, der sich in einem Statement für die Zeit in Florida bedankte. 

Für ran-Experte Patrick Esume ist klar: "Das kann nur bedeuten, dass dort intern richtig Beef ist". 

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Keine Frage, Flores wird einen neuen Job finden. Mit den Bears, den Vikings, den Jaguars, den Broncos und möglicherweise auch den Raiders, sind einige, teils sehr interessante, Optionen offen. 

Bei den Dolphins dürfte mit dem Abgang von Flores nun ein Trade von Deshaun Watson endgültig vom Tisch sein. Der Noch-Texan ist ein großer Fan von Flores - nur mit ihm an der Seitenlinie konnte er sich einen Neuanfang in Miami vorstellen. 

Neuer Head Coach steht enorm unter Druck

Ross hingegen sprach Tagovailoa das Vertrauen aus, gab zudem an, dass es "keinen Plan" gebe, um noch einmal einen Anlauf bei Watson zu starten. 

Letztlich soll die Entscheidung aber der neue Head Coach treffen. Und wer auch immer das sein wird, steht von Beginn an unter Druck. Das machte Ross zwischen den Zeilen klar. "Schauen Sie sich unseren Kader an. Wir haben einen hervorragenden Kader mit jungen Spielern. Mit unserem Salary Cap sind wir für die Zukunft gut gerüstet."

Unmissverständlich. 

Timo Nicklaus 

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