- Bildquelle: 2022 Getty Images © 2022 Getty Images

London – Vor der Abreise nach London hatte Kirk Cousins noch einen wichtigen Termin.

Eine Geburtstagsfeier stand an. Sein kleiner Sohn Cooper hatte seinen fünften Ehrentag. Und das wollte sich Papa Cousins natürlich nicht entgehen lassen – wie er auch all seine Fans auf Instagram bildlich und textlich wissen ließ. Nachdem das letzte Stück Kuchen dann gegessen war, ging es allerdings schnurstracks in den Flieger, über den großen Teich und ab in die englische Hauptstadt zum ersten London-Game des Jahres zwischen seinen Minnesota Vikings und den New Orleans Saints (Sonntag ab 15 Uhr live auf ProSieben und ran.de).

Kirk, you like that?

"Ich finde es großartig, hier in London zu sein. Wir wohnen in einem großartigen Quartier und der Trainingsplatz liegt in so einer malerischen Landschaft inmitten von Feldern und Hügeln, wie ich es vorher noch nie gesehen habe. Jedenfalls nicht rund um einen Sportplatz", so Cousins, der mit einem breiten Grinsen im Gesicht nachschob: "Ganz hinten auf einem Berg habe ich ein Gebäude gesehen, dass aussah wie das Landhaus von James Bond im Film 'Skyfall'." Der 34-Jährige ist begeistert.

Also: You like that? Yes!

Duell mit Andy Dalton endete 2016 Unentschieden

Für den Quarterback ist es bereits die zweite Reise nach London. Im Jahr 2016 spielte er als Signal Caller der damals noch Washington Redskins und heutigen Commanders gegen die Cincinnati Bengals – mit Quarterback Andy Dalton, der dieses Mal womöglich wieder sein Gegner sein könnte.

Denn ein Einsatz des eigentlichen Starting-Quarterbacks der New Orleans Saints, Jameis Winston, ist aufgrund von Knöchel- und Rückenbeschwerden mehr als fraglich. Damals endete das Duell Cousins gegen Dalton mit einem 27:27-Unentschieden. "Das war damals eine Partie, die hin und her ging. Ein Spiel, das mir wirklich extrem im Gedächtnis geblieben ist und welches ich wohl nie wieder vergessen werde."

Für Cousins darf all das aber keine Rolle spielen. Der 34-Jährige will und muss sich in England beweisen. Denn die Vikings stehen nach drei Spieltagen in der NFL aktuell bei 2:1-Siegen – und hätte "Prime-Time-Kirk" in Week 2 unter dem Flutlicht Philadelphias im "Monday Night Game" bei den Eagles nicht wie so häufig zuvor einen komplett gebrauchten Tag erwischt, könnten die "Wikinger" womöglich sogar vor dem London-Game gegen die Saints bei 3:0 stehen.

Aber: Prime Time und Cousins – das passt nicht so recht zusammen. Und das aus Tradition. Nicht wenige Experten vertreten bei Cousins deshalb die Meinung: großer Mann in kleinen Spielen, kleiner Mann in großen Spielen. Ein Image, dass Cousins ablegen will. Seit Jahren schon.

Minnesota Vikings wollen London mit einem Sieg verlassen

Vielleicht kann er auf der Insel wieder ein kleines Schrittchen in die richtige Richtung machen. Denn das Ziel ist glasklar: London mit einer 3:1-Bilanz nach vier Spielen wieder verlassen. "Wir versuchen alle, trotz der Reise über den großen Teich und der Zeitverschiebung so viel Routine wie nur möglich beizubehalten. Deswegen finde ich es auch die richtige Entscheidung, erst in der Nacht von Donnerstag auf Freitag hier nach London geflogen zu sein. Ich war im Jahr 2016 mit Washington schon einmal hier und da hatte sich das meiner Erfahrung nach auch absolut bewährt", referierte Cousins.

Die Vorbereitung stimmt also. Jetzt muss auf dem Rasen nur noch Leistung her – und das gegen eine gallige, aggressive und hochmotivierte Defense der Saints. "Ich habe großen Respekt vor allen Spielern der Defensive Line der Saints, aber natürlich auch Head Coach Dennis Allen, der sieben Jahre lang die Spielzüge als Defensive Coordinator angesagt hat", meinte Cousins. "Das sind alles Jungs, die ich schon aus den Spielzeiten 2017, 2018 oder 2019 kenne – und sie spielen immer noch zusammen. Das sagt alles aus. Da sind Pro Bowler mit dabei, richtig gute Spieler."

Doch Cousins und Co. wollen dagegenhalten. Mit aller Macht. Dafür hinterfragt sich der erfahrene Quarterback auch immer noch regelmäßig selbst und feilt mit dem neuen Head Coach Kevin O'Donnell täglich an seiner Form - und will womöglich mit dieser neuen, frischen Ansprache zu alter oder gar komplett "neuer" Leistungsstärke finden.

Kirk Cousins hinterfragt sich ständig selbst

"Ich frage mich immer: Was muss ich vielleicht anders machen und was kann so bleiben wie es ist? Denn es geht ja nicht darum, das Rad neu zu erfinden. Coach O’Donnell und ich sprechen sehr viel darüber, das ist ein fließender Prozess. Wie muss ich mich bewegen? Wie ist das Play-Calling? Wie und wo werfe ich den Ball hin?", erklärt Cousins, der gegen die Saints im Tottenham Stadion natürlich die richtigen Antworten parat haben möchte.

Vielleicht kann Cousins seinem Sohn Cooper dann so ja noch ein nachträgliches Geburtsgeschenk machen. Ganz nach dem 007-Motto: From London with love …

Aus London berichtet: Dominik Hechler

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