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München/New Orleans - Binnen einer Woche sorgen die New Orleans Saints zum zweiten Mal in der Free Agency für einen Knall.

Nach der Verpflichtung von Safety Tyrann Mathieu stößt auch Receiver Jarvis Landry zu den Saints. Nicht nur füllen beide jeweils Löcher auf den Positionen des Teams, sondern kehren damit in ihre Heimat zurück. Mathieu stammt direkt aus New Orleans, Landry wuchs ebenfalls im südlichen Louisiana auf.

Beide spielten 2011 eine Saison zusammen an der LSU. Über eine Dekade später werden sie erneut an ihrem Heimatort zusammen für ein Team auflaufen. Gerade die Fans in der Gegend wird es freuen, denn die lamentieren seit Jahren, dass die Saints zu wenig Talent von der beheimateten Universität draften. Diesem Ruf ist das Front Office der Franchise nachgekommen.

Viel wichtiger ist aber, dass die Saints trotz einiger Abgänge, unter anderem den von Heach Coach Sean Payton, plötzlich einen Kader haben, der als Anwärter für die Playoffs zu betrachten ist. "Wir wussten, dass wir etwas für unsere Offense tun müssen. Wir haben uns überlegt, was müssen wir tun, um Spiele zu gewinnen?", gab der neue Head Coach Dennis Allen das Offensichtliche zu.

Jarvis Landry die Luxuspersonalie

Landry kommt dabei sogar wie eine Luxus-Ergänzung rüber. Michael Thomas, der eigentliche Nummer-1-Receiver, wird nach einem Eingriff am Sprunggelenk im Vorjahr zurückkehren. Dazu agierten die Saints beim Draft vergleichsweise aggressiv, tradeten sich auf die elfte Position hoch und sicherten sich Chris Olave von der Ohio State. Gemessen daran, wie groß der Bedarf auf der Receiver-Position bei den Saints war, wird es Platz und Einsatzzeit für alle drei geben.

2021 landete New Orleans in einem von Verletzungen geprägten Jahr auf dem letzten Platz bei Passing Yards - gerade einmal 187,4 pro Spiel. Thomas fehlte die gesamte Saison und Quarterback Jameis Winston verpasste die letzten zehn Spiele verletzt. Die vier wichtigsten Spieler der Offensive Line fehlten zusammen 32 Spiele.

Dennoch schafften es die Saints mit den drei Receivern Tre'Quan Smith, Marquez Callaway, Deonte Harty und insgesamt 58 verschiedenen Startern zu einer Bilanz von neun Siegen und acht Niederlagen. Die Playoffs wurden trotz vier verschiedener Quarterbacks nur knapp verpasst. Zu verdanken war das der überragenden Defense vom ehemaligen Defensive Coordinator Dennis Allen, der für die kommende Saison zum Head Coach befördert wurde. 2022 darf er sogar mit einer wiederhergestellten Offense arbeiten.

Saints Offense für 2022

Dennoch stehen auch Fragezeichen über der Zukunft der Saints. Thomas hatte bereits öfter mit Verletzungen zu kämpfen, absolvierte seit seinem Rekordjahr 2019 insgesamt nur acht Spiele. Allen äußerte sich aber positiv über seine Entwicklung: "Wir haben ein gutes Gefühl darüber, was Mike in der Reha geleistet hat." Landry hat bei den Browns gerade seine schwächste Saison der Karriere hinter sich, fiel dazu auch vier Spiele verletzt aus. Am Ende kam er auf 52 Passfänge, 570 Yards und lediglich zwei Touchdowns. 

Sind beide fit, hat Winston aber zwei erfahrene und fangsichere Ziele. Dazu kommt mit Rookie Olave ein weiterer Hoffnungsschimmer zur Offense der Saints, der von den zwei Routiniers lernen kann. Der neue Head Coach sprach bereits nach dem Draft in höchsten Tönen vom Neuzugang: "Es fühlt sich genauso an, wie Mike zurück zubekommen. Als hätten wir zwei Erstrundenpicks bei Wide Receivern gehabt."

Jetzt muss es nur noch Klick machen zwischen dem Quarterback und seinen Anspielstationen. Denn nur mit Thomas stand Winston überhaupt für wenige Snaps schon gemeinsam auf dem Rasen. In der Theorie liegt vor dem Gespann aber eine große Zukunft. Wenn die O-Line weiterhin konstant bleibt und dem 28-Jährigen genügend Zeit zum Werfen gibt, werden sich gegnerische Defensiven berechtigte Sorgen machen. Auf dem Boden haben die Saints zusätzlich noch Alvin Kamara und Mark Ingram II für das Laufspiel.

Winston wird liefern müssen

Vor allem der ehemalige Nummer-1-Pick selbst muss in der kommenden Saison endlich über den Status eines maximal durchschnittlichen Quarterbacks hinauswachsen. In fünf Jahren bei den Tampa Bay Buccaneers erreichte er nie die Playoffs, 2020 ging er als Backup von Drew Brees nach New Orleans. Vor allem seine Anfälligkeit für Interceptions sorgte immer wieder für Diskussionen über ihn. 91 Bälle warf er in seiner Karriere in gegnerische Hände - dagegen stehen nur 135 Touchdowns.

2021 zeigte Winstons Tendenz aber nach oben. In seinen sieben Spielen führte er die Saints zu fünf Siegen und warf 14 Touchdowns bei nur drei Interceptions - mit deutlich schlechteren Receivern.  

Die Faktoren für die Saints sind gegeben, in der kommenden Saison zum Geheimfavoriten zu werden.

Luca Ostermeier

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