Odell Beckham Jr. fing gleich bei ersten Rams-Drive einen Touchdown-Pass von... - Bildquelle: ImagoOdell Beckham Jr. fing gleich bei ersten Rams-Drive einen Touchdown-Pass von Matthew Stafford © Imago

Los Angeles/München - Gut zwei Wochen ist es her, da beschwerte sich Odell Beckham Jr. in einem "ESPN"-Interview über seine Zeit bei den Cleveland Browns.

"In den vergangenen Jahren habe ich mich beraubt gefühlt", konstatierte der Wide Receiver der Los Angeles Rams: "Ich habe die Endzone verpasst, und es war einfach nicht so nahtlos, wie es sein könnte."

Von 2019 bis 2021 spielte der einstige Erstrundenpick für Cleveland. Eine Liebesbeziehung wurde daraus nie. Mit Quarterback Baker Mayfield kam keine Harmonie auf, auch mit den Bossen gab es Schwierigkeiten. Es folgten gegenseitige Anschuldigungen, auch der Vater von OBJ mischte kräftig mit.

Odell Beckham lässt Browns hinter sich

Negativer Gipfel: Ein von Odell Beckham Sr. gepostetes Video, in dem unzählige Szenen aufgezeigt wurden, in denen sein freistehender Sohnemann von Mayfield nicht angeworfen wurde. Kaum etwas war zu dieser Zeit noch zu sehen von dem einst so exzellenten Passempfänger, der er bei den New York Giants war.

Nach der Entlassung durch die Browns und der Verpflichtung durch die Rams im November 2021 hat für den 29-Jährigen nun ein neues Kapitel begonnen – und das ziemlich erfolgreich.

In seinen sechs Spielen für die Browns gelang dem Receiver in dieser Saison nicht ein einziger Touchdown, ohnehin brachte er es seiner Zeit dort nur auf sieben Stück. In acht Regular-Season-Partien für die Rams fand er sich im Gegensatz dazu bereits fünf Mal in der Endzone wieder.

OBJ gelingt NFL-Rekord

Den vorläufigen Höhepunkt bei seinem neuen Arbeitgeber lieferte und erlebte er im Wild-Card-Game gegen die Arizona Cardinals. Nicht nur, weil die Rams einen deutlichen 34:11-Sieg feierten - der erste Playoff-Sieg für OBJ überhaupt - sondern vor allem deshalb, weil er mit seinen Leistungen maßgeblich zum Erfolg seines Teams beitrug.

Gleich im ersten Drive gelang ihm nach einem Pass von Spielmacher Matthew Stafford ein Touchdown – sein allererster in einem NFL-Playoff-Spiel. Doch damit nicht genug.

Im dritten Viertel war Beckham Teil eines Trickspielzuges. Nach einem Pass von Stafford schleuderte der Wide Receiver den Ball in Richtung rechte Seitenlinie zu Running Back Cam Akers. Dieser konnte den Pass fangen, wenige Spielzüge später feierte L.A. den nächsten Touchdown. In die Statistik ging das Trick Play als 40-Yard-Pass für Beckham Jr. ein.

 

Mit diesem und einem 31-Yard-Catch konnte er sogar Geschichte schreiben. So ist der 29-Jährige der erste Spieler der NFL-Historie, der in einem einzigen Postseason-Spiel jeweils einen Catch und einen Pass über mindestens 30 Yards zu verzeichnen hatte.

500.000 Dollar für Sieg gegen die Cardinals

Und auch finanziell war die Partie für ihn ein absoluter Volltreffer. So unterschrieb Beckham im November einen stark leistungsbezogenen Vertrag, der an Erfolge in der Postseason geknüpft ist. Für den Sieg gegen die Cardinals streicht er 500.000 US-Dollar ein.

Sollte am Sonntag (ab 20:45 Uhr live auf ProSieben und ran.de) in der Divisional Round ein Erfolg bei Titelverteidiger Tampa Bay Buccaneers gelingen, würden weitere 750.000 Dollar auf sein Konto wandern.

Für den Receiver dürfte es aktuell aber weniger um die finanzielle Belohnung für den starken Playoff-Auftritt gehen. Viel mehr steht für ihn im Vordergrund, dass er nach einer von Kritik und Zweifeln geprägten Zeit in Cleveland wieder Schlagzeilen mit sportlichem Erfolg schreiben kann.

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