Hat das ganz große Ziel im Blick: Josh Allen von den Buffalo Bills. - Bildquelle: gettyHat das ganz große Ziel im Blick: Josh Allen von den Buffalo Bills. © getty

München - "Ladies and Gentlemen. Josh Allen has left the building!" 

So oder so ähnlich hätte in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Durchsage im Highmark Stadium der Buffalo Bills lauten können. Die Fans der Bills kannten nach dem überragenden 47:17-Erfolg ihrer Mannschaft über die New England Patriots kein Halten mehr. 

Trotz Temperaturen im Minusbereich und einer frühzeitigen Entscheidung im Spiel blieben sie bis zum Ende und feierten ihr Team frenetisch ab. Im Mittelpunkt stand dabei einmal mehr Quarterback Josh Allen, der eines seiner besten Spiele im Bills-Trikot ablieferte. 

Buffalo Bills: Josh Allen mit historischen Zahlen

Dass Allen gegen die Patriots eines der dominantesten Playoff-Spiele eines Quarterbacks in der NFL-Geschichte abgeliefert hat, zeigt ein kurzer Blick auf die nackten Zahlen. Mit 306 Passing Yards und fünf geworfenen Touchdowns zerlegte er die Defense durch die Luft nach Belieben. 

Ein Passer Rating von 157,6 - das fünfthöchste in der Playoff-Geschichte - zeugt zudem von einer unfassbaren Effizienz. Mit gerade einmal vier Incompletions hat er weniger Bälle nicht an den Mann gebracht, als seine Mitspieler in der Endzone für einen Touchdown zu finden. 

Zudem sorgte er immer wieder mit kurzen Läufen für ein neues First Down. Am Ende stand er bei 66 zusätzlichen Rushing Yards. Besonders beeindruckend war hierbei auch seine Geduld. Wie ein absoluter Elite-Quarterback ließ er sich zu keinem Zeitpunkt aus der Ruhe bringen und fand letztlich stets eine Lösung.

So auch vor dem ersten Touchdown der Partie von Tight End Dawson Knox, als Allen zuvor in aller Seelenruhe wartete, bis sich eine passende Anspielstation ergab. 

 

Auch Knox gab sich nach dem Spiel ob des außergewöhnlichen Passes von Allen sprachlos: "Ich denke, was wir da gesehen haben, spricht für sich selbst", sagte auf der Pressekonferenz. 

Buffalo Bills: Allen und Co. lernen aus Fehlern

Die Frage vor dem Spiel war tatsächlich, wie die Bills mit den schwierigen Witterungsbedingungen umgehen würden. Beide Mannschaften trafen bereits in Woche 13 aufeinander, als es in Buffalo stark windete und deshalb ein normales Spiel kaum möglich war. 

Während die Patriots lediglich drei Passversuche im ganzen Spiel abgaben und ausschließlich aufs Laufspiel setzten, fanden Allen und Co. damals kaum ins Spiel. Die Partie ging letztlich aus Sicht der Bills mit 10:14 verloren - und Allen lieferte eines seiner schlechtesten Spiele der laufenden Saison ab. 

Umso erstaunlicher ist es, wie souverän der 25-Jährige nun in der Wild-Card-Runde aufgetreten ist. Head Coach Sean McDermott lobte ebenfalls den Lerneffekt seines Stars: "Es macht immer Spaß zu sehen, wenn sich junge Spieler weiterentwickeln", so der Erfolgscoach der Bills.

Besonders bei Allen sei dieser Effekt zu beobachten gewesen: "Mehr Verantwortung zu übernehmen und seine Vorbereitung in dieser Woche haben dazu geführt, was wir heute auf dem Feld von ihm sehen konnten. Hier gibt es wenig Spielraum für andere Interpretationen", erklärte McDermott weiter. 

 

Josh Allen als Anführer - Wohin geht die Reise der Bills?

In bislang vier Playoff-Spielen vor dem Patriots-Kracher stand Allen bei einer Playoff-Bilanz von zwei Siegen und zwei Niederlagen. Während er 2019 schon in der Wild-Card-Runde an den Houston Texans scheiterte, führte er die Bills in der vergangenen Saison ins Championship Game, das gegen die Kansas City Chiefs verloren ging. 

Chance auf Revanche ergibt sich für Allen und Co. möglicherweise bereits am kommenden Wochenende. Gewinnen die Chiefs ihr Heimspiel gegen die Pittsburgh Steelers in der Nacht von Sonntag auf Montag (ab 2:00 live auf ProSieben und im Livestream auf ran.de), müssten die Bills in der Divisional Round nach Kansas City reisen. 

Nach der Gala gegen die Patriots haben sich die Vorzeichen allerdings geändert. Die Bills haben eine Warnung an die gesamte Liga geschickt. In diesem Jahr ist auf jeden Fall mit ihnen zu rechnen. Von Druck will Anführer Allen, der mittlerweile die ganze Mannschaft in seinen Bann gezogen hat, jedoch nichts wissen.

"Wenn man in jedes Spiel mit einer Do-or-Die-Mentalität geht, holt das aus jedem Spieler die letzten Prozente mehr heraus. Das machen wir seit Wochen", so der Signal Caller nach dem Spiel: "Es kann jede Sekunde vorbei sein, deshalb spielen wir auch besser unter diesen Umständen. Die gleiche Mentalität brauchen wir jetzt auch in dieser Woche", sagte er abschließend. 

Kann Allen sein Team auch in den kommenden Spielen mitreißen, sind die Bills in der AFC nur von wenigen Teams aufzuhalten. Liefert der Quarterback dann auch noch so ab, wie gegen die "Pats", winkt Buffalo womöglich schon in dieser Saison der ganz große Wurf. 

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