Cowboys-Quarterback Dak Prescott leistete sich nach dem Playoff-Aus ein verb... - Bildquelle: GettyCowboys-Quarterback Dak Prescott leistete sich nach dem Playoff-Aus ein verbales Foul © Getty

München - Verrückter und chaotischer hätte ein Playoff-Spiel in der NFL wohl kaum zu Ende gehen können.

In der Wild-Card-Round hatten die Dallas Cowboys die San Francisco 49ers zu Gast. Die letzten Augenblicke der Partie mutierten dabei zu einem bizarren Schauspiel.

Noch 14 Sekunden wurden auf der Uhr im AT&T Stadium angezeigt, als Cowboys-Quarterback Dak Prescott über 17 Yards hinweg bis zur 24-Yard-Linie der 49ers sprintete. Dort angekommen wollte der Spielmacher den Ball spiken, um die Uhr für einen letzten Spielzug anzuhalten.

Spike der Cowboys misslingt

Gelungen ist dies aber mitnichten. Denn anstatt den Ball in Windeseile an den Schiedsrichter zu überreichen, reichte ihn Prescott an Center Tyler Biadasz weiter – ganz offensichtlich, um Zeit zu sparen.

Laut NFL-Regularien ist dies aber nicht erlaubt. So muss vor jedem Snap ein Referee den Ball erhalten, um die genaue Position für den nächsten Spielzug festzulegen.

Der von hinten heranstürmende Offizielle musste sich also erst durch die O-Line der Gastgeber kämpfen, ehe er den Ball platzieren und für den finalen Snap freigeben konnte. Als dieser erfolgte, war die Zeit aber bereits abgelaufen, die Schiedsrichter erklärten das Spiel für beendet und besiegelten damit nicht nur die 17:23-Pleite der Cowboys, sondern auch deren frühzeitiges Playoff-Aus.

Cowboys-Coach McCarthy unglücklich

Wenig überraschend sorgte das wilde Ende im Anschluss für heftige Diskussionen. Während der siegreiche 49ers-Head-Coach Kyle Shanahan angab, "zuversichtlich" gewesen zu sein, dass die Partie nach dem Spike mit ablaufender Uhr vorbei ist, sah die Stimmung im Lager der Cowboys gänzlich anders aus.

"Die Platzierung des Balls zwischen uns und dem Offiziellen war ganz offensichtlich nicht in Ordnung", erklärte Head Coach Mike McCarthy. "Wir hätten kein Problem damit haben sollen, den Ball dort zu platzieren."

Und weiter: "Ich dachte, sie würden die beiden Teams heute spielen lassen. Das müssen sie selbst beantworten."

Prescott sauer auf Schiedsrichter

Quarterback Prescott gab sich im Gespräch mit US-Journalisten später wenig einsichtig. Zwar erklärte er, er hätte nicht ganze 17 Yards laufen, und stattdessen früher zu Boden gehen sollen, um mehr Zeit für den alles entscheidenden letzten Spielzug zu haben, seine fehlerhafte Ballübergabe an den eigenen Center thematisierte er jedoch nicht.

"Wenn man es so oft geübt hat, wie wir es immer wieder getan haben, macht man sich nicht unbedingt Sorgen darüber. Du vertraust auf dein Training. Ich meine damit, dass man sich nicht auf Dinge wie den Zusammenstoß mit einem Schiedsrichter vorbereitet. Aber ich schätze, das werden wir wohl tun müssen, wenn wir wissen, wie das hier gelaufen ist", formulierte der Signal Caller.

 

Das Referee-Team sah nach dem Spiel hingegen keinen Handlungsbedarf. So sagte der leitende Offizielle Alex Kemp, Referee-Kollege Ramon George hätte den Ball für den Snap richtig platziert. "Er ist mit den Spielern kollidiert, als er den Ball an die richtige Stelle bringen wollte."

Zwar intervenierte Coach McCarthy, ein Schiedsrichter an der Seitenline habe ihm gesagt, dass es eine Wiederholung des Plays geben würde, dem widersprach Kemp aber zügig. "Das Spiel ist zu Ende, sobald wir es mit den Offiziellen auf dem Feld bestätigt haben."

Fans bewerfen Schiedsrichter mit Müll

Ein unsportliches Verhalten leistete sich derweil noch Quarterback Prescott. Als dieser auf der Pressekonferenz erfuhr, dass Müll von den Tribünen herabsegelte, als Teile seiner Mannschaft das Spielfeld verließen, nannte er das Verhalten der Cowboys-Fans "traurig".

Als jedoch klargestellt wurde, dass die Anhänger gezielt Abfälle in Richtung der Schiedsrichter warfen, erklärte der 28-Jährige: "Ein Lob an sie! Die Fans dachten genauso wie wir. Ich denke, deshalb sind die Schiedsrichter so schnell verschwunden. Jeder ist verärgert über die Art und Weise, wie diese Sache abgelaufen ist."

Einer aus dem Lager der Gastgeber stimmte übrigens nicht in die Schiedsrichter-Schelte mit ein. So erklärte Franchise-Owner Jerry Jones, das Spiel sei schon lange vor dem letzten Spielzug verloren gewesen: "Ich werde es also nicht zu etwas Größerem machen, als es ist."

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