München - Die Regular Season ist gelaufen, die NFL-Playoffs stehen am kommenden Wochenende an. Jeweils Samstag (ab 22:20 Uhr LIVE auf ProSieben und im Livestream auf ran.de), Sonntag (ab 18:30 Uhr) und sogar Montag, also in der Nacht auf Dienstag deutscher Zeit (ab 2:05 Uhr live auf ProSieben und auf ran.de), finden die Spiele statt.

Dabei gibt es nun zum zweiten Mal nach der Saison 2020 eine noch recht frische Neuerung: Es nehmen 14 statt wie zuvor zwölf Teams an den Playoffs teil. Das beschlossen die Besitzer der NFL Teams im Frühjahr 2020.

Doch wie sinnvoll ist das und warum wurde das überhaupt eingeführt? ran versucht, eine Antwort auf diese Fragen zu finden.

Eagles und Steelers: Nur Überdruss?

Die beiden Teams, die nun in den Playoffs antreten und vor 2020 noch ihren Urlaub hätten planen können, sind die Philadelphia Eagles für die NFC und die Pittsburgh Steelers für die AFC.

Beide holten in der Regular Season jeweils solide neun Siege, dennoch wird man den Eindruck nicht los, dass kaum jemand mit beiden Teams länger als nach der ersten Runde rechnet.

Das wäre auch nur allzu erwartbar, schließlich messen sich die Philadelphia Eagles auswärts mit den Tampa Bay Buccaneers und die Pittsburgh Steelers reisen zu den Kansas City Chiefs ins Arrowhead Stadium.

Nicht nur jeweils zwei höher einzuschätzende Teams, sondern auch zwei Teams, die das Duell der Regular Season jeweils klar gewonnen haben. Die Buccaneers siegten mit 28:22 in Philadelphia, wobei das Ergebnis knapper aussieht als das Spiel war, und die Steelers verloren in Woche 16 mit 10:36 bei den Chiefs.

Roethlisbergers Motto: Dabei sein ist alles

Dass nicht nur Fans und Experten so denken, bewies Steelers-Quarterback Ben Roethlisberger auf einer Pressekonferenz in der Woche vor dem Chiefs-Spiel: "Wir sollten eigentlich gar nicht in dieser Position sein", sagte Roethlisberger anspielend auf die Erweiterung der Playoffs.

"Wir sind kein sehr gutes Team. Von den 14 Playoff-Teams sind wir wahrscheinlich Nummer 14", so "Big Ben". "Wir haben eh keine Chance, also gehen wir einfach da raus und haben ein bisschen Spaß", sagte der Quarterback.

Logisch, in Pittsburgh will man sicher gehen, dass der Druck und die Favoritenrolle komplett bei Kansas City liegt. Alles andere als ein Sieg der Chiefs - oder im NFC-Fall der Bucs gegen die Eagles - wäre eine faustdicke Überraschung.

Ist es also sinnvoll, dass zwei glasklare Underdogs am Finalturnier der NFL teilnehmen dürfen? Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten, Fakt ist aber: In der NFL kann jeder jeden schlagen. Das beweisen Ergebnisse wie das 31:34 der Cincinnati Bengals bei den New York Jets oder das 6:9 der Buffalo Bills bei den Jacksonville Jaguars. Überdrüssig sind also weder die beiden Teams noch die extra Spiele.

Grund für die Erweiterung: Money Money Money

Am Ende geht es der NFL und allen Teams, da macht kaum jemand der Beteiligten einen Hehl draus, um Geld. Mit einem zusätzlichen Playoff-Spiel pro Conference, welches man an die übertragenden Sender verkaufen kann, lässt sich zusätzliches Geld verdienen.

Die NFL-Teams bekommen davon natürlich auch ihren Anteil. 2022 soll der Salary Cap auf 208,2 Millionen Dollar ansteigen, das sind über 25 Millionen mehr als noch in der laufenden Saison. Das wirkt sich wiederum auf die Gehälter der Spieler aus, die letztlich auf dem Platz stehen.

 

Am Ende profitieren also irgendwie alle Beteiligten - zumindest finanziell - von der Erweiterung. Sowohl der Regular Season von 17 auf 18 Spieltage als auch der Playoffs von zwölf auf 14 Teams.

Sollte in den Playoffs aber irgendwann der zweite Seed gegen den zwölften Seed spielen, dann wird auch das Zuschauerinteresse abnehmen und der elitäre Kreis der Playoffs verliert seine Magie.

Und das ist das letzte, was Zuschauer, Fans, Spieler und Exekutive wollen.

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