Fühlen sich in der Rolle als Außenseiter wohl: San Francisco 49ers. - Bildquelle: gettyFühlen sich in der Rolle als Außenseiter wohl: San Francisco 49ers. © getty

München - Den Spielern der San Francisco 49ers stand die Freude ins Gesicht geschrieben.

Dank eines wilden 23:17-Erfolgs bei den Dallas Cowboys zieht das Team von Head Coach Kyle Shanahan in die nächste Playoff-Runde ein. Viel Zeit zum Jubeln bleibt den Niners jedoch nicht: Mit den Green Bay Packers wartet in der Nacht von Samstag auf Sonntag (ab 2:15 Uhr live auf ProSieben und ran.de) das beste Team der Regular Season auf den Sechstplatzierten der NFC. 

Dabei könnte die Rolle des Außenseiters den 49ers erneut in die Karten spielen. 

San Francisco 49ers: Entgegen aller Erwartungen

Um seine Spieler vor dem Duell mit den Cowboys extra zu motivieren, griff Coach Shanahan in die Trickkiste: "Diese Spieler werden Helden, mit dem, was sie in den Playoffs machen, und nicht in der Regular Season", so der 42-Jährige. 

"Ich denke nicht, dass unsere Spieler diese Rivalität so wirklich auf dem Schirm hatten. Jetzt haben sie es gecheckt. Sie wussten aber, wann sie bereit sein mussten", lobte er sein Team weiter. So habe es keinen Unterschied gemacht, dass die Cowboys in der Regular Season zwölf Spiele gewonnen hatten. 

 

Der Head Coach scheint sein Team mental perfekt auf die Aufgabe vorbereitet zu haben: "Wir wollten einfach auf einem hohen Level Football spielen und die Spiele gewinnen, auf die es wirklich ankommt", sagte Tight End George Kittle. 

Die 49ers bewiesen dabei auch, dass sie sich in wilden Spielen am Ende durchsetzen können.

San Francisco 49ers: Achterbahnfahrt der Gefühle

"Es war ein sehr emotionales Spiel", meinte Quarterback Jimmy Garoppolo. "Es hatte auf jeden Fall seine Höhen und Tiefen", fuhr er fort. Obwohl es in den Schlusssekunden eng wurde, hatte der Spielmacher großes Vertrauen in sein Team: "Es hat sich dennoch nicht danach angefühlt, dass es uns aus den Händen gleiten würde. Wir hatten dauernd die Kontrolle."

Während die Offensive vor allem in der zweiten Hälfte immer mehr Probleme bekam, hielt die starke Defense den Laden zusammen. "Es war wie eine Achterbahnfahrt. Einige Höhen und Tiefen. Manchmal konnte man die Situationen gar nicht einordnen", gestand Kittle.

 

Gegen die beste Offensive der Liga ließen die Niners gerade mal 17 Punkte zu. Immer wieder drang der Pass Rush durch und setzte Cowboys-Quarterback Dak Prescott regelmäßig unter Druck - gleich fünf Mal gelang der San-Francisco-Front dabei ein Sack.

Auch die Run-Defense trug ihren Teil dazu bei. Gerade einmal 77 Yards ließen die 49ers von Ezekiel Elliott und Co. zu: "Sie stehen bei nur einem Sieg und fünf Niederlagen, wenn sie unter 100 Yards gelaufen sind. Das zwar unser Ziel. Sie unter dieser Marke zu halten", erklärte Defensive End Arik Armstead den Masterplan zum Sieg.

Angesichts der Verletzungen von zwei der wichtigsten Spieler ist die defensive Leistung umso höher einzuordnen. 

49ers bangen um Fred Warner und Nick Bosa

Nach einem üblen Zusammenprall mit dem eigenen Mitspieler musste Superstar Nick Bosa das Spiel mit einer Gehirnerschütterung im zweiten Viertel verlassen. Auch Linebacker und Defensiv-Kapitän Fred Warner konnte in der entscheidenden Phase aufgrund einer Knöchelverletzung nicht mehr mitwirken. 

Dennoch sollte der Druck der Defense weiter anhalten: "Das sagt so viel über unsere Mannschaft aus. Wir verlieren zwei unserer besten Spieler und auch den Kapitän und trotzdem konnten wir den Sieg heimfahren. Wie sich ein Großteil der Spieler über die letzten Monate zurückgekämpft hat, ist außergewöhnlich", lobte auch Shanahan die Willenskraft seiner Mannschaft. 

Um auch gegen die Packers bestehen zu können, hoffen die 49ers auf eine schnelle Rückkehr ihrer beiden Stars. Der Head Coach macht den Fans zumindest Hoffnung: "Wir sind uns nicht sicher, aber er sollte eine Chance haben, zu spielen", sagte Shanahan über den angeschlagenen Warner. 

 

Bei Bosa müsse man abwarten, wie viele Fortschritte er über die Woche hinweg machen kann. Erst wenn er das Concussion-Protokoll der NFL durchläuft und von einem unabhängigen Arzt die Bestätigung bekommt, darf er mit der Mannschaft nach Green Bay reisen.

Im Lambeau Field erwartet die 49ers dabei wohl eine eisige Angelegenheit. Um bei Aaron Rodgers und Co. bestehen zu können, müssen sie dabei an ihrem Plan festhalten.

49ers at Packers: Auf die eigenen Stärken berufen

Gegen die Cowboys konnten sich die 49ers auf ihre Playmaker im Laufspiel verlassen. Sowohl Running Back Elijah Mitchell (96 Yards, ein Touchdown) und Allzweckwaffe Deebo Samuel (72 Yards, ein Touchdown) waren dabei fast nicht zu bremsen. 

Einen ähnlichen Plan dürfte Shanahan auch gegen die Packers verfolgen. Da die 49ers erneut als Underdog ins Spiel gehen dürften, haben sie ohnehin nur wenig zu verlieren. Umso wichtiger wird es sein, an den eigenen Stärken festzuhalten.

 

Green Bay lässt im Schnitt 4,6 Rushing Yards pro Versuch zu. Eine Schwachstelle, die von den Niners konsequent ausgenutzt werden muss, damit sie eine Chance haben. In engen Situationen wird es dann auch auf Jimmy Garoppolo ankommen, der einen Sahnetag benötigt. 

Zusätzlichen Grund zur Hoffnung dürfte San Francisco das diesjährige Spiel in der Regular Season geben. Zwar ging dies mit 28:30 knapp verloren, doch schon damals zeigten die 49ers, dass sie die Packers an den Rand einer Niederlage bringen können.

Wenn es Kyle Shanahan gelingt, das Team wie gegen die Cowboys zu motivieren und ans Limit zu pushen, müssen sich auch die Packers warm anziehen - mit den 49ers in dieser Form ist auf jeden Fall zu rechnen. 

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