- Bildquelle: getty © getty

München - Am Wochenende stehen in der NFL die heiß erwarteten Championship Games (am Sonntag ab 20:45 Uhr live auf ProSieben und im Livestream auf ran.de) an. Höchste Zeit also, dass sich Moderator Max Zielke mit dem ehemaligen deutschen NFL-Star über die anstehenden Partien unterhält. 

In der #ranNFL-Playoff-Webshow "Champion Check" berichtete der ehemalige O-Liner über seine Highlights der Divisional Round und gab einen Einblick in die Gefühlswelt von Tom Brady und Aaron Rodgers. 

Sebastian Vollmer über...

...die Divisional Round: "Das war das beste Football-Wochenende seit langem. Wenn man von außen zusehen kann, war das einfach nur stark." 

...die Tampa Bay Buccaneers: "Man hat Tom Brady gesehen. Seine Lippe hat geblutet, da war mir klar, jetzt dreht er nochmal auf. Ich denke aber nicht, dass sie sich schon zu sicher waren. Wenn man Spieler wie Tom Brady hat, verfügt man immer über Selbstbewusstsein. Die Rams waren am Ende schon klar das bessere Team, muss man auch sagen. Die Buccaneers haben am Ende den Blitz nicht richtig ausgeführt, das war ein Grund der Niederlage."

...ein mögliches Karriereende von Tom Brady: "Natürlich ist es vorstellbar. Er kann sich selbst nichts vorwerfen. Er hat das Team im letzten Spiel wieder herangeführt. Er ist bald 45 Jahre alt und hat so viele Ringe wie kein anderer. Er deckt sich gerade mit dem Argument der Familie bisschen ab, das war ja auch ein Grund für mich damals. Ich würde mir persönlich wünschen, dass er mit einer Meisterschaft aufhört. Das wünscht sich natürlich jeder Spieler. Aber es ist nun mal nicht realistisch. Irgendwann muss man der Familie gestatten, ihre Meinung zu hören. Es wäre nicht fair von uns zu sagen, dass er weiter spielen muss." 

...den Rebuild bei den Buccaneers: "Man kann den Sensenmann nicht ewig betrügen. Irgendwann muss man dafür bezahlen. Ein Championship-Team zusammenzuhalten ist nie leicht, mit so vielen Elitespielern ganz sicher nicht. Auf einen Rebuild in diesem Alter hat man keine Lust mehr, da will man jedes Jahr um einen Titel mitspielen. Gronkowski hat gesagt, dass er schon länger nicht mehr für das Geld spielt. Ich glaube, dass es schon mit Brady zusammenspielt, ob er weiter macht." 

...die Niederlage der Packers: "Es hat gezeigt, wie wichtig die Special Teams sein können. Ein geblocktes Field Goal entscheidet über das Spiel, ein geblockter Punt ist auch nie gut. Wenn man einen guten Punter hast, kann man auch einiges an Yards überbrücken. In so einem Spiel mit zu wenig Leuten, Field Goal zu blocken, das geht natürlich nicht." 

...die Leistung von Aaron Rodgers: "Je wichtiger das Spiel ist, desto mehr lehnt man sich als Quarterback auf seine Superstars. Man kann so viel trainieren wie man mag, aber in solchen Situation fühlt man sich in den Situationen, die man am besten kennst. Und wenn dann Davante Adams dauernd gedoppelt wird, ist die Strategie leicht zu durchschauen. Aber zu wem hätte er denn sonst werfen sollen auf der anderen Seite." 

...über einen möglichen Rodgers-Trade nach San Francisco: "Die 49ers haben Trey Lance nicht ohne Grund gedraftet. Mit Jimmy Garoppolo hätten sie einen Quarterback abzugeben. Aaron Rodgers wäre natürlich ein Riesenupgrade, aber ich kann es mir nicht vorstellen. Aber wer weiß das schon, die NFL ist immer für verrückte Dinge bekannt."

...über die Buffalo Bills: "Mir haben alle Leid getan. Es war eines der besten Spiele, das ich je gesehen habe. Alle Spieler der Bills tun mir richtig Leid. Ich habe gesagt, dass sie vermutlich das beste Team der AFC sind und jetzt sind sie unglücklich ausgeschieden. Das wird mit Sicherheit eines der besten Spiele der nächsten Jahre gewesen sein."

...die Overtime-Regel: "Tails never Fails, also hatte sich Josh Allen eigentlich richtig entschieden. Der Sieger des Coin-Tosses gewinnt in neun von zehn Spielen in den Playoffs. Ob die Regel richtig ist, kann man diskutieren. Aber wenn man den Münzwurf gewinnt, ist es ein großer Vorteil. Es tut richtig weh für die Bills. Die Regeln sind natürlich gleich und jeder hat die gleiche Chance. Wir hatten 2018 genau dasselbe, das reißt man die Arme hoch und der andere geht nach Hause. Als Fan ist es sehr Schade, aber welche neue Regel sollte man denn einführen. In den Playoffs könnte man zumindest über eine Regeländerung nachdenken, das ist klar."

...die Chancen der Bengals: "Man kann nicht erwarten, mit neun zugelassenen Sacks ein Spiel in den Playoffs zu gewinnen. Das war ja auch in der Regular Season bei den Bengals schon so, deswegen wird es sehr schwer gegen die Chiefs. Der Sack an sich tut natürlich weh, aber der Druck über das ganze Spiel ist viel schlimmer. Irgendwann wird dadurch auch das Spiel des Quarterbacks beeinflusst. Wenn sie ihm eine bessere Protection geben können, dann sollte Joe Burrow richtig abliefern. Man kann die Offensive Line natürlich stärken mit dem Tight End, aber dadurch verlangsamt natürlich auch das Spiel insgesamt." 

...über den Game-Plan gegen die Chiefs: "Man trainiert über die Woche in eingespielten Gruppen. Man kann nicht von der eigenen Offense erwarten, jedes Mal über 50 Punkte zu machen. Die eigene Defense muss auch liefern, man muss Mahomes einschränken, um eine Chance zu haben. Da kommt es auch darauf an, wann gepuntet wird oder wann das Risiko eingegangen wird. Das bereiten die Coaches jetzt bereits vor, damit sich dann schnell entschieden werden kann."

... das Mantra der 49ers: "Die Wir-gegen-die-Welt-Mentalität kann echt motivieren. Am Ende muss man vier Spiele gewinnen, dann ist man schon der Sieger von allem. Da haben sich die 49ers richtig gut darin gefunden, ähnlich wie die Philadelphia Eagles einst."

...über Jimmy Garoppolo: "Das Team hat alles dafür gegeben, dass sie das Spiel trotz Jimmy Garoppolo nicht verlieren. Er hatte ein paar sehr riskante Würfe dabei. Er will unbedingt gewinnen, weshalb er lieber die Interception als einen Sack riskiert. Sie sind aber trotzdem weiter, also funktioniert es ja irgendwie." 

...den Heimvorteil: "Wenn man zu Hause ist, dann beflügelt das die Heim-Defense natürlich. Als ich mal im Arrowhead Stadium (Stadion der Chiefs, Anm. d. Red) spielen musste, hab ich meinen Gegenspieler direkt neben mir nicht mehr gehört. Das hilft der Verteidigung allgemein. Eine gute Home Base macht es dem Team deutlich leichter." 

...den zwischenzeitlichen Einbruch der Rams: "Das Unerwartete schockiert einen dann immer. Man ist mental mürbe, wie nach einem langen Arbeitstag. Deswegen sind solche Einbrüche nicht mehr aufzuhalten. Die Los Angeles Rams sind dennoch All In: Wenn man Matthew Stafford ein paar Waffen gibt, dann klappt das schon. Auf einmal läuft es dann und wenn man  die Chance auf eine Trophäe hat, denkt man nicht an so etwas wie den Salary Cap." 

Du willst die wichtigsten NFL-News, Videos und Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die neue ran-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple und Android.