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München - Es gibt so typische Traditionen, die man liebt oder hasst. In den USA bietet Thanksgiving eine ganze Palette davon.

In jedem Jahr gibt es in der NFL drei Spiele an Thanksgiving. Die Detroit Lions empfangen die Buffalo Bills, die Dallas Cowboys empfangen die New York Giants (ab 22:20 Uhr live auf ProSieben und im Stream auf ran.de) und die New England Patriots reisen zu den Minnesota Vikings (ab 02:05 Uhr live auf ProSieben und im Stream auf ran.de).

Jonas Brothers treten in Dallas auf

Wie hoch die NFL und die Franchises die Spiele an Thanksgiving gewichten, merkt man an der Qualität der Halbzeitshow beim Spiel zwischen den Cowboys und Giants.

Die Jonas Brothers geben sich im AT&T Stadium die Ehre. Dass die ganze Familie in den USA an Thanksgiving vor dem Fernseher sitzt und Football schaut, hat eine lange Tradition.

Doch wie kam es zu dieser Tradition? ran klärt auf.

Lions und Cowboys traditionell an Thanksgiving

Logisch ist "America's Team" Jahr für Jahr dabei. Kein Wunder, der Spitzname ist schließlich Programm, oder? Nun, nicht ganz. Denn eigentlich ist genau das Gegenteil der Grund dafür, dass die Cowboys mit Ausnahme von 1975 und 1977 in jedem Jahr an Thanksgiving ein Heimspiel haben.

Wie es zu der Tradition kam? 1966 gab es die Franchise gerade einmal sechs Jahre, und ja, die Popularität hielt sich damals in engen Grenzen. General Manager Tex Schramm hatte damals die Idee, dass es durchaus einen Versuch wert wäre, seine Cowboys mal unter der Woche spielen zu lassen.

NFL hätte Fiasko abgefedert

Und welcher Tag eignet sich dazu besser als das nationale Truthahn-Wettessen, wenn man die ungeteilte Aufmerksamkeit erhält? Heute sind zerstückelte Spielpläne Normalität, damals waren Spiele an anderen Tagen als an einem Sonntag aber durchaus noch ein Risiko.

Dagegen sicherte sich Schramm sogar ab. Da niemand wusste, wie Texaner auf Football an einem Feiertag reagieren, garantierte die NFL den Cowboys gewisse Einnahmen, wenn die Fans wegbleiben würden.

Letztendlich knackte Dallas mit über 80.000 Fans seinen damaligen Zuschauerrekord. Eine bis heute andauernde Heimspiel-Tradition war geboren. Auch wenn sie nicht die Erfindung der Cowboys ist.

Thanksgiving: Detroit Lions sind der Vorreiter

Denn: Bereits 1934 wurde Thanksgiving als Werbemaßnahme für mäßig begeisternde NFL-Teams genutzt. George Richards kaufte die damaligen Portsmouth Spartans, holte den Klub 1934 nach Detroit und machte die Lions daraus.

Dass ihm ein lokaler Radiosender gehörte, half ungemein. Um das Thanksgiving-Spiel 1934 zu bewerben und die neuen Lions auf der nationalen Football-Landkarte zu platzieren, nutzte er seine Verbindungen und bewarb das Spiel gegen die Chicago Bears landesweit via "NBC".

Das Resultat: ausverkauft. Und seitdem jedes Jahr ein Heimspiel an Thanksgiving.

Das dritte Spiel: Die bunte Mischung

Übrigens: Seit 2006 finden am US-Feiertag inzwischen drei Spiele statt. Tradition ist es seitdem, dass es bei diesem dritten Spiel keine gibt. Im letzten Jahr standen sich die Buffalo Bills und New Orleans Saints gegenüber, dieses Jahr sind es die New England Patriots und Minnesota Vikings.

Und wenn wir schon bei Traditionen sind: Siege an Thanksgiving gehören für die Cowboys und die Lions nicht dazu. Dallas gewann von 54 Spielen nur 32, die Lions kamen lediglich auf 37 Erfolge in 82 Partien.

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