Jordan Love (3. v. r.) sah sich immer wieder viel Druck seitens der Chiefs a... - Bildquelle: 2021 Getty ImagesJordan Love (3. v. r.) sah sich immer wieder viel Druck seitens der Chiefs ausgesetzt. © 2021 Getty Images

Kansas City - Noch 6:54 Minuten zeigt die Uhr. Snap. Ein paar Schritte zurück. Der Chiefs-Pass Rush ist in seinem Gesicht.

Nach dem kurzen Blick zur vorderen linken Ecke der Endzone lässt Jordan Love den Ball von der 47 Yard-Linie fliegen.

Sein Pass kommt an die 4-Yard-Linie. Davante Adams streckt sich - vergebens. Der Ball segelt ins Aus. Ein Tick zu weit.

Exakt 5:00 zeigt die Uhr im Geha Field des Arrowhead Stadium. Snap in der Shotgun-Formation. Love nimmt den Ball an der 29-Yard-Linie auf. Der Chiefs-Pass Rush ist wieder in seinem Gesicht.

Kurzer Blick zur linken Seitenlinie vor der Endzone. Love schickt den Ball an die 8-Yard-Linie.

Allen Lazard stoppt ab, duckt sich weg. Daniel Sorensen läuft am Wide Receiver vorbei, verpasst den Tackle. Lazard joggt die wenigen Yards locker in die Endzone. Touchdown Green Bay Packers.

Nur 1:54 trennen die beiden Szenen bei der 7:13-Niederlage der Green Bay Packers bei den Kansas City Chiefs, aber doch beschreiben sie das komplette Spiel - zumindest was die Offense der Packers angeht - sehr gut.

 

Erwartungen übertroffen

Love verdeutlichte bei seinem Debüt als Green Bays Starter, dass die Ansätze da sind, die Umsetzung aber noch nicht perfekt ist.

"Er hat okay ausgesehen, hat nicht viele Fehler gemacht, was du sonst durchaus von einem jungen Quarterback erwarten kannst", analysierte dann auch der neue ran-Experte Mark Nzeocha das Auftreten des Erstrunden-Picks des Draft-Jahrgangs 2020.

"Er hat sein Team im Spiel gehalten und er hat die Erwartungen - zumindest die ich an ihn hatte - übertroffen."

Zumal die Chiefs offensichtlich den perfekten Plan ausgearbeitet hatten, um Love das Leben bei seinem ersten Einsatz von Beginn an so schwer wie möglich zu machen.

"Die Chiefs-Defense war sehr stark. Die hat ihn richtig unter Druck gesetzt", sagte Nzeocha.

"Ich muss auch einiges auf mich nehmen", gestand Green Bays Head Coach Matt LaFleur ein. "Mein Plan war nicht gut genug, gegen so einen Druck vorzugehen. Vor allem mit so einem jungen Quarterback."

 

Chiefs-Defense übt viel Druck auf Love aus

Für Druck sorgten bei den Chiefs insbesondere die Blitz-Packages, die Defensive Coordinator Steve Spagnuolo sich ausgedacht hatte.

"Es hat Spaß gemacht, so aggressiv zu spielen", meinte dann auch L'Jarius Sneed, der für die erste Interception in Loves NFL-Karriere sorgte, als er einen auf Davante Adams gedachten Pass abfing.

"Bei dem Play wusste ich genau, was kommt", beschrieb er dann auch die Interception. "Er hat mit dem Finger auf den Arm gedeutet. Das haben wir bei der Videoanalyse auch bei Rodgers gesehen."

Die starke Laufverteidigung zu Beginn und der Rückstand zwangen Love auch immer mehr ins Passspiel. Am Ende standen 19 angekommene Pässe für 190 Yards bei 34 Versuchen und einem Passer Rating von 69,5 zu Buche. Und eben einer Interception.

 

Jordan Love: "Zu spät in Rhythmus gekommen"

Allerdings sprangen ihm dabei zweimal seine Teamkollegen zur Seite, als Randall Cobb und A.J. Dillon verhinderten, dass ihre Gegenspieler Willie Gay und Charvarius Ward den Ball abfingen.

"Ich bin im Verlauf des Spiels in meinen Rhythmus gekommen. Offensichtlich zu spät. Leider. Ich war nicht gut genug", zeigte sich der 23 Jahre alte Quarterback selbstkritisch.

Die Gegner, die ihn während der Partie jagten, zeigten sich von Love dennoch angetan. "Er hat gute Ansätze gezeigt, hat einige Sacks vermieden", meinte Defensiv End Frank Clark. Einzig Safety Tyrann Mathieu brachte Love einmal zu Boden.

Und dann lobte Clark Love noch: "Er kann ein guter Quarterback in dieser Liga werden."

Die Ansätze dafür hat er zumindest gezeigt.

Aus Kansas City berichtet Rainer Nachtwey

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