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München/Foxborough - Nach der schweren Kopfverletzung von Tua Tagovailoa im Thursday Night Football Game zwischen den Miami Dolphins und den Cincinnati Bengals ist eine ne Diskussion um das sogenannte Concussion Protocol entbrannt.

Jenes Concussion Protocol soll eigentlich verhindern, dass Spieler mit Gehirnerschütterungen oder anderen Kopfverletzungen verfrüht wieder spielen. Im Fall von Tua ist er im Spiel gegen die Baltimore Ravens nachweislich zu früh zurück aufs Feld gegangen und nach einem weiteren Hit gegen die Bengals musste er ins Krankenhaus.

Nun meldet sich auch Bill Belichick, Head Coach des Divisionsrivalen New England Patriots, zu Wort. Er würde einen Spieler nicht wieder blindlings zurück ins Spiel schicken, nur weil ihn die Ärzte freigegeben haben.

Belichick: "Wenn irgendwas beim Spieler nicht richtig aussieht, spielt er nicht mehr"

Im wöchentlichen Interview mit dem Radiosender "WEEI" sprach Belichick über das Concussion Protocol.

Auf die Frage, ob er schonmal einen Spieler ausgewechselt habe, obwohl die Ärzte ihr Okay gegeben haben, antwortete er: "Ja, auf jeden Fall. Nicht kürzlich, aber ich habe das schon gemacht."

Dolphins Head Coach Mike McDaniel war in die Kritik geraten, weil er Tua gegen die Bengals spielen ließ, obwohl er augenscheinlich kognitiv nicht bei 100 Prozent war. "Wenn ich sehe, dass irgendwas bei einem Spieler nicht richtig aussieht, dann spielt er nicht mehr. Dann ist mir auch egal, was die Ärzte sagen", so Belichick.

"Wir dürfen uns nicht nur auf eine Meinung verlassen", so der 70-Jährige weiter.

"Er muss auch wieder vom Standpunkt eines Coaches bereit sein zu spielen, nicht nur vom Standpunkt eines Mediziners."

Belichick selbst stand bereits früher wegen ähnlicher Vorfälle in der Kritik. 2002, als er selbst noch ein recht junger Coach war, ließ er seinen Linebacker Ted Johnson trotz Gehirnerschütterung weiter trainieren. Möglicherweise hat der langjährige Hauptübungsleiter daraus gelernt.

Das Concussion Protocol in seiner heutigen Form gibt es erst seit 2013.

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