Von Julian Huter

München - Die NFL muss endlich handeln! Die Kopfverletzung von Tua Tagovailoa und das Nachbeben werfen mal wieder ein schlechtes Licht auf die Liga. Gehirnerschütterungen lassen sich in diesem physischen Sport leider nicht komplett vermeiden.

Doch durch ihren fahrlässigen Umgang mit Kopfverletzungen gefährdete die NFL nicht nur die Gesundheit des 24-Jährigen, sondern die Gesundheit all ihrer Profis. Die Herangehensweise der Liga muss sich von Grund auf ändern.

Selbst wenn Tagovailoa in den nächsten Wochen sein Comeback gibt, drohen ihm Spätfolgen für sein Leben nach der Karriere. Ein Experte für Gehirnerschütterungen befürchtet langfristige Hirnschäden und rät dem Quarterback zum Karriereende. Zahlreiche Ex-NFL-Profis leiden an CTE und kämpfen mit den Spätfolgen ihrer Karriere.

Joe Burrow schockiert mit Geständnis

Joe Burrow schockierte die Öffentlichkeit mit dem Geständnis, dass er sich an ganze Spiele nicht mehr erinnern kann. In seiner Verletzungshistorie taucht allerdings offiziell keine Gerhinerschütterug auf. Wenn selbst der sonst wortkarge und erfolgsbesessene Bill Belichick sich zur Causa Tua äußert und zugibt, dass er Spieler rausgenommen hat, die von seinen eigenen Ärzten die Freigabe erhielten, offenbart das ein grundlegendes Problem.

Die NFL nimmt Kopfverletzungen trotz ihrer Protokolle und öffentlicher Lippenbekenntnisse immer noch nicht ernst genug. Oder zumindest stellt sie ihr Produkt über die Gesundheit eben jener Athleten, die der Liga Milliarden einspielen. Die NFL muss Verantwortung selbst übernehmen und darf diese nicht auf Einzelpersonen abwälzen.

Gehirnerschütterungen in der NFL: Warum entscheiden Teamärzte?

Natürlich trifft im aktuellen Beispiel auch die Ärzte und Trainer der Miami Dolphins eine Teilschuld. Doch Rookie-Head-Coach Mike McDaniel dürfte gar nicht vor die Wahl gestellt werden, entweder die Gesundheit seines Quarterbacks aufs Spiel zu setzen oder seinen Job.

Warum dürfen die eigenen Teamärzte über den Status eines Spielers mit Kopfverletzung mitentscheiden? Sie sind weisungsgebunden oder müssen um ihren Job fürchten, wenn sie dem Erfolg des Teams schaden.

Thema Gehirnerschütterungen: Was die NFL ändern muss

Die NFL hat diese Fehlerkette durch ihren laxen Umgang mit dem Thema ermöglicht, sie muss sich grundlegend ändern. 

Die Entscheidung, ob ein Spieler zurückkehren darf, sollte einzig bei unabhängigen medizinischen Experten und ggfs. Vertretern der Spielergewerkschaft NFLPA liegen. Es braucht klare Vorgaben, dass Spieler auch bei minimalsten Anzeichen einer Gehirnerschütterung nicht zurück auf den Platz dürfen. 

Egal, ob Trainer oder der Spieler selbst dies für unbedenklich halten.

 

Offensichtlich kann nur so gewährleistet werden, dass die Gesundheit des Spielers an erster Stelle steht und nicht das Geld, das dieser auf dem Spielfeld einbringt.

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