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München - Am Sonntagmorgen deutscher Zeit trifft Tyson Fury zum dritten Mal auf Deontay Wilder. Ein Sieg wäre der ultimative Abschluss eines der größten Sport-Comebacks der vergangenen Jahre.

Der Absturz

Rückblick: Im November 2015 besiegt der Engländer den damals elf Jahre ungeschlagenen Wladimir Klitschko einstimmig nach Punkten. Fury war endgültig auf dem Box-Olymp angekommen. Erst drei Jahre später kehrte er zurück. Das er überhaupt wieder in den Boxring stieg, grenzte an ein Wunder.

Nach seinem Sieg gegen Klitschko fiel Fury in ein Loch, hatte zwischenzeitlich Drogenprobleme. Von der amerikanischen Anti-Doping-Agentur wurde er positiv auf Kokain getestet. 2016 wurde bei ihm manische Depression diagnostiziert. In seiner Biografie von 2019 "Behind the mask" gab der 33-Jährige zu, Selbstmordgedanken gehabt zu haben: "In ein paar Sekunden würde mein Verstand klar sein, ohne all die Stimmen in meinem Kopf. Dann hörte ich eine Stimme in meinem Kopf: 'Halt! Denk an deine Kinder!"

Ebenfalls 2016 erklärte er seinen Rücktritt vom Boxen, ein Rückkampf gegen Klitschko war geplant, kam aber nie zustande. 2017 bekräftigte er nochmals, dass er sich vom Boxsport abgewandt habe.

Das Comeback

Diese Aussagen relativierte er aber schon im Oktober 2017 wieder und kündigte sein Comeback für 2018 an. Im Juni und August konnte Siege gegen Sefer Seferi und den Deutschen Francesco Pianeta feiern. Das Comeback war geglückt und sollte schon kurz darauf gekrönt werden.

Die Promoter seines Landsmannes Anthony Joshua konnten sich nicht mit Deontay Wilder auf einen Kampf einigen. Kurzerhand sprang Fury ein und kämpfte um den Schwergewichtstitel der WBC - ein knappes halbes Jahr nach seinem Comeback.

Im Kampf ging Fury zweimal zu Boden, stand jedoch immer wieder auf und zeigte eine so gute Leistung, dass die Punktrichter den Kampf unentschieden werteten. Nach zwei weiteren Siegen gegen Tom Schwarz und Otto Wallin, stand im Februar 2020 der zweite Kampf gegen Wilder statt.

Die Krönung

In Runde sieben war das Comeback nicht nur perfekt, sondern wurde gekrönt. Mit einer dominanten Leistung, die keine Fragen offen ließ, fügte der "Gypsy King" Wilder seine erste Niederlage zu und krönte sich zum WBC-Weltmeister. Es war der letzte Schwergewichtstitel der Fury noch fehlte. Alle anderen gewann er beim Sieg gegen Klitschko.

Ein geplanter Mega-Fight gegen Anthony Joshua kam in der Folge nicht zustande. Zum einen verlor Joshua zwischenzeitlich völlig überraschend gegen den Mexikaner Andy Ruiz, zum Anderen machte die Corona-Pandemie den Plänen einen Strich durch die Rechnung. 

Nun also der dritte Fight gegen Deontay Wilder. Ein Sieg würde Tyson Fury zu einem der besten Schwergewichte der Geschichte machen. Innerhalb von sechs Jahren hätte er alles erlebt. Ganz nach dem Motto: "From hero to zero" und wieder zurück!

Philipp Schmalz

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