Maximilian Eggestein hat sich viel vorgenommen. - Bildquelle: imago images/Jan HuebnerMaximilian Eggestein hat sich viel vorgenommen. © imago images/Jan Huebner

München - Der kalte Entzug ist vorbei - zumindest ein bisschen. Die Bundesliga kehrt, wenn auch nur virtuell, aus der zehrenden Corona-Pause zurück.

Quasi als Retter in der Langeweile stellte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Mittwoch den neuen eSport-Wettbewerb "Bundesliga Home Challenge" (am Samstag und Sonntag live auf ran.de und esports.com) vor.

Anstatt Klopapier zu jonglieren oder sich daheim bei Trimm-dich-Übungen zu filmen, duellieren sich Deutschlands Fußball-Stars ab dem kommenden Wochenende auf der Konsole in der Simulation FIFA 20.

"Eine sehr coole Sache"

"Ich finde, dass es eine sehr coole Sache ist, die die Welt des klassischen mit der des virtuellen Sports verknüpft", sagte eSport-Profi Tim "Tim Latka" Schwartmann von Schalke 04.

26 der 36 Profiklubs sind im Turnier vertreten, pro Team ist mindestens ein Lizenzspieler und "eine Person aus dem entsprechenden Klub oder dessen Umfeld" am Start. Zum Beispiel eSportler wie Schwartmann, an dessen Seite Mittelfeldspieler Nassim Boujellab zocken wird.

 

"Das Besondere an dem Wettbewerb ist, dass wir als Team unseren Verein vertreten", sagte Schwartmann, dessen erstes Spiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FC St. Pauli ansteht: "Ich denke, wir haben extrem gute Chancen. Nassim ist ein herausragender FIFA-Spieler."

Es ist das erste Mal, dass Fußballer in einem deutschen eSport-Wettkampf regelmäßig zum Zug kommen. Nationalspieler Maximilian Eggestein, der für Werder Bremen dabei ist, hat sich viel vorgenommen.

"Ich bin auf jeden Fall einer der besseren FIFA-Spieler bei uns im Team. Meine Stärke ist der Ballbesitzfußball, nach vorne finde ich eigentlich immer gute Wege, um Torchancen zu kreieren", sagte der Defensivmann, der gemeinsam mit eNationalspieler Michael "Megabit" Bittner antritt.

Jener ist mit den Bremern schon länger im eSport vertreten. Die "Bundesliga Home Challenge" gibt aber auch Vereinen, die bislang noch nicht virtuell engagiert waren, die Chance ihre ersten Erfahrungen zu machen.

Neuer Schub für den eSport?

Klubs wie Borussia Dortmund, TSG Hoffenheim, Union Berlin oder der SC Freiburg hatten bis dato noch nicht in der Virtual Bundesliga (VBL) teilgenommen, die wie das analoge Pendant derzeit auf Eis liegt.

Neben Unterhaltung in der Coronakrise könnte die neue Challenge also auch für einen Schub für den eSport sorgen. "Ich kann mir gut vorstellen, dass es dem eSport helfen wird. Die DFL und Vereine wie Schalke haben eine große Strahlkraft in den Medien", sagte Schwartmann.

 

Das Turnier, das auf dem Youtube-Kanal der Virtual Bundesliga übertragen wird, folgt dem Beispiel einiger internationaler Vorbilder. Am vergangenen Wochenende hatte Reals Madrids Profi Marco Asensio ein FIFA-Turnier unter 18 der 20 spanischen Erstligisten gewonnen.

In England hatte derweil der Championship-Klub Leyton Orient für Schlagzeilen gesorgt, der einen Wettbewerb mit fast 130 teilnehmenden Teams aus ganz Europa organisierte. Nun folgten auch die deutschen Kicker.

Der Spielplan in der Übersicht:

Samstag, 28. März

15:30 Uhr: Greuther Fürth - TSG Hoffenheim

16:20 Uhr: Hertha BSC - SC Paderborn

17:10 Uhr: 1. FSV Mainz 05 - Borussia Dortmund

18:00 Uhr: 1. FC Köln - VfB Stuttgart

19:40 Uhr: Dynamo Dresden - Eintracht Frankfurt

20:30 Uhr: FC Augsburg - Hannover 96

Sonntag, 29. März

15:30 Uhr: SV Werder Bremen - 1. FC Nürnberg

16:20 Uhr: RB Leipzig - Hamburger SV

17:10 Uhr: 1. FC Union Berlin - SSV Jahn Regensburg

18:00 Uhr: Arminia Bielefeld - Holstein Kiel

18:50 Uhr: SC Freiburg - SV Wehen Wiesbaden

19:40 Uhr: SV Darmstadt 98 - Bayer 04 Leverkusen

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