Dennis Malcherczy gilt als das vielleicht größte deutsche Talent im Videospi... - Bildquelle: imago images / Hannover 96Dennis Malcherczy gilt als das vielleicht größte deutsche Talent im Videospiel "FIFA" © imago images / Hannover 96

München - Eigentlich dürfte Dennis Malcherczyk überhaupt nicht am Spielbetrieb teilnehmen, wenn die neue Saison der Virtuellen Bundesliga heute beginnt (jeden Donnerstag um 22:15 Uhr live auf Pro Sieben MAXX und ran.de). Der Spieler von Hannover 96 ist nämlich erst 15 Jahre alt. Das Mindestalter beträgt aber 16 Jahre.

Die Hannoveraner mussten bei der DFL eine Ausnahmeregelung beantragen, damit Malcherczyk in die Saison starten kann. Warum sie nicht einfach einen anderen Spieler verpflichtet haben? Ganz einfach: Weil das Talent von Malcherczyk einzigartig ist.

Die "Sport Bild" verglich ihn bereits mit dem 14-jährigen BVB-Ausnahmetalent Youssoufa Moukoko, der als kommender Superstar des Fußballs gilt und bereits einen millionenschweren Werbevertrag mit Nike in der Tasche hat.

Der Unterschied ist nur: Während Moukoko die Höchstleistungen auf dem echten Rasen vollbringt, wächst Malcherczyk an der Playstation über sich hinaus. Dafür bekommt er zwar keinen Millionen-Vertrag eines Sportartikelherstellers, verdient aber immerhin sein eigenes Geld. Dies können in seinem Alter nicht viele behaupten.

Sämtliche Profivereine wollten Malcherczyk verpflichten. Er entschied sich letztendlich für Hannover 96, weil er unbedingt unter Trainer Dennis Jackson spielen wollte. Dieser ist bekannt dafür, junge Talente weiterzuentwickeln. Seine Eltern mussten den Einjahresvertrag für ihn unterschreiben, weil er erst am 12. November seinen 16. Geburtstag feiert.    

Organisatorisch birgt die Verpflichtung gewisse Herausforderungen mit sich. Das FIFA-Talent ist noch schulpflichtig. Bis er im Sommer 2020 die Mittlere Reife gemacht hat, sind Mathe und Englisch streng genommen etwas wichtiger als Tore am Joypad.    

Bundesliga an der heimischen Konsole

Malcherczyk lebt in Dortmund (eine weitere Parallele zu Moukoko). Um die zeitliche Belastung für den Schüler gering zu halten, reist er für die Einzelspiele nicht extra nach Hannover, sondern bestreitet die Partien zu Hause an der eigenen Playstation. Lediglich für Sponsoren-Termine und ausgewählte Live-Spiele wird sich das Konsolen-Talent auf Reisen begeben.

Das bedeutet allerdings auch, dass seine Mannschaftskameraden das Xbox-Duell und das Doppel ohne ihn absolvieren müssen.

Tag für Tag trainiert Malcherczyk drei Stunden an der Playstation. Bislang hat er die Doppelbelastung zwischen Hausaufgaben und Konsole gut gemeistert. "Meine Noten sind kein Problem", verriet er in der "Sport Bild". "Aktuell habe ich einen guten Schnitt. FIFA ist bei mir kein Hindernis für die Schule. Solange die Leistungen stimmen, haben meine Eltern auch kein Problem mit meiner FIFA-Karriere." 

Lieblingsspieler: Cristiano Ronaldo und Marvin Ducksch

"H96_Denninho", so lautet sein Gamertag, legt den Fokus auf den Angriff. "Meine bevorzugte Formation ist das 4-2-3-1-System. Ich bin eher der offensive Spielertyp", verriet er auf der Vereinswebseite. Gelingt ihm das erhoffte Tor, lässt er gerne den "Psst-Torjubel" folgen. "Damit kann man gut die Gegner provozieren", sagt er lachend.

Spielt er in seiner Freizeit mit dem Ultimate Team, steuert er am liebsten Cristiano Ronaldo. "Er ist sehr schnell, hat einen guten Schuss und ist außerdem sehr kopfballstark", erzählt Malcherczyk.

In der Virtuellen Bundesliga muss er allerdings auf den portugiesischen Superstar verzichten. Alle Bundesligisten treten mit ihrem virtuellen Ableger an. Dass Hannover 96 in der Realität lediglich ein Zweitligist ist, spielt keine Rolle. Die Spieler aller Vereine haben die Spielerstärke 85, damit Chancengleichheit besteht.

Daher könnte er auch mit seinem Hannoveraner Lieblingsspieler Tore am Fließband erzielen. Dies ist nämlich Marvin Ducksch. "Wir haben dieselbe Heimatstadt: Dortmund", verrät der FIFA-Spieler.

Nun bleibt abzuwarten, ob die virtuelle Ausgabe von Hannover 96 besser in die Saison startet als es der echten Truppe bislang in der 2. Bundesliga gelang.

Paul Wetenkamp, der Projekt-Verantwortliche für eSports bei Hannover 96, ist zuversichtlich: "Wir hatten eine starke erste Saison, die für uns sehr erfolgreich, aber auch lehrreich gewesen ist. Darauf wollen wir aufbauen. Zwei Stützen aus der Vorsaison haben wir gehalten, einen erfahrenen Spieler und ein großes Nachwuchstalent konnten wir für uns gewinnen. Unser Ziel ist es, die einzelnen Spieler und uns als Team konsequent weiterzuentwickeln."

Die Hannoveraner strotzen vor Selbstvertrauen. "Wir wollen wieder oben angreifen", lautet die Kampfansage von Wetenkamp an die Konkurrenz. Ausnahmetalente Malcherczyk dürfte dabei helfen.

von Oliver Jensen

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