Breel Embolo. - Bildquelle: imago images/RHR-FotoBreel Embolo. © imago images/RHR-Foto

Mönchengladbach – Der Fußball ist der beste Autor. Gewieft. Einfallsreich. Romantiker, Thriller-Fan, Drama-Queen. 

Und, pardon, oft auch ein Arschloch.

Nur zwei Szenarien möglich

Deshalb ist klar, dass es für das Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Schalke 04 am Samstag (ab 18.30 Uhr, im LIVETICKER auf ran.de) im Grunde nur zwei Szenarien geben wird.  

Entweder Schalke beendet die unendliche Negativserie von 24 Spielen in Folge ohne Sieg. Die Mega-Marke von Tasmania Berlin (31 Spiele ohne Sieg), seit 55 Jahren unangetastet, ist nicht mehr weit weg, doch schließlich würde sich mit einem Sieg gegen Gladbach ein Kreis schließen: Am 17. Januar 2020 gelang Schalke der letzte Sieg in der Liga – gegen Gladbach.

Ein lustiges Drehbuch wäre das, das für Samstag einen Schalker Sieg vorsieht.

Noch besser ist jedoch die zynische Nummer. Gladbach bringt Schalke die nächste Pleite bei. Überragender Matchwinner: Breel Embolo.

Es wäre ein sadistisches Bohren in der königsblauen Wunde, hysterisch-irres Lachen inklusive, denn Embolo ist Ex-Schalker. Der Schweizer war im Sommer 2019 zur Borussia gewechselt, auch aufgrund seiner Verletzungshistorie für zehn Millionen Euro. Gekostet hatte er Schalke drei Jahre zuvor satte 23 Millionen.

Im Nachhinein für die Borussia ein Schnäppchen. Und eine weitere der unfassbar vielen Schalker Fehlentscheidungen, eines der zahlreichen vermeidbaren Verlustgeschäfte.

Breel Embolo einer der Schlüsselspieler bei Gladbach

In Gladbach blieb er bislang von größeren Verletzungen verschont, profitierte vor allem von Trainer Marco Rose und dessen System, in dem sich Embolo mit seiner Wucht und Dynamik als einer der Schlüsselspieler etabliert hat. In 43 Pflichtspielen erzielte er neun Tore und bereitete zehn weitere vor. Eine ordentliche Bilanz. 

Man kann den Schalker Schmerz, der Fans und Umfeld seit Monaten betäubt, nun einfach stumpf fortsetzen. Oder eben besonders perfide.

Denn pünktlich zum Wiedersehen mit seinen von einer Peinlichkeit in die andere stolpernden Ex-Kollegen ist bei Embolo der Knoten geplatzt. 

In der Champions League beim 4:0 gegen Donezk gelang dem Stürmer sein erstes Pflichtspieltor in dieser Saison – und das per spektakulärem Fallrückzieher.

Typisch Breel Embolo

Typisch Embolo. Denn ja, ein waschechter Knipser ist er auch in Gladbach nicht. Vor seinem Treffer Marke "Tor des Monats" hat er einige vermeintlich leichte, sogenannte hundertprozentige Cancen, versemmelt, die in der Bundesliga Punkte kosteten.

Deshalb war bei ihm die Erleichterung "sehr groß", sagte Embolo. "Als Offensivspieler will man immer treffen. Es ist immer schöner, wenn dann auch ein Sieg herausspringt. Wie der Ball bei meinem Tor reinfällt, ist wieder typisch Breel, sagen sie jetzt in der Kabine: Der Schwierigste geht rein und die Einfachen wieder nicht." 

Was zwischen den Zeilen deutlich zeigt, dass die Last des Nicht-Treffens doch ganz ordentlich auf ihm lastete.

Nicht nur mit Toren wertvoll

Dabei wird der Wert des Angreifers innerhalb der Mannschaft nicht nur in Toren gemessen. "Er ist unser Ballfestmacher, wenn wir hoch gepresst werden", sagte Kapitän Lars Stindl. "Wenn wir nicht diese spielerische Lösung haben, ist er der erste Mann, zu dem wir den Ball schicken." Doch natürlich geht es für Embolo auch um das eigene Selbstvertrauen, und nach außen werden Stürmer nun mal in erster Linie nach ihrer messbaren Ausbeute bewertet.

Deshalb hoffen in Gladbach alle, dass jetzt auch die Einfachen reingehen.

"Wir hoffen und glauben, dass der Knoten bei ihm geplatzt ist. Legt Breel zwei Tore auf, freuen wir uns aber genauso", sagte Manager Max Eberl. "Breel hat auch ohne eigene Tore unglaublich viel für uns gearbeitet, er löst sich immer wieder aus schwierigen Situation. Das Tor wird ihm Power für die nächsten Wochen geben", meinte Borussia-Keeper Yann Sommer.

Vielleicht ja schon für Schalke? Die bisherigen beiden Duelle mit seinem Ex-Klub konnte er nicht gewinnen, Borussia blieb torlos.

Das schreit ja förmlich nach einem Plot-Twist.

Andreas Reiners

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Tabelle

#MannschaftMannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenBayern MünchenBayernFCB16113248:252336
2RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL1695228:141432
3Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusenB041685330:161429
4Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB1692532:201229
51. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU1677232:201228
6VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB1668224:19526
7Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE1668228:24426
8Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbachBMG1667330:26425
9SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF1665529:26323
10VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgartVFB1657432:24822
11FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA1654717:25-819
12Werder BremenWerder BremenWerderSVW1646619:24-518
13Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC1645723:25-217
141899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG1644822:30-816
15Arminia BielefeldArminia BielefeldBielefeldDSC16421010:24-1414
161. FC Köln1. FC KölnKölnKOE1626813:27-1412
171. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M0516141115:34-197
18FC Schalke 04FC Schalke 04SchalkeS0416141113:42-297
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