Ousmane Dembele (Foto) sollte für die Bayern keine Alternative für Leroy San... - Bildquelle: 2019 Getty ImagesOusmane Dembele (Foto) sollte für die Bayern keine Alternative für Leroy Sane sein. © 2019 Getty Images

München - Wäre Pep Guardiola noch beim FC Bayern München Trainer, dann hieße es in diesem Sommer vielleicht: Leroy Sane oder nix. Aber der Spanier ist nun einmal nicht mehr der FCB-Coach. Und dennoch brauchen die Münchner ganz, ganz dringend Verstärkung auf dem Flügel.

Also muss wohl ein Plan B her, wenn die Gerüchte stimmen und Sane nicht von einem Wechsel zum Rekordmeister zu überzeugen ist. Weil er halt lieber bei Guardiola und Manchester City bleiben will.

Plan B ist immer mit einem leicht negativen Touch versehen. Die zweite Wahl eben. Aber die vermeintliche Bayern-Alternative Ousmane Dembele bringt gleich einen so riesigen negativen Stempel mit, dass man über diesen von der "Sportbild" spekulierten Alternativ-Plan gar nicht erst nachdenken sollte.

Glanzmomente? Bei Dembele denkt man eher an Eskapaden

Es ist nicht so, dass der Franzose von seinen Leistungen her nicht ins Team der Münchner passen würde. Mit seinen gerade einmal 22 Jahren und der internationalen Erfahrung würde Dembele perfekt zum viel zitierten "Bayern-Umbruch" beitragen. Seine Lieblingsposition ist der rechte Flügel, er kann aber auch auf links spielen. Genau das, wonach die Bayern nach den Abgängen von Franck Ribery und Arjen Robben suchen. Auch sein aktueller Marktwert spricht für seine Klasse: 100 Millionen Euro (transfermarkt.de). 

Aber wenn man an Dembele und sein einjähriges Gastspiel bei Borussia Dortmund zurück denkt, dann doch weniger an seine Glanzmomente sondern viel mehr an seine Eskapaden. Sein Streik im Sommer 2017 war wohl der Höhepunkt. Dembele schwänzte das Training, verkroch sich und war nicht für einen persönlichen Kontakt zum BVB bereit. Man kommunizierte stattdessen über den Berater.

Und so blieb dem Bundesliga-Klub damals wohl gar keine andere Chance, als das "Problemkind" ganz nach seinem Wunsch an den FC Barcelona zu verkaufen. Als Entschädigung sprangen immerhin 125 Millionen Euro Ablöse bei raus. Das Beste an der ganzen Geschichte. 

Nach Wechsel zu Barcelona: Dembele weiter weit entfernt vom Vorzeigeprofi

Auch Dembeles damaliger Vermieter in Dortmund war den Franzosen los - fand sein Haus aber völlig vermüllt vor. Der neue Barca-Star war offenbar nach Spanien verschwunden, hatte sein Hab und Gut aber einfach in Deutschland zurück gelassen. Brauchte er wohl nicht mehr. Es begann ein Rechtsstreit vor Gericht, der Vermieter forderte 21.000 Euro Schadensersatz. Millionen-Verdiener Dembele weigerte sich, zu zahlen. Selbst auf den Vergleich von 4.000 Euro ließ er sich nicht ein. Der Streit geht weiter. 

Selbst beim großen FC Barcelona hat sich Dembele schon das ein oder andere Mal unbeliebt gemacht. Ende 2018 schwänzte er das Training, meldete sich später mit Bauchschmerzen krank. Laut "AS" soll jedoch aufgeflogen sein, dass er am Abend zuvor einfach mit Freunden zulange gezockt hatte und den Trainingsbeginn verschlief.

Der Youngster kam außerdem bei weiteren Team-Terminen zu spät und wollte sich nicht an den Ernährungsplan der Katalanen halten - schrieb sich selbst Fast Food auf den Speiseplan. Fazit: Auch Barcelona konnte Dembele bisher nicht zu einem Vorzeigeprofi erziehen.

Auch die Bayern könnten ihn nicht erziehen

Nun stellt sich also die Frage: Würde es Niko Kovac und Hasan Salihamidzic gelingen? Denjenigen, denen es schon in der Saison 2018/2019 nicht gelang, Ruhe beim FC Bayern rein zu bringen? Ganze ohne einen solchen "Problemfall" im Kader.

Meine Vermutung, ganz klar: nein.

Mit der Verpflichtung von Dembele würde sich der Klub vielleicht leistungstechnisch einen Gefallen tun. Für die Stimmung auf dem Platz und in der Kabine aber nicht. Es wäre keine Überraschung, würde man den 22-Jährigen im Falle eines Wechsels nicht immer pünktlich an der Säbener Straße antreffen. Vielleicht würde er auch einfach ganz streiken, wenn er regelmäßig unter Kovac auf der Bank Platz nehmen müsste. James und Jerome Boateng kennen diese Situation zu gut. Nur dass Dembele womöglich mit all seinem Temperament anders darauf reagieren würde als die beiden.

Dembeles Unberechenbarkeit spricht klar gegen ihn

Der Youngster ist in zweierlei Hinsicht unberechenbar: auf dem Platz mit seinen leuchtenden Momenten, aber ebenso fernab des Stadions. Genau darin liegt für die Bayern die Gefahr.

Und wenn es da beim Rekordmeister intern nicht stimmt, wissen wir ja, dass das auch große Konsequenzen für die Spiele der Münchner haben kann. Deshalb sollte der Klub die Finger vom Transfer lassen. Ganz egal, wie sehr Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge angeblich ein Fan des Weltmeisters ist.

Womöglich wäre Dembele für den Transfersommer 2027 eine Option. Dann wird er 30 Jahre alt. Es besteht immerhin eine realistische Chance, dass er bis dahin endlich die Professionalität für sich entdeckt hat. Und sein außer Frage stehendes großes Talent nicht verloren gegangen ist.

Alessa-Luisa Naujoks

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