Borussia Dortmund stehen mit den Partien gegen Inter Mailand und Bayern Münc... - Bildquelle: imago images/Uwe KraftBorussia Dortmund stehen mit den Partien gegen Inter Mailand und Bayern München zwei richtungsweisende Spiele bevor © imago images/Uwe Kraft

München / Dortmund - Die vergangene Woche hätte für Borussia Dortmund kaum besser verlaufen können. Erst zog der BVB gegen Mönchengladbach in die nächste Pokalrunde ein, drei Tage schob sich Dortmund durch einen 3:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg auf den 2. Tabellenplatz vor. Kurzum: Das Selbstvertrauen dürfte zurück sein.

"Es ist immer gut, wenn wir gewinnen", sagt Trainer Lucien Favre. Ist die Krise somit vorüber?

Nicht ganz: Der entscheidende Doppelpack findet nämlich diese Woche statt. Erst empfängt der BVB am heutigen Abend in der Champions League Inter Mailand (ab 21 Uhr im Liveticker auf ran.de), dann folgt am Samstagabend das Auswärtsspiel in der Bundesliga in München. 

 

Hop oder top: Innerhalb von knapp 96 Stunden könnte sich das Schicksal des BVB entscheiden – und somit auch das von Trainer Lucien Favre.

Julian Brandt: Richtungsweisendes Spiel gegen Inter Mailand

Im Falle einer Niederlage gegen Inter würde das Champions-League-Achtelfinale in unerreichbare Ferne rücken. "Das Spiel kann richtungsweisend sein", weiß auch Julian Brandt. "Wir müssen aber auch gucken, dass wir nicht blind ins Spiel gehen, sondern clever spielen."

Bei dem letzten Aufeinandertreffen vor zwei Wochen lieferte der BVB eine enttäuschende Leistung ab und verlor völlig verdient mit 0:2. Die Italiener haben in Romelu Lakaku und Lautaro Martinez nicht nur ein erstklassiges Stürmer-Duo, sondern auch eine schwer durchdringbare Verteidigung.

"Inter ist schwer zu spielen. Wir müssen überlegt nach vorne spielen, mit der nötigen Balance", sagt Favre. Brandt ergänzt: "Das Wichtigste ist, dass man versucht, sich in so wenig Zweikämpfe wie möglich zu verwickeln."

Was er damit meint: Der Ball soll mit wenigen Kontakten nach vorne gebracht werden. Denn: "Wir haben einen Geschwindigkeitsvorsprung. Wir haben wendige, antrittsschnelle Spieler." 

Jadon Sancho, Axel Witsel und Thomas Delaney werden, nachdem sie gegen Wolfsburg auf der Bank Platz nahmen, in der Startelf zurückerwartet. Auch Roman Bürki dürfte wieder das Tor hüten.

Einsatz von Marco Reus ungewiss

Ob Marco Reus spielen kann, entscheidet sich kurzfristig. Der Offensivspieler musste gegen Wolfsburg verletzungsbedingt aus dem Spiel genommen werden. Sonntag erfolgte die MRT-Untersuchung. "Nichts Schlimmeres", hatte Sportdirektor Michael Zorc berichtet, ein Einsatz von Beginn an wäre aber wohl ein zu großes Risiko, auch im Hinblick auf den Kracher bei den Bayern.

Gleichwohl hat die vergangene Woche bewiesen, dass Dortmund auch ohne Reus gewinnen kann. Im siegreichen Pokalspiel gegen Gladbach hatte der deutsche Nationalspieler gefehlt. Und wie war es gegen Wolfsburg? Da hatte der BVB erst nach der Auswechslung von Reus so richtig aufgedreht.

Andererseits bleibt Reus ein Mann für die entscheidenden Momente. Mit 7 Torbeteiligungen (6 Treffer/1 Vorlage) ist er hinter Jadon Sancho (4/7) und Paco Alcácer (7/1) der dritteffektivste BVB-Spieler.

Ebenfalls Fakt: In 44 Liga- und Champions-League-Partien unter Favre holte der BVB ohne Reus durchschnittlich 1,8 Punkte, mit Reus 2,14 Punkte.

Favre bedauert Entlassung von Niko Kovac

Dass die Mannschaft aber auch ohne ihren Kapitän funktionieren kann, war vor allem für den Trainer wichtig. Favre stand vor dem Pokalspiel gegen Gladbach arg in der Bedrängnis, der Geist von Watzke-Freund Jose Mourinho schwebte schon über Dortmund. Letztlich nahm Julian Brandt den Coach mit seinem späten Doppelpack erstmal aus der Schusslinie. Doch der BVB muss weiter liefern, erst recht in dieser Woche. Sonst könnte Favre das gleiche Schicksal drohen wie Niko Kovac.

Dessen Entlassung bedauert Favre: "Ich finde es sehr schade als Kollege. Er hat selbst seinen Rücktritt angeboten und er hat seine Gründe. Mehr kann ich dazu nicht sagen."

Er wird nicht den Fehler machen, die kriselnden Bayern nach dem 1:5 in Frankfurt zu unterschätzen – nicht noch einmal. Niemand in Dortmund hat vergessen, wie der BVB dort als Tabellenführer im April beim 0:5 regelrecht überrollt wurde.

Auch damals kriselte es intensiv beim Rekordmeister. Gegen Dortmund schossen sich die Bayern dann den Frust von der Seele. Ein weiteres Mal sollte das aus Sicht des BVB nicht passieren.

Oliver Jensen

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