Bald auf der Transferliste? Kingsley Coman - Bildquelle: ImagoBald auf der Transferliste? Kingsley Coman © Imago

München/Lissabon - Mit zwei Treffern und einem Assist war Leroy Sane eigentlich der Mann des Abends beim Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen Benfica Lissabon (4:0).

Doch die UEFA-Auszeichnung des "Man of the Match" ging an Kingsley Coman. Nach seinem Eingriff am Herzen kam der französische Flügelflitzer stark zurück und wirbelte auf seiner Seite die Abwehr der gastgebenden Lissaboner ein ums andere Mal durcheinander.

Eigentlich könnte der FC Bayern und Coman mit der aktuellen Situation zufrieden sein - wären da nicht die Vertragsverhandlungen. Denn die verstimmen irgendwie beide Seiten.

Laut Medienberichten: Coman fordert üppiges Gehalt

Coman sieht sich selbst als Top-Spieler, nicht zuletzt nach seinem geschichtsträchtigen Siegtor im Champions-League-Finale 2020 gegen seinen Ex-Klub Paris Saint-Germain. Und dementsprechend möchte der Linksaußen auch bezahlt werden.

Das Spiel in Lissabon, passenderweise an dem Ort, an dem er jenes Tor gegen Paris erzielte, war erst Comans sechstes Saisonspiel und sein zweites in der Startelf. Die Bilanz: Kein Tor, kein Assist. Zu wenig für einen Spieler, der bei den Bayern wohl in die obersten Gehaltsphären aufsteigen möchte.

Comans Vertrag endet im Sommer 2023, für Verhandlungen seines neuen Arbeitspapiers hat der 25-Jährige den israelischen Berater Pini Zahavi engagiert. Ein Name, den an der Säbener Straße so ziemlich niemand mag. Ehrenpräsident Uli Hoeneß, der offiziell keine operative Funktion mehr im Klub hat, bezeichnete ihn einst als "geldgierigen Piranha".

Die Gehaltsforderung der Spielerseite soll es in sich haben. Rund 20 Millionen Euro Jahresgehalt sollen sich Coman und Zahavi vorstellen. Zu viel für den FCB, der bereits bei David Alaba, der ein zweifelsohne höheres Standing im Klub hatte, hart blieb und den Vertrag nicht verlängerte.

Das FCB-Dilemma: Wohin mit Coman?

20 Millionen Euro Jahresgehalt für einen Reservisten ist auch für den FC Bayern zu viel - denn mehr ist Coman aktuell nicht.

Er ist ein Opfer der tollen Form von Leroy Sane, der nach seiner Schaffenskrise im Sommer nun wieder seine Qualitäten auf den Platz bringt. Shootingstar Jamal Musiala kann ebenfalls auf Außen spielen und drängt in die Startelf. Darüber sind die Verantwortlichen glücklich, es macht die Verhandlungen um Coman aber nicht einfacher.

Doch hat der Franzose überhaupt Argumente, um so ein hohes Honorar einzufordern? Er hat in 2021/22 bisher in mehr Spielen gefehlt (sieben) als er zur Verfügung stand (sechs), das ist ein Sinnbild seiner bisherigen Zeit in München.

Zudem fehlt die Konstanz, über einen längeren Zeitraum die Mannschaft zu tragen. Leistungen wie die gegen Benfica sind eher die Ausnahme als die Regel.

Selbst in der Triple-Saison 2019/20 waren es für Coman "nur" 15 Scorerpunkte in 38 Spielen. Zum Vergleich: Serge Gnabry erreichte in 46 Spielen satte 37 Scorerpunkte, also beinahe so viele, wie Coman Einsätze vorzuweisen hat.

Ein Unterschied zu Alaba: Die Zeichen stehen auf Trennung

Wenn das Gehalt, welches in den Medien kolportiert wird, die tatsächliche Forderung der Coman-Seite ist, werden die Bayern das wohl nicht bezahlen. Doch den gleichen Fehler wie bei Alaba werden die Münchner nicht mehr machen.

Sollte man sich auf absehbare Zeit nicht einig werden, wird der 25-Jährige im Sommer den Verein wechseln. Es wäre die letzte Chance der Bayern, eine marktgerechte Ablöse zu erzielen. Angeblich sollen der FC Chelsea und der FC Liverpool Interesse haben, auch über das neureiche Newcastle United wurde zuletzt berichtet.

Julian Nagelsmann jedenfalls würde einen Abgang seines Flügelflitzers bedauern: "Er ist eine echte Waffe", so der Neu-Coach des FCB über Coman. "Ich würde ihn sehr gerne behalten." Er stellt aber auch klar: "Wir werden auch Phasen haben, in denen wir öfter andere Spieler bringen." Die Rotationsmaschine ist also an, auch und gerade für Coman.

Olmo, Antony und Co.: Die Kandidaten auf einen Nachfolger

Sollten sich Coman und die Bayern trennen, gibt es bereits einige Nachfolgekandidaten. Seit Monaten schwirrt der Name Dani Olmo um die Säbener Straße herum. Der spanische EM-Fahrer und Olympionike kennt Trainer Julian Nagelsmann bestens und beim Konkurrenten aus Leipzig haben sich die Bayern zuletzt öfter bedient.

Knackpunkt wäre hier wohl die Ablöseforderung von jenseits der 60 Millionen Euro, die Bayern wohl nur schwer für einen einzigen Spieler aufbringen kann, der nicht mal als absoluter Stammspieler eingeplant ist.

Ein anderer Kandidat wäre Antony von Ajax Amsterdam. Der brasilianische Nationalspieler ist erst 21 Jahre alt und schon jetzt Stütze bei Ajax, die in dieser Woche erst Borussia Dortmund beim 4:0 vorgeführt haben, Antony gehörte zu den Torschützen. Doch mit steigenden Leistungen steigt auch der Marktwert und anderen Klubs ist seine Entwicklung wohl kaum verborgen geblieben.

Am Ende gilt, was auch für Alaba galt: Der Spieler ist nicht größer als der Verein. Und diese Prämisse werden die Münchner auch und viel eher bei Coman anwenden. Sportlich würde der FCB diese Trennung kompensieren können, solange die Formkurve der Offensivspieler weiter so nach oben zeigt. Derzeit gibt es wenig Anzeichen dafür, dass sich das bald ändert.

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