- Bildquelle: imago images/FC Bayern München © imago images/FC Bayern München

München/Rom - Alexander Nübel, Tanguy Nianzou, Thomas Müller, Serge Gnabry, Corentin Tolisso, Benjamin Pavard. Das ist nicht etwa eine verkleinerte Startelf der Bayern, sondern die Verletztenliste des Rekordmeisters. Auch Niklas Süle ist angeschlagen, Trainer Hansi Flick wird improvisieren müssen - erneut.

Flick strahlt Ruhe aus - muss aber besorgt sein

Die größte Stärke des FCB-Trainers ist wohl die Ruhe, die er ausstrahlt. Egal wie das Spiel läuft. Innerlich kann der ehemalige Assistent von Joachim Löw aber nicht zufrieden sein. 0:2, 0:2, 0:0, 1:0, so lauten die letzten Pflichtspiel-Halbzeitergebnisse der Bayern. Ist das FCB-like?

Nein, darüber sind sich wohl alle einig. Gründe dafür sind die oben genannten Verletzten, die Katar-Reise und die hohe Belastung. Das erklärt aber nicht die unheimliche Schwäche der Bayern, in ein Spiel zu kommen. Ein einziger Treffer gelang vor der Halbzeit in den vergangenen vier Spielen. Und das gegen El Ahly bei der Klub-WM.

Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel im Stadio Olimpico in Rom sagte Flick, er wolle "die Spielidee von Anfang an sehen." Wohl vor allem, weil das in den letzten Spielen nicht passiert ist. Leon Goretzka gab er indes eine Startelf-Garantie.

Bayerns größte Schwäche: Die Reservisten

Was früher das Faustpfand des FC Bayern war, das ist heute die größte Schwäche: Die Bank beziehungsweise die Ersatzspieler. Beim 1:2 in Frankfurt am Samstag war es wieder zu erkennen: Eric-Maxim Choupo-Moting und Marc Roca sollten Thomas Müller und Leon Goretzka ersetzen.

Doch das ging nach hinten los. Sowohl Choupo-Moting als auch Roca wirkten wie Fremdkörper, Frankfurt dominierte die Bayern vor der Pause nach Belieben, das Bayern-Mittelfeld erhielt nie Zugriff. Auch, weil Roca seinem Nebenmann Joshua Kimmich oft auf den Füßen stand, da die Abstimmung schlichtweg fehlt.

Auch Douglas Costa und Bouna Sarr konnten bisher nicht überzeugen. Letzterer wurde gegen Frankfurt aufgrund der schlechten Leistungen nicht eingesetzt, stattdessen spielte Niklas Süle Rechtsverteidiger und wurde mehrfach von Filip Kostic eingedreht - jetzt fehlt Süle womöglich in Rom.

Lazio ist ein ernstzunehmender Gegner

Dabei ist Lazio Rom alles andere als ein Selbstläufer und weit mehr als Ciro Immobile. Klar, der Gewinner des Golden Boot in der vergangenen Saison ist der gefährlichste Mann, jedoch haben die Laziali viel mehr zu bieten.

Vor allem Luis Alberto ist so ein bisschen der heimliche MVP der Römer. Erst am Wochenende gegen Sampdoria Genua erzielte er den 1:0-Siegtreffer. Alberto ist prädestiniert dafür, die Räume zu bespielen, die Frankfurt bereits erfolgreich in Form von Amin Younes und Daichi Kamada attackiert hatte.

Übrigens gewann Lazio sieben der vergangenen acht Spiele in der Serie A, einzig beim 1:3 bei Inter Mailand musste man sich geschlagen geben. In diesen acht Spielen kassierten die Römer übrigens nur sechs Gegentreffer. Eine Bilanz, von der die Münchner nur träumen können ...

Quo vadis, FCB?

Der Frühling ist traditionell die heißeste Phase einer Saison. Entscheidungen in allen Wettbewerben stehen an, jede schwache Leistung kann das Aus bedeuten. Für den FC Bayern fängt diese Phase schon heute an, denn Lazio Rom ist, wie angesprochen, alles andere als Laufkundschaft.

Sollten die Bayern tatsächlich an Lazio in der Champions League scheitern, dann ist die Saison ein Misserfolg. Das wäre sie auch bei einem etwaigen Viertelfinal-Aus. Aktuell haben die Bayern eine Weltklasse-Startelf - wenn alle fit sind. Doch das ist im Moment weder die Realität noch realistisch. Danach kommt dagegen nur noch wenig.

Und wenn man einen Blick nach England wirft, genauer nach Manchester, dann kann einem als FC Bayern-Fan Angst und Bange werden. Denn Manchester City gewinnt und gewinnt, 18 Mal in Serie nun schon, beinahe egal wen Pep Guardiola aufstellt und reinrotiert.

Der FC Bayern ist zwar auf dem Papier der Weltmeister, doch die Weltspitze sind momentan Guardiolas Citizens. Und von diesem Niveau ist der aktuelle FC Bayern weit entfernt, gerade defensiv.

Kai Esser

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