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Es mussten erstmal die Fronten geklärt werden. Ein Gespräch unter Männern.

Als Hansi Flick Roter Stern Belgrad von Robert Lewandowski erlöste, nahm er sich den Vierfach-Torschützen zur Seite. Eine Umarmung, ein Grinsen, ein paar nette Worte.

Und vom überragenden Bayern-Spieler kam es zurück. Ein Grinsen, ein paar nette Worte, eine erwiderte Umarmung.

Bei Lewandowski kein alltägliches Bild. Denn eine Auswechslung kommt beim polnischen Stürmerstar einer Majestätsbeleidigung gleich. Er will immer mehr. Mehr Tore.

Aber diesmal nicht.

Lewandowski ist glücklich. Die Bosse sind glücklich. Die Fans sind glücklich. Und die Spieler sind glücklich.

Der FC Bayern hat mit Hansi Flick den perfekten Trainer gefunden.

 

Er lässt die Spieler spüren, wie wichtig sie für das Gesamtgebilde Mannschaft sind, er sorgt mit seinen Maßnahmen für die defensive Stabilität, die den Münchnern unter Niko Kovac abhanden gekommen war.

"Das Wichtigste ist, dass wir stark gespielt haben. Defensiv wie offensiv", bestätigt Lewandowski auch nach dem 6:0-Erfolg im Champions-League-Auswärtsspiel in Belgrad bei "Sky". Und dann legt er nach, was die Bayern-Oberen am liebsten hören und auch sehen: "Wir haben Spaß."

Neben dem Auftreten der Mannschaft bestätigen auch die Zahlen Interims-Coach Flick. Kein Bayern-Trainer war jemals in seinen ersten vier Spielen so erfolgreich. 2:0 gegen Olympiakos Piräus, 4:0 gegen Borussia Dortmund, 4:0 bei Fortuna Düsseldorf, jetzt das 6:0 in Belgrad. Vier Spiele, vier Siege, 16:0 Tore.

Und besonders beeindruckend: die Torschussbilanz. 26:3 gegen Piräus, 18:1 gegen Dortmund, 29:3 gegen Belgrad. Einzig gegen Düsseldorf war die Statistik mit "nur" 18:12 nicht so deutlich, wie es das Spiel war.

Der FC Bayern dominiert wieder, ist wieder "La Bestia Negra" statt des verängstigten Kätzchens.

Dazu passt ein weiteres Zitat Lewandowskis: "Egal, wer spielt, wir folgen unserem Plan."

Und es sagt auch aus, was eben unter Kovac nicht funktioniert hatte, als dieser noch vor seinem letzten Spiel als Bayern-Coach - dem schmachvollen 1:5 in Frankfurt - gemeint hatte: "Wir sprechen die Sachen an, aber die Jungs setzen es im Moment nicht so um."

Flick hat das Gespür für seine Spieler, auch weil er eben die Zeit unter Kovac miterlebt hat, direkt an der Mannschaft dran war, weiß, was er anders anpacken muss und musste.

Flick ist der perfekte Trainer - und es gibt für die Bayern-Bosse keinen Grund, sich nach einem anderen Coach umzusehen.

Zumindest im Moment.

Rainer Nachtwey

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