Muss er bald seinen Platz räumen? PSG-Trainer Thomas Tuchel soll bei den Ent... - Bildquelle: Getty ImagesMuss er bald seinen Platz räumen? PSG-Trainer Thomas Tuchel soll bei den Entscheidungsträgern auf dem Prüfstand stehen © Getty Images

Paris/München - Gerade erst hat Thomas Tuchel mit Paris St. Germain die erfolgreichste Saison der Klubgeschichte und seiner Laufbahn hingelegt, da könnten seine Tage beim Klub aus der Stadt der Liebe auch schon gezählt zu sein.

Und das trotz eines noch bis 2021 laufenden Vertrags.

Die französische Sportzeitung "L'Equipe" schreibt noch etwas vorsichtig von einer "Unsicherheit" bezüglich der Zukunft des 46-Jährigen, der in dieser Saison alle nationalen Titel (Meisterschaft, Coupe de France, Coupe de la Ligue und Trophee des Champions) abgeräumt und das Champions-League-Finale erreicht hat. In Italien wird dagegen bereits über die Nachfolge spekuliert.

 

Kommt der Tuchel-Nachfolger aus Italien?

So vermeldet "Sky Italia", dass der vereinslose und zuletzt bei Juventus Turin engagierte Massimiliano Allegri in den Startlöchern stehen würde. Auch Antonio Conte wird gehandelt, nachdem dieser im Anschluss an das verlorene Europa-League-Finale Andeutungen über seinen Abschied von Inter Mailand fallen ließ.

Bei "Sport1" klang Tuchel wenig euphorisch: "Es liegt nicht immer in der Hand des Trainers. Wir werden jetzt Gespräche führen, nicht über meine Verlängerung, sondern wie wir die Mannschaft wieder neu aufbauen und verstärken." Allerdings fügte der Ex-Mainzer und -Dortmunder hinzu, für ihn sei es "erst der Anfang und nicht schon der Höhepunkt".

Tuchel bei PSG-Boss offenbar nicht mehr gefragt

Der mächtige Klubboss Nasser al-Khelaifi soll das jedoch anders sehen. "L'Equipe" zufolge würde der katarische Geschäftsmann, der wie Tuchel ein Faible für Tennis hat, dem Coach die kalte Schulter zeigen. Dieser würde bei den Zukunftsplänen offenbar regelrecht ignoriert.

Auch in der spanischen Sportzeitung "AS" heißt es, Tuchel genieße nicht mehr das Vertrauen der kompletten Führungsriege. Nach dem 0:1 gegen den FC Bayern wird anscheinend intern mehr über als mit dem Trainer gesprochen.

Personalentscheidungen sollen für Ärger sorgen

Vorgeworfen werden dem gebürtigen Krumbacher demnach einige Personalentscheidungen im Spiel der Spiele. Etwa, dass er in der Schlussphase Eric-Maxim Choupo-Moting statt Mauro Icardi einwechselte. Oder dass Pablo Sarabia ebenfalls 90 Minuten auf der Bank schmoren musste. Sowohl dem Argentinier als auch dem Spanier sei zugetraut worden, ein Finale entscheidend zu beeinflussen.

Wenig schmecken soll al-Khelaifi und Co. auch, dass Tuchel in Spielen oft stur an seinem Plan festhalte und nicht schnell genug auf die Entwicklungen reagiere. Aus diesen Gründen müsse der erste CL-Final-Trainer der PSG-Historie um seine Weiterbeschäftigung bangen.

PSG legt schon vor den Bayern wieder los

Was Tuchel jedoch in die Karten spielen könnte, ist die kurze Zeit bis zum nächsten Pflichtspiel. Bereits am 10. September - und damit einen Tag vor den Bayern - steigen die Pariser in die neue Saison ein. Mit einem Nachholspiel in der bereits laufenden Ligue 1, das eigentlich am kommenden Wochenende hätte steigen sollen, auf Bitten des Vereins aber nach hinten verlegt wurde.

Ein Aufschub für PSG, der auch Tuchel gewährt werden könnte. Denn zweifellos bliebe trotz allem enorm wenig Zeit für einen neuen Trainer, um sich einzuarbeiten. Ein sofortiger Tausch wäre mit einer Inthronisierung während einer Länderspielpause inmitten einer Spielzeit vergleichbar.

Tuchel als "lame duck"? Kaum vorstellbar

Andererseits dürfte sich al-Khelaifi kaum damit anfreunden können, nach dem knapp verpassten großen Ziel einen Trainer zu beschäftigen, der in der Öffentlichkeit im Grunde als "lame duck" gebrandmarkt wäre. Das kann sich der stolze Unternehmer keineswegs leisten. Und Frankreichs Vorzeigeklubs schonmal gar nicht.

PSG steht also nach dem größten Spiel der Klubgeschichte vor entscheidenden Tagen.

Und Tuchel mehr im Mittelpunkt, als ihm lieb sein kann.

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