Eintracht Frankfurt steht erstmals seit 1980 wieder in einem Europapokal-End... - Bildquelle: 2022 Getty ImagesEintracht Frankfurt steht erstmals seit 1980 wieder in einem Europapokal-Endspiel © 2022 Getty Images

München/Frankfurt - Torhüter Kevin Trapp ließ sich bereitwillig von den völlig aufgedrehten Fans umarmen, auch der früh verletzt ausgeschiedene Martin Hinteregger wurde geherzt und regelrecht geknuddelt. Nach dem historischen Finaleinzug in der Europa League verwandelte sich das Frankfurter Stadion zu den Klängen von "Eviva Espana" in eine einzige Partyzone.

"Eintracht Frankfurt: geilster Verein, geilste Fans", jubelte Ersatzmann Timothy Chandler und verschwand wenig später in einem Meer menschgewordener Glückseligkeit.

"Der Traum wird endlich wahr, das hat diese Stadt und das Umfeld verdient", sagte der überwältigte Präsident Peter Fischer nach dem 1:0 gegen West Ham United und schickte bei "RTL" gleich die Endspielansage an die Glasgow Rangers hinterher: "Wenn wir schon im Finale sind, dann holen wir das Ding auch." Am 18. Mai in Sevilla soll die faszinierende Europa-League-Reise der Hessen dann ihre Krönung erfahren.

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Glasner: "Ein unglaublicher Abend"

Wer gedacht hatte, dass die Begeisterung um diese Frankfurter Mannschaft nach dem Coup von Barcelona gar keine Steigerung mehr erfahren kann, sah sich getäuscht. Trapp standen die Tränen in den Augen, als er über das erste Europapokal-Finale der Eintracht seit 42 Jahren sprach.

"Das ist mit Sicherheit der größte Tag der Karriere", sagte er im weißen "Sevilljaaaaa"-T-Shirt und fand vor lauter Emotionen kaum Worte: "Am Anfang der Saison haben wir über den 18. Mai und Sevilla geredet, das war aber noch soweit weg - jetzt sind wir da."

Einzig die kurzzeitigen Provokationen vor der Fan-Kurve der geschlagenen Hammers hätten sich einige Frankfurter Anhänger sparen können, doch diese Situation beruhigten die Sicherheitskräfte schnell und die Freude äußerte sich offenbar gänzlich in friedlichem Rahmen.

"Es ist schön, so viele glückliche Gesichter zu sehen", sagte Eintracht-Trainer Oliver Glasner, aus dem die Anspannung des Spiels noch nicht gewichen war: "Ein unglaublicher Abend."

Chandler: "Der Erfolg ist noch nicht da"

Diesen ermöglichte Rafael Borre (26.) wesentlich mit, als er nach einer frühen Roten Karte gegen West Hams Aaron Cresswell (19.) für das beruhigende 1:0 gegen den dezimierten, aber bis zum Ende kämpfenden Premier-League-Klub sorgte. Die Frankfurter glänzten vor den Augen der Ex-Eintracht-Trainer Adi Hütter, Niko Kovac und Friedhelm Funkel diesmal eher durch ihre Disziplin und Ordnung, die Aussicht auf das Endspiel schien die Nerven schon deutlich zu strapazieren. 

"Wir haben mit allem verteidigt, was wir hatten", meinte Glasner. Präsident Fischer fand es "abgewichst gespielt".       

Nun folgt der Höhepunkt, folgt das Duell mit dem schottischen Traditionsklub, der ein rein deutsches Endspiel gegen RB Leipzig verhinderte. "Das war der erste große Schritt", sagte Trapp, "jetzt wollen uns top vorbereiten." Glasner bezeichnete die Rangers als "tolle Mannschaft", beide Vereine hätten "geile Fans."

Chandler fand trotz aller Euphorie einen rationalen Gedanken: "Der Erfolg ist noch nicht da, wir werden im Finale daran arbeiten. Dann gibt's eine richtige Party."

Man kann sich ungefähr ausmalen, wie diese dann aussieht. 

Ruben Stark

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