Im Rampenlicht, aber nicht ganz im Bilde: Gianluigi Donnarumma (r.) wird nac... - Bildquelle: imagoIm Rampenlicht, aber nicht ganz im Bilde: Gianluigi Donnarumma (r.) wird nach seiner entscheidenden Elfer-Parade gleich von Andrea Belotti überrascht © imago

München - Gianluigi Donnarumma avancierte mit seinen zwei Paraden im Elfmeterschießen gegen England zum Final-Helden. Von der UEFA wurde Italiens Keeper zum Spieler des Turniers gewählt. Doch in dem Moment, als der 22-Jährige eine ganze Nation in Ekstase und einen Freudentaumel versetzte, verstand er die Welt nicht mehr.

Denn Donnarumma, der in der Heimat einen schweren Stand bei den Fans hat, realisierte im ersten Moment gar nicht, dass der entschärfte Ball von Bukayo Saka gleichbedeutend mit dem Titelgewinn war. "Ich habe nicht gleich gejubelt, weil ich es nicht verstanden habe", zitiert die "Gazzetta dello Sport" die Nummer 21, deren emotionslose Reaktion ihm in der Öffentlichkeit zunächst als Coolness ausgelegt worden war.

Donnarumma kannte den genauen Spielstand nicht

Doch weit gefehlt. Donnarumma wusste einfach nicht, wie der Spielstand lautete. Vielleicht nicht einmal, wie viele Schützen bereits zur Tat geschritten waren und wie viele noch auf ihren großen Auftritt warteten.

Da ihm durchaus zuzutrauen ist, dass er bis fünf zählen kann, deutet sein Unwissen eher darauf hin, dass Donnarumma in diesen Minuten komplett im Tunnel war. Nur Schuss für Schuss wahrnahm, ohne das große Ganze zu überblicken.

Zu seiner Ehrenrettung muss auch gesagt werden: Es war schon ein merkwürdiges Elfmeterschießen. Letztlich fand nur die Hälfte der Versuche den Weg ins Tor, von den letzten fünf Schüssen ging lediglich einer rein.

"War nach Jorginhos Elfmeter am Boden"

Auch Italiens vermeintlich sicherster, auf jeden Fall schlitzohrigster Schütze versagte. "Ich war schon beim Elfmeter von Jorginho am Boden, weil ich dachte, wir hätten verloren", erinnert sich Donnarumma an den Moment, als Jordan Pickford im Verbund mit dem rechten Pfosten den fünften und letzten Elfmeter der "Squadra Azzurra" entschärfte.

Doch zur eigenen Verwunderung wurde er noch einmal zwischen die Pfosten gebeten, um sich Englands Talent Saka entgegenzustemmen. Was Donnarumma erfolgreich gelang.

"Ich habe überhaupt nichts mehr verstanden"

"Ich schaute zum Schiedsrichter, um zu sehen, ob alles in Ordnung war", schilderte er auch diese Sekunden, kurz bevor sich in seinen Augen Kurioses auf dem Rasen abspielte: "Als ich meine Mitspieler auf mich zukommen sah, habe ich überhaupt nichts mehr verstanden."

Wann und wie Donnarumma dann in der Jubeltraube aufgeklärt wurde, ist nicht überliefert. Vielleicht hat er aber auch einfach nur eins und eins zusammengezählt. Gehaltener Elfmeter plus unbändige Freude der Teamkollegen? Das könnte schon auf einen historischen Sieg hindeuten. Zum Beispiel den ersten EM-Titel für das fußballverrückte Land nach 53 Jahren.

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