Unter anderem drei Klubs aus Spanien sollen bei der Superliga mit am Start s... - Bildquelle: 2021 Getty ImagesUnter anderem drei Klubs aus Spanien sollen bei der Superliga mit am Start sein. © 2021 Getty Images

München - Was mehrere Medien bereits übereinstimmend berichteten, ist jetzt offiziell. Die neue Super League wurde von den teilnehmenden Vereinen kurz nach Mitternacht bekanntgegeben.

"Zwölf von Europas führenden Fußballvereinen haben sich darauf verständigt, einen neuen Wettbewerb zu etablieren, die Super League", ließen die Klubs verlauten. Die Vereine wollen für die Organisation des Wettbewerbs selbst verantwortlich sein. Startschuss für die Super League soll "sobald wie möglich" sein.

PSG, Bayern und BVB nicht in der Superliga

In der neuen Liga gehen der FC Chelsea, Manchester United, Manchester City, der FC Arsenal, der FC Liverpool und Tottenham Hotspur aus England an den Start.

Aus Spanien mischen Real Madrid, der FC Barcelona und Atletico Madrid mit. Komplettiert werde das Teilnehmerfeld durch die italienischen Klubs Juventus Turin, Inter Mailand und AC Mailand. 

Als Mitgrund für die Gründung der neuen Liga, gaben die Vereine auch die Auswirkung der Covid-19-Pandemie an. Demnach habe "die Pandemie hat gezeigt, dass eine strategische Vision und ein nachhaltiger wirtschaftlicher Ansatz erforderlich sind."

3,5 Milliarden Euro für Teilnahme

Für die Teilnahme an der Super League werden die Klubs fürstlich entlohnt. "Als Gegenleistung für ihr Engagement erhalten die Gründungsklubs einen Betrag von 3,5 Milliarden Euro, um ihre Infrastruktur-Investitionspläne zu unterstützen und die Auswirkungen der Pandemie auszugleichen", heißt es im Statement der Super League.

Laut Berichten sollen die Klubs alleine für das Akzeptieren der Einladung knapp 100 Millionen Euro kassieren. 

Vor dem Start sollen noch drei weitere Teams zum festen Kern des Wettbewerbs aufgenommen werden. Außerdem wird fünf Teams jährlich die Chance gegeben, sich für das Turnier zu qualifizieren. Demnach ist geplant, die Super League jedes Jahr mit 20 Vereinen auszutragen. 

Deutsche und französische Vereine sind hingegen zunächst nicht mit dabei. Zwar seien die Drahtzieher hinter dem bislang geheimen Projekt Super League bestrebt gewesen, auch die Bundesliga-Klubs FC Bayern München und Borussia Dortmund für diesen neuen Wettbewerb zu begeistern, dabei aber bei den Verantwortlichen der beiden Top-Bundesliga-Teams auf taube Ohren gestoßen. Ebenso wird auch der französische Meister Paris St. Germain wohl zunächst nicht Teil der Super League sein. 

Real-Präsident Perez fungiert als Vorsitzender

Als Vorsitzender agiert der Real-Präsident Florentino Perez, der im ersten Statement der Liga wie folgt zitiert wird: "Wir werden dem Fußball auf jeder Ebene helfen und ihn an seinen rechtmäßigen Platz in der Welt bringen."

Juve-Boss Andrea Agnelli, stellvertretender Vorsitzender der Super League, äußert sich ähnlich: "Wir haben uns in diesem kritischen Moment zusammengetan, um den europäischen Wettbewerb zu verändern, das Spiel, das wir lieben, auf eine nachhaltige Grundlage für die langfristige Zukunft zu stellen."

UEFA: Dank an französische und deutsche Klubs

Die UEFA hat sich in einem offiziellen Statement auch bereits zur Revolution geäußert.

"In diesem Fall möchten wir erneut darauf hinweisen, dass wir - die UEFA, der englische Verband, RFEF, FIGC, die Premier League, LaLiga, die Lega Serie A, aber auch die FIFA und alle unsere Mitgliedsverbände - in unseren Bemühungen vereint bleiben werden", heißt es in der Stellungnahme des europäischen Fußballverbandes bezüglich der Gründung einer Super League. 

"Dieses zynische Projekt basiert auf dem Eigeninteresse einiger Clubs in einer Zeit, in der die Gesellschaft mehr denn je Solidarität braucht", heißt es im Statement weiter. Die UEFA werde zudem "alle Möglichkeiten prüfen, die uns auf allen Ebenen zur Verfügung stehen, sowohl juristisch als auch sportlich, um dies zu verhindern".

Somit droht durch die bevorstehende Einführung der Super League möglicherweise ein Rechtsstreit zwischen dem europäischen Fußballverband und den Klubs, die am neu gegründeten Wettbewerb teilnehmen möchten.

Explizit bedankte sich die UEFA in ihrer Stellungnahme bei den deutschen und französischen Klubs, die nicht zu den Super-League-Teilnehmern gehören und der UEFA sowie ihren europäischen Klubwettbewerben wohl weiterhin die Treue halten. 

FIFA fordert Solidarität

Der Weltverband FIFA drückte umgehend seine "Missbilligung" des Schritts aus und forderte "Solidarität" ein. "Vor diesem Hintergrund kann die FIFA nur ihre Missbilligung einer geschlossenen europäischen Liga außerhalb der Fußball-Strukturen ausdrücken", hieß es in einem Statement.

Die Gründungsvereine gaben dagegen an, sich auf "Gespräche mit der UEFA und der FIFA zu freuen", um "partnerschaftlich" zusammenzuarbeiten. Eigentlich sollte am Montag die viel diskutierte Reform der Champions League durchgesetzt werden. Die angekündigten Schritte gingen den Klubs aber offenbar nicht weit genug.

Am Montag tagt das Exekutivkomitee der UEFA. Ursprünglich stand die neue Reform der Champions League auf der Agenda. Inwiefern dies überhaupt noch zur Abstimmung kommt ist völlig unklar.

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