Vier Mal stand Nicolas Kühn (Ajax Amsterdam II) bereits im Kader der deutsch... - Bildquelle: imago images / KöhnVier Mal stand Nicolas Kühn (Ajax Amsterdam II) bereits im Kader der deutschen U20-Auswahl und erzielte dabei zwei Treffer. Im September 2019 wurde der 19-Jährige mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold für den besten deutschen Nachwuchsspieler ausgezeichnet. © imago images / Köhn

München - Der 6. September 2019 dürfte ein ganz besonderer Tag im Leben des noch jungen Nicolas Kühne gewesen sein. An diesem Freitag wurde der 19-Jährige in Hamburg mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung, die ein deutscher Nachwuchskicker hierzulande erhalten kann.

Damit tritt Nicolas Kühn die Nachfolge von aktuellen Nationalspielern wie Kai Havertz (2018), Jonathan Tah (2016) oder Matthias Ginter (2014) an.

Die Marschroute für Kühn ist also klar. Nachdem der am 1. Januar 2000 in Wunstorf geborene Rechtsaußen seit 2015 von der U15 bis zur U20 alle deutschen Jugend-Nationalmannschaften durchlaufen hat, kann Kühns Ziel nur sein, irgendwann für die A-Nationalmannschaft aufzulaufen.

In der Bundesliga wird DFB-Coach Jogi Löw den 19-Jährigen jedoch nicht zu sehen bekommen, denn Kühn verdient sich seine Brötchen aktuell in den Niederlanden.

Nicolas Kühn: Vom beschaulichen Wunstorf zu Ajax Amsterdam

Nach Stationen auf St. Pauli (2009-2011), bei Hannover 96 (2011–2015) und RB Salzburg (2015–2018) spielt Nicolas Kühn seit dem 16. Januar 2018 für die zweite Mannschaft von Ajax Amsterdam, der "Jong Ajax" in der Keuken Kampionen Divisie, der zweiten niederländischen Liga.

Zwei Millionen Euro war es dem niederländischen Rekordmeister wert, Kühn von RB Leipzig loszueisen, um das "Millenium Kid", wie Ajax den 19-Jährigen bei seiner Vorstellung bezeichnete, behutsam aufzubauen und irgendwann in naher Zukunft bei den Profis einzusetzen.

Amsterdam zahlt für das "Millenium Kid" zwei Millionen Ablöse

Eine Investition, die sich für Ajax auszuzahlen scheint. 37 Mal (Stand: 18.11.2019) lief Kühn bisher für "Jong Ajax" auf und war an zehn Toren (für Treffer, fünf Vorlagen) direkt beteiligt. Gleich in seiner ersten Saison bei Ajax konnte Kühn den Meistertitel gewinnen, da die zweiten Mannschaften der Profiteams jedoch nicht aufsteigen können, spielt Kühn vorerst weiterhin "zweitklassig".

Erstklassig waren Kühns Auftritte für die Amsterdamer U19, für die er vergangene Saison auch spielberechtigt war, in der UEFA Youth League. In sechs Partien traf der 19-Jährige sechs Mal, beim 8:1 gegen die U19 von AEK Athen gelang ihm ein Dreierpack.

Ein Schnitt, der sich sehen lassen kann und den sich auch der deutsche U20-Coach Manuel Baum von Kühn erhofft.

Am 5. September, einen Tag vor seiner Auszeichnung mit der Fritz-Walter-Medaille, debütierte Kühn unter dem ehemaligen Bundesligatrainer Baum (FC Augsburg) für die U20-Auswahl des DFB. Kühn konnte aus diesem Grund seine Auszeichnung auch nicht persönlich entgegennehmen.

In allen vier U20-Begegnungen seit seinem Debüt stand Kühn im Kader, drei Mal kam er dabei zum Einsatz und steuerte bereits zwei Treffer und eine Vorlage bei. Besonders pikant: Im Spiel gegen seine Wahlheimat Niederlande wurde Kühn zur zweiten Hälfte eingewechselt und schoss den 2:1-Siegtreffer für die deutsche Auswahl.

Diese Statistik kann Nicolas Kühn am Montagabend weiter ausbauen, wenn er mit dem U20-Team in Aveiro auf die Auswahl der Portugiesen trifft.

Nicolas Kühn: Über die Ajax-Profis zu Jogi Löw

Danach ist erst einmal Länderspielpause und Nicolas Kühn kann sich auf sein nächstes Ziel konzentrieren, einen Einsatz bei den Profis von Ajax Amsterdam.

Den Schritt ins Ausland hat Kühn nie bereut. "In erster Linie wird man im Ausland selbstständiger. Zwar habe ich auch in Leipzig in einem Internat gewohnt und war weit weg von zu Hause, aber eine andere Sprache bringt dann doch nochmal eine zusätzliche Herausforderung mit sich. Ich bin im Ausland persönlich gereift. Bislang habe ich mit dem zweiten Team in der zweiten niederländischen Liga gekickt. Nachdem ich mittlerweile regelmäßig bei den Profis von Ajax trainiere, möchte ich in Zukunft für das Team debütieren", so Kühn in einem Interview mit "dfb.de".

Sollte der Youngster demnächst für die Ajax-Profis auflaufen, sollte auch Jogi Löw mal einen Blick in die niederländische Liga werfen und sich den Namen Nicolas Kühn notieren, wenn dieser nicht sowie schon doppelt unterstrichen in Löws Notizbuch steht.

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