Soll den FC Barcelona so schnell wie möglich verlassen: Ex-BVB-Star Ousmane ... - Bildquelle: imago images/Pacific Press AgencySoll den FC Barcelona so schnell wie möglich verlassen: Ex-BVB-Star Ousmane Dembele © imago images/Pacific Press Agency

München/Barcelona - Es waren seine flinken Dribblings, seine katzenartigen Körpertäuschungen und sein unglaubliches Ballgefühl, das die Fans von Borussia Dortmund nicht nur auf der berühmt-berüchtigten Südtribüne immer wieder aufs Neue in Wallung versetzt hatte.

Sie jubelten ihm regelmäßig zu, wie sie es heute fast nur noch bei Erling Haaland machen, verehrten ihr damals neues, französischen Mega-Talent wie einen Heilsbringer. Zumindest in seinem ersten Jahr im Ruhrgebiet. Das war in der Saison 2016/2017. Ousmane Dembele war auf dem Weg, ein ganz großer Kicker zu werden. Doch statt in den Fußball-Olymp aufzusteigen, folgte ein folgenschwerer Absturz - vor allem menschlich, aber auch sportlich. Bis heute. Denn die Geschichte scheint sich in Spanien, beim glorreichen FC Barcelona, nun ein Stück weit zu wiederholen.

BVB und Dembele: Erst Liebe, dann Abneigung

Die Geschichte, wie sich Dembele im Jahr 2017 auf mieseste Art und Weise vom BVB weg streikte, um sich letztendlich für 105 Millionen Euro Ablöse dem FC Barcelona anzuschließen, ist hinlänglich bekannt. Der damals 20-jährige Franzose erschien einfach nicht mehr zum Training der Schwarz-Gelben und wurde daraufhin von den Dortmundern folgerichtig vom Trainings- und Spielbetrieb suspendiert. Ein jähes Ende einer mit so viel Liebe gestarteten Liason. Immerhin hatte Dembele beim BVB in insgesamt 50 Pflichtspielen 32 Torbeteiligungen - zehn Treffer und 22 Vorlagen. 

Doch der Franzose - noch heute "Persona non grata" bei den BVB-Fans - wollte mehr, folgte dem Ruf des großes Ruhms und vor allem des Geldes. Bei den "Katalanen" sollte es für ihn noch weiter und noch höher gehen - in allen Belangen. Doch es kam ganz anders. Seit seinem Wechsel nach Spanien hat Dembele unter anderem immer wieder mit langwierigen Verletzungen zu kämpfen.

Verletzungen pflastern seinen Weg

Alleine durch Oberschenkelverletzungen verpasste der 24-Jährige seit dem Jahr 2017 ganze 55 (!) Pflichtspiele. Hinzu kamen noch Muskelbündelrisse, Knöchelverletzungen und zuletzt eine Corona-Infektion. Verpasste Spiele insgesamt: 102!

Dass er trotz allem für Barca in 129 Partien 54 Torbeteiligungen (31 Tore, 23 Vorlagen) aufweisen kann, spricht ganz klar für ihn. Allerdings zeigen diese Statistiken auch, zu was er fähig wäre, wenn er sich nur und ausschließlich professionell auf Fußball konzentrieren würde.

Auch bei Barca undiszipliniert

Immer wieder fiel er auch in Barcelona durch Undiszipliniertheiten auf, kam zu spät oder auch mal gar nicht zum Training. Und auch all seine Muskelverletzungen sollen darauf zurück zu führen sein, dass er nicht professionell genug lebt und auf seinen Körper achtet - wie es Profisportler eigentlich tun sollten.

Und jetzt kommt auf einmal auch wieder das große Geld ins Spiel. Da Dembeles Vertrag in Spanien im kommenden Sommer ausläuft, verhandeln die finanziell arg klammen "Katalanen" seit Wochen mit dem Franzosen über eine mögliche Verlängerung seines Kontrakts - aufgrund der Situation von Barca zu reduzierten Bezügen. Doch Dembele lehnte sämtliche Angebote ab.

Mega-Forderung an Barca?

Das brachte zuletzt nicht nur Barca-Coach Xavi auf die Palme. Er soll laut "Daily Mail" schockiert gewesen sein, als er hörte, dass der Franzose rund 700.000 Pfund pro Woche (!) forderte. Insgesamt sollen Dembele und seine Berater sogar ein Gesamtpaket von unfassbaren 66,9 Millionen Pfund für eine Vertragsverlängerung gefordert haben. Irre Zahlen. Vor allem in den aktuellen Corona-Zeiten.

Das sehen auch die Verantwortlichen des FC Barcelona so und wollen Dembele, das französische "Enfant Terrible", deswegen besser heute als morgen loswerden. "Es ist Dembeles Entscheidung, nicht bei uns weiterzumachen, und unsere Entscheidung wurde ihm mitgeteilt. Wir brauchen Spieler bei Barça, die sich dem Klub gegenüber verpflichtet fühlen, und das ist bei ihm nicht der Fall. Er muss den Klub so schnell wie möglich verlassen", sagte Geschäftsführer Mateu Alemany in einer Mitteilung der Katalanen.

Dembele soll schnellstmöglich gehen

Und weiter: "Die Entscheidung des Trainers ist klar. Wir erwarten, dass Ousmane bis zum 31. Januar verkauft wird." Rumms. Eine Aussage, die sitzt. Dembele soll ab sofort sogar aus dem Kader gestrichen werden. Der Franzose scheint sich verzockt zu haben. Mal wieder.

Auch wenn er via Instagram mitteilt, dass das noch lange nicht sein Ende in Barcelona sei: "Ich lasse meinen Berater sich darum kümmern, das ist sein Feld. Mein Feld ist der Ball, ich spiele Fußball. ich habe lange geschwiegen, will das negative Licht, in das ich nun vor allem medial gestellt werde, aber nicht länger hinnehmen. Ich verbitte es mir, dass jemand denkt, ich wäre kein Teil dieses Projekts mehr, oder mir attestiert wird, ich hätte Intentionen, die ich nie hatte."

"Ich habe immer alles gegeben"

Er habe sich selbst trotz harter Zeiten während all seiner Verletzungen nie hängen lassen. "Der Trainer hat etwas von mir verlangt und ich bin gefolgt, ohne mich zu beschweren, denn das ist meine Leidenschaft. Ich bin voll dabei und stehe dem Klub und dem Trainer zur Verfügung. Ich habe immer alles gegeben und das wird sich nicht ändern."

Versöhnliche Töne von jemandem, der es sich vor einigen Jahren schon einmal mit einem Verein und seinen Fans verscherzt hat - wird es dieses Mal anders enden? Es scheint, als ob Dembele mit diesen Aussagen etwas retten will, was eigentlich nicht mehr zu retten ist. Sein Verkauf - möglichst noch im Winter - scheint beschlossene Sache zu sein. Die Barca-Fans sind seine Mätzchen sowieso schon lange über. Kaum oder nur selten Leistung zeigen, aber groß abkassieren. Das passt einfach nicht zusammen. Selbst sein Marktwert ist laut "transfermarkt.de" in den vergangenen Jahren von 120 Millionen Euro auf 30 Millionen Euro geschrumpft. Ein Fakt, der für sich spricht.

Nächstes "Absturz"-Kapitel

Der Barca-Blitzabschied wäre das nächste, unschöne Kapitel in Dembeles "Akte des Absturzes". Immerhin sollen dem BVB bei einem Wintertransfer von Dembele noch fünf Millionen Euro Nachschlag winken. Das wäre dann zumindest ein später Trost für Dembeles Streikgebaren vor fünf Jahren. Liebling der Fans wird er deshalb aber sicherlich trotzdem nicht mehr.

Dominik Hechler

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