Coach Antonio di Salvo musste mit der deutschen U21-Nationalmannschaft einen... - Bildquelle: ImagoCoach Antonio di Salvo musste mit der deutschen U21-Nationalmannschaft einen herben Dämpfer in der EM-Qualifikation hinnehmen © Imago

Großaspach - Als der Ball in der 15. Spielminute dann schon zum dritten Mal an diesem eiskalten und nebligen Abend in Großaspach im Tor der deutschen U21-Nationalmannschaft zappelte, hatte DFB-Junioren-Nationaltrainer Antonio Di Salvo endgültig die Nase gestrichen voll.

Das 3:0 für Polen im U21-EM-Qualifikationsspiel nach nur einer Viertelstunden war zu viel für den 42-Jährigen. Er riss sich die dicke Daunenjacke vom Leib und feuerte sie mit aller Gewalt in Richtung Trainerbank. Der Ärger bei Di Salvo war groß. Sehr groß sogar. Und das ist verständlich.

DFB-Junioren lassen sich Schneid abkaufen

Sein Team ließ sich in der Anfangsphase der Partie von den Polen komplett den Schneid abkaufen. Der polnische Nachwuchs überrannte die DFB-Junioren so sehr, dass vor allem die deutsche Viererkette bestehend aus Luca Netz, Malick Thiaw, Lars-Lukas Mai und Jean-Manuel Mbom für einige Minuten überhaupt nicht mehr wussten, wo hinten und vorne ist. Die rote Karte für Mbom nach einer Notbremse war der Höhepunkt dieser völlig verkorksten Anfangsphase.

Sie wurden in dieser Phase von der polnischen Offensive regelrecht schwindlig gespielt, konnten mit dem enormen Pressing und der Geschwindigkeit im polnischen Umschaltspiel einfach nicht mithalten. Diese ersten 15 Minten der Partie hatten aus polnischer Sicht schon etwas Überfallartiges. Immer wieder lautstark angetrieben von ihrem U21-Nationalcoach Maciej Stolarczyk, der sein Team unermüdlich verbal nach vorne peitschte.

Di Salvo hatte noch vor Polen gewarnt

Di Salvo hatte noch vor der Partie vor den Polen gewarnt, hob trotz ihrer Platzierung in der deutschen U21-EM-Quali-Gruppe (Polen war vor der Partie "nur" Dritter) mahnend den Zeigefinger und meinte, dass das "der schwerste Gegner in der Gruppe ist. Sie haben für das Spiel gegen uns sogar drei Spieler nominiert, die schon A-Nationalmannschaft gespielt haben. Das zeigt, dass sie uns ärgern wollen". 

Mit so einem energischen und aggressiven Auftritt - zumindest in den ersten 20 Minuten - haben Di Salvo und Co. dann aber wohl nicht gerechnet. Zumal die DFB-Junioren auch keine richtige Antwort auf die drei Gegentore parat hatten.

Gebraucher Tag bei Nebel und Kälte

Polen schaltete nach dem 3:0 nämlich mindestens einen Gang runter, so dass die deutsche U21 immer mehr die Spielkontrolle an sich riss - ohne dabei aber etwas Zählbares zu kreieren. Mehr als ein Pfostenschuss durch Angelo Stiller per Freistoß und eine Top-Chance durch Jonathan Burkardt, die der polnische Keeper mit einem starken Reflex vereitelte, kam bei den Offensivbemühungen der Di-Salvo-Elf nicht heraus. Insgesamt einfach ein völlig gebrauchter Tag in der Kälte und dem Nebel von Großaspach. Das 0:4 zum Endstand in der Nachspielzeit passte da ins Bild.

"Ich muss Polen heute ein großes Kompliment machen, sie haben hochverdient 4:0 gegen uns gewonnen", musste dann auch Di Salvo sichtlich geknickt nach der Partie zugeben. "Sie haben uns vor allem in der Anfangsphase geschockt, zu vielen Fehlern gezwungen, so dass wir zu schnell die Bälle verloren haben und keinen Zugriff auf den Gegner hatten. Das sind alles Dinge, die wir angesprochen hatten. Immerhin haben wir uns nach der Phase gesammelt und ordentlich gespielt. Dafür muss ich auch meinem Team ein Kompliment machen. Der Wille und die Leidenschaft waren da, genauso wie die eine oder andere Torchance. Aber wir hatten an diesem Abend dann auch einfach nicht das Quäntchen Glück." 

"Keiner konnte mit Leistung überzeugen"

Sein Kapitän sah all das ähnlich. "Heute konnte keiner von uns mit Leistung überzeugen, vor allem in der Anfangsphase. Wir haben zu viele Bälle verloren, sind nicht zu einhundert Prozent in die Zweikämpfe gekommen und keiner hat dem anderen geholfen. Das darf uns so nicht passieren und daran werden wir arbeiten", so Burkardt. Nur gut, dass sich die deutsche U21 schon in der kommenden Woche rehabilitieren kann. Dann geht es in Ingolstadt im nächsten U21-EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino.

"Wenn man so ein Spiel hinlegt wie heute, will man natürlich so schnell wie möglich wieder auf den Rasen zurück und es wieder gut machen. Dafür haben wir am Dienstag gegen San Marino die Chance und da wollen wir Gas geben", gibt Di Salvo schon mal die Richtung vor. Jetzt muss ihm sein Team gegen San Marino nur noch folgen.

Aus Großaspach berichtet: Dominik Hechler

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