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Von Andreas Reiners

München – Es gibt einen Begriff, der die Situation der deutschen Nationalmannschaft ziemlich gut beschreibt.

"Die Mannschaft".

Ja, streng genommen gibt es ihn nicht mehr, doch er steht für die jahrelang schleichende Entfremdung der DFB-Auswahl von den eigenen Fans. Für die überstrapazierte Marketing-Maschine rund um das Team, für Profitgier, Arroganz, Abgehobenheit, für fehlendes Feingefühl, für eine gute Portion Ahnungslosigkeit, was Fußball-Deutschland bewegt, was der deutsche Fußball braucht. 

Und für die Unbeweglichkeit eines ganzen Verbandes, der sieben Jahre brauchte, um den PR-"Claim" trotz einer breiten Ablehnung in der Öffentlichkeit einzustampfen. Er steht für sieben Jahre und drei Turniere, in denen viel falsch gelaufen ist, und das nicht nur auf dem Platz.

Und in diesem Zusammenhang ist ein weiterer Begriff entstanden, der wiederum einen Teil des aktuellen Problems umreißt.

Bierhoffisierung: Ein Synonym für Probleme

Bierhoffisierung.

Ein Synonym für die Macht und den Einfluss des früheren DFB-Managers und heutigen -Direktors Oliver Bierhoff, der seit 2004 viele Erfolge in die Wege leitete, der aber nicht nur bei "Die Mannschaft" daneben lag. 

Denn dass die Nationalmannschaft seit dem WM-Titel 2014 vom Erfolgsweg abgekommen ist, liegt zu einem nicht unerheblichen Teil auch an ihm. An Fehlern, falschen Entscheidungen. Und an verkrusteten Strukturen, an eingefahrenen Entscheidungswegen. 180 loyale Mitarbeiter hat Bierhoff um sich, wodurch sich die Frage stellt, inwieweit überhaupt eine kritische Selbstreflexion stattfindet. 

Denn das, was ihm viele Kritiker oft vorwerfen, tritt in diesen Tagen wieder deutlich zu Tage: die fehlende Selbstkritik. 

Oliver Bierhoff: "Es geht nicht um Fingerpointing"

Er mache sich "nicht die großen Sorgen" und hat "ein sehr gutes Gefühl für mich", betonte er nach dem WM-Aus, seine Arbeit in 18 Jahren DFB spräche für ihn, "vielleicht schaut man sich die gesamte Bilanz sachlich an". Dann wird man feststellen, dass sich das DFB-Team vor allem seit 2018 weit von der Weltspitze entfernt hat, und auch in der Außendarstellung oft keine gute Figur abgibt.

Von einem Rücktritt will Bierhoff nichts wissen. 

"Es geht nicht um Fingerpointing", sagte Bierhoff. Auch an diesem von der Basis eines Fußball-Verbandes weit entfernten Manager-Sprech stören sich viele. Ja, der Binden-Streit sei nicht gut gelaufen, "aber glauben Sie wirklich, dass das eine so große Rolle gespielt hat?", fragte er. Sein Team habe "super Arbeit gemacht". 

Super Arbeit.

Das muss man nach diesem Turnier erstmal auf sich wirken lassen. 

Es geht um die Zukunft

Es ist schon mal gut, dass anderthalb Jahre vor der Heim-EM eine schrille Alarmstimmung herrscht. Dass eine Analyse und Aufbereitung stattfindet. Dass diese laut DFB-Präsident Bernd Neuendorf "die Entwicklung der Nationalmannschaft und unseres Fußballs seit 2018" umfasst. Und dann auch Leute mit am Tisch sitzen, die keine Verbandsbrille aufhaben. Keine Frage ist, dass sich etwas ändern muss, so wie jetzt kann es nicht weitergehen.

Deshalb darf es nicht um persönliche Eitelkeiten gehen, um Egos oder alte Verdienste.

Sondern um die Zukunft, den deutschen Fußball. Das Team. Und das ganz ohne PR. 

WM 2022: Wie sehen die Viertelfinals bei der WM 2022 aus?

Am 9. und 10. Dezember finden die Viertelfinals der WM 2022 statt. Hier geht es zum Spielplan.

Die Viertelfinals im Überblick:

9. Dezember:

16:00 Uhr: Kroatien vs. Brasilien - im Liveticker

20:00 Uhr: Niederlande vs. Argentinien - im Liveticker

10. Dezember:

16:00 Uhr: Marokko vs. Portugal - im Liveticker

20:00 Uhr: England vs. Frankreich - im Liveticker


In welchen Stadien findet die WM 2022 statt?

Bei der WM 2022 wird in acht Stadien gespielt, wobei vier davon in der Hauptstadt Doha stehen. Dabei wurden die Stadien komplett neu gebaut. Die meisten Stadien sollen nach der WM für gesellschaftliche Zwecke genutzt werden und nur einige für den Sport. Das größte Stadion ist das Lusail Iconic Stadion, welches mit 80.000 Plätzen auch das WM-Finale austragen wird. Die weiteren Stadien bieten Platz für 40.000 bis 60.000 Zuschauer.

Das sind die WM-Stadien 2022 Überblick:

Al-Bayt Stadium
Kapazität: 60.000 -Standort: Al-Khor - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020
Al-Rayyan Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan -Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2019

Al-Thumama Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Al-Wakrah Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2019

Khalifa International Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2017

Ras Abu Aboud Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Qatar Foundation Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020


Wann findet das WM-Finale in Katar statt?

Am 18. Dezember wird das Finale bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar ausgetragen. Anpfiff ist um 16 Uhr im Lusail Iconic Stadium.


Warum ist die WM 2022 im Winter?

Ursprünglich sollte die WM 2022 wie jede andere Weltmeisterschaft im Sommer ausgetragen werden. Durch die hohen Temperaturen im Gastgeberland Katar entschied die FIFA sich, dass die WM 2022 erstmals im Winter stattfindet. 


WM 2022 Katar

WM 2022 1/2 Finale

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