Doha/München - Die Ersatzspieler schickten Stoßgebete in den Wüstenhimmel, sie flehten ihre iPads an - doch am Ende weinte Tunesien um seine tragischen WM-Helden. Der Sieg gegen eine völlig lustlose französische B-Elf, der Triumph über den Weltmeister: Er war nicht genug, um den erstmaligen Einzug ins WM-Achtelfinale zu schaffen. Weil der Ausgleich für Dänemark im Parallelspiel gegen Australien einfach nicht fallen wollte. 

Und so verlässt Tunesien die Endrunde in Katar nach diesem bemerkenswerten 1:0 (0:0) stolz, aber traurig - nach einer Glanzleistung voller Spielfreude, Kampf und Leidenschaft.

Frankreich dagegen ist blamiert und wird sich harten Fragen stellen müssen. Kylian Mbappe und die anderen Stars hatten auf dem Weg in die Kabine viel zu diskutieren, zumal der vermeintliche Ausgleich durch Antoine Griezmann (90.+8) nach einer VAR-Intervention aberkannt wurde. 

"Wir haben am Ende deutlich besser gespielt, unsere Probleme waren aber zwangsläufig", sagte Weltmeistertrainer Didier Deschamps, der für das Gruppenfinale neunmal gewechselt hatte. Seine Erklärung: "Man kann nicht immer alle Ziele erreichen. Die Entscheidungen von heute werden uns in vier Tagen helfen." Dann wartet auf den Gruppensieger Frankreich der Tabellenzweite der Gruppe D mit Argentinien und Polen.

Ein tunesischer Erfolg war oberste Pflicht, um Geschichte zu schreiben. Wahbi Khazri (58.) löste im Education City Stadium dann auch die pure Ekstase aus. Doch es dauerte keine drei Minuten, bis die ernüchternde Kunde vom australischen Führungstor unter den 43.627 Zuschauern die Runde machte. Aus Freude wurde Entsetzen.

WM 2022: Frankreich setzt auf B-Elf

Deschamps hatte genug von den ständigen Verletzungen. Paul Pogba oder N'Golo Kante vor dem Turnier, Lucas Hernandez und Karim Benzema in Katar: Der Trainer sah es nicht ein, seine Stars einem unnötigen Risiko auszusetzen.

Mbappe und Griezmann, Ousmane Dembele oder Olivier Giroud wurden geschont, neun Neue durften sich beweisen und empfehlen - darunter der Bayern-Profi Kingsley Coman und der Frankfurter Randal Kolo Muani.

Mbappe, so versicherte Deschamps, mache dies nichts aus. "Kylian hat kein großes Ego", sagte er: "Natürlich ist er ein Star, aber er ist ein Teamplayer." So saß der teuerste Fußballer der Welt eben zunächst feixend auf der Bank - die französische Besetzung dort las sich wie eine potenzielle Weltmeister-Elf für den 18. Dezember.

WM 2022: Tunesien nutzt französische Schwächen eiskalt aus

Tunesien versuchte stürmisch, die ungewohnten Strukturen im Spiel der Franzosen zu nutzen. Nader Ghandri vom Club Africain Tunis glaubte auch, das erste tunesische WM-Tor erzielt zu haben, doch er stand im Abseits (8.). Frankreich wackelte in der Anfangsviertelstunde heftig, und verzichtete mit seinen vielen positionsfremden Spielern darauf, den tunesischen Aufbau unter Druck zu setzen.

War der Ball dennoch erobert, versandeten die Konter. Ganz anders die Nordafrikaner: Aissa Laidouni bedrängte Wesley Fofana, bekam den Ball dadurch im gegnerischen Strafraum und schoss knapp über das Tor (52.). Und Mbappe? Der lief sich zumindest warm, nach dem verdienten 0:1 kam er ins Spiel. Er wurde ausgepfiffen. Später hatte er noch eine gute Chance (89.) für den erst am Ende ernsthaft bemühten Weltmeister.

WM 2022: Wie sehen die Viertelfinals bei der WM 2022 aus?

Am 9. und 10. Dezember finden die Viertelfinals der WM 2022 statt. Hier geht es zum Spielplan.

Die Viertelfinals im Überblick:

9. Dezember:

16:00 Uhr: Kroatien vs. Brasilien - im Liveticker

20:00 Uhr: Niederlande vs. Argentinien - im Liveticker

10. Dezember:

16:00 Uhr: Marokko vs. Portugal - im Liveticker

20:00 Uhr: England vs. Frankreich - im Liveticker


In welchen Stadien findet die WM 2022 statt?

Bei der WM 2022 wird in acht Stadien gespielt, wobei vier davon in der Hauptstadt Doha stehen. Dabei wurden die Stadien komplett neu gebaut. Die meisten Stadien sollen nach der WM für gesellschaftliche Zwecke genutzt werden und nur einige für den Sport. Das größte Stadion ist das Lusail Iconic Stadion, welches mit 80.000 Plätzen auch das WM-Finale austragen wird. Die weiteren Stadien bieten Platz für 40.000 bis 60.000 Zuschauer.

Das sind die WM-Stadien 2022 Überblick:

Al-Bayt Stadium
Kapazität: 60.000 -Standort: Al-Khor - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020
Al-Rayyan Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan -Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2019

Al-Thumama Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Al-Wakrah Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2019

Khalifa International Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2017

Ras Abu Aboud Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Qatar Foundation Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020


Wann findet das WM-Finale in Katar statt?

Am 18. Dezember wird das Finale bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar ausgetragen. Anpfiff ist um 16 Uhr im Lusail Iconic Stadium.


Warum ist die WM 2022 im Winter?

Ursprünglich sollte die WM 2022 wie jede andere Weltmeisterschaft im Sommer ausgetragen werden. Durch die hohen Temperaturen im Gastgeberland Katar entschied die FIFA sich, dass die WM 2022 erstmals im Winter stattfindet. 


WM 2022 Katar

WM 2022 1/2 Finale

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