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Von Andreas Reiners

München – Fußball ist ein Wechselbad an Emotionen. Die volle Gefühls-Dröhnung. Leidenschaft. Jubel und Trauer, Ekstase und Entsetzen. All das liegt oft nah beieinander. 

Mittendrin: die Schadenfreude. Sie ist immer dabei. Im Grunde ist Fußball die pure Schadenfreude.

Vor allem dann, wenn sie in der Stunde des Triumphs die Wirkung der eigenen Glückshormone noch einmal zusätzlich befeuert. Denn der eigene Sieg ist immer auch die Niederlage des Gegners. Doch auch als Trostpflaster ist sie ein äußerst wirksames Mittel.

Die größte Freude

Denn es wird vielen deutschen Fans so ergangen sein: Als Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique während des Elfmeterschießens gegen Marokko immer tiefer in seinen Sitz rutschte und mit jedem Fehlschuss konsternierter auf das Spielfeld blickte, entpuppte sich die Schadenfreude mal wieder als größte Freude. 

Keine Frage: Die DFB-Auswahl ist verdient ausgeschieden, hatte es ja in der eigenen Hand, und es wäre vielleicht auch ein falsches Zeichen gewesen, wenn Spanien gegen Japan das Erwartbare vollbracht hätte... Also zumindest ein Remis - und Deutschland wäre ins Achtelfinale eingezogen. Womöglich hätte das den nötigen Umbruch bei der deutschen Nationalmannschaft wieder nur verzögert.

Fußball ist nicht planbar

Doch in diesem Sport ist Vieles nicht rational, wenn Gefühle im Spiel sind, denn Fußball wird zu einem nicht unerheblichen Teil auch von Emotionen wie der Schadenfreude bestimmt – schließlich wurde das DFB-Team von vielen Seiten genau damit aus dem Turnier verabschiedet. England-Legende Gary Lineker textete mal wieder seinen Uralt-Spruch um und Katars Fußball-Experten winkten zum Abschied mit der Mund-zu-Geste. Um nur zwei Beispiele zu nennen.

Muss man aushalten. Wie die Spanier jetzt auch. 

Denn die überraschende Pleite gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Außenseiter Marokko hat auch gezeigt, dass Fußball (zum Glück) nicht planbar, dass der vermeintlich einfachere Weg nicht immer der beste ist, dass es nach hinten losgehen kann, auch nur ein bisschen vom Gas zu gehen - ob nun mit Absicht oder nicht.

Doch Fakt ist, dass Enrique gegen Japan kräftig rotierte und damit seine Truppe offenbar komplett aus dem Tritt brachte. Zumindest aber brachten sich die Spanier durch die Niederlage um den Gruppensieg, wobei schon zuvor feststand, wer in dem Fall der Gegner sein würde.

 

Spanien: Ähnliches Fiasko wie beim DFB

Und Fakt ist auch: Durch den verpassten Gruppensieg vermieden die Spanier ein Duell mit den vermeintlich stärkeren Kroaten und dazu auch ein Aufeinandertreffen mit den immens starken Brasilianern. Am Ende steht ein ähnliches Fiasko wie beim DFB, mit nur einem Sieg und nicht einmal einem Tor beim kläglichen 0:3 im Elfmeterschießen.

Der Weg hat sich als Stolperstein entpuppt. Als klassisches Eigentor. Und am Ende zumindest auch als kleines Trostpflaster für die deutschen Fans.

WM 2022: Wie sehen die Viertelfinals bei der WM 2022 aus?

Am 9. und 10. Dezember finden die Viertelfinals der WM 2022 statt. Hier geht es zum Spielplan.

Die Viertelfinals im Überblick:

9. Dezember:

16:00 Uhr: Kroatien vs. Brasilien - im Liveticker

20:00 Uhr: Niederlande vs. Argentinien - im Liveticker

10. Dezember:

16:00 Uhr: Marokko vs. Portugal - im Liveticker

20:00 Uhr: England vs. Frankreich - im Liveticker


In welchen Stadien findet die WM 2022 statt?

Bei der WM 2022 wird in acht Stadien gespielt, wobei vier davon in der Hauptstadt Doha stehen. Dabei wurden die Stadien komplett neu gebaut. Die meisten Stadien sollen nach der WM für gesellschaftliche Zwecke genutzt werden und nur einige für den Sport. Das größte Stadion ist das Lusail Iconic Stadion, welches mit 80.000 Plätzen auch das WM-Finale austragen wird. Die weiteren Stadien bieten Platz für 40.000 bis 60.000 Zuschauer.

Das sind die WM-Stadien 2022 Überblick:

Al-Bayt Stadium
Kapazität: 60.000 -Standort: Al-Khor - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020
Al-Rayyan Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan -Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2019

Al-Thumama Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Al-Wakrah Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2019

Khalifa International Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2017

Ras Abu Aboud Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Qatar Foundation Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020


Wann findet das WM-Finale in Katar statt?

Am 18. Dezember wird das Finale bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar ausgetragen. Anpfiff ist um 16 Uhr im Lusail Iconic Stadium.


Warum ist die WM 2022 im Winter?

Ursprünglich sollte die WM 2022 wie jede andere Weltmeisterschaft im Sommer ausgetragen werden. Durch die hohen Temperaturen im Gastgeberland Katar entschied die FIFA sich, dass die WM 2022 erstmals im Winter stattfindet. 


WM 2022 Katar

WM 2022 1/2 Finale

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