Enttäuschte Gesichter: Das 2:3 des Hamburger SV beim Tabellen-Schlusslicht W... - Bildquelle: imago images/foto2pressEnttäuschte Gesichter: Das 2:3 des Hamburger SV beim Tabellen-Schlusslicht Würzburger Kickers war ein Rückschlag im Kampf um den Aufstieg © imago images/foto2press

Hamburg - Enttäuscht schlichen die Spieler vom Platz. Das 2:3 beim Tabellenschlusslicht Würzburger Kickers war für den Hamburger SV ein großer Rückschlag im Kampf um den Aufstieg. 

"Wir waren nicht richtig im Spiel und haben die nötige Einstellung etwas vermissen lassen", sagte Kapitän Tim Leibold. "Im Endeffekt war es heute einfach viel zu wenig von uns, einfach ein schlechter Auftritt."

Trainer Daniel Thioune schien von der schwachen Leistung seiner Mannschaft überrascht: "Wir haben über weite Strecken der Partie nicht zu unserem Spiel gefunden, hatten nicht das nötige Tempo in unseren Aktionen, waren zu statisch und waren nicht klar genug, um uns Torchancen zu erspielen."

Parallelen zu den verspielten Aufstiegen 2019 und 2020

Parallelen zu den beiden vorherigen Spielzeiten drängen sich auf. Zur Erinnerung: Der HSV stand in den vergangenen beiden Spielzeiten lange auf dem 1. Tabellenplatz, rutschte zum Saisonende hin aber in eine Ergebnis-Krise und verpasste beide Male als Vierter den Aufstieg.

Bereits jetzt nimmt der Druck zu. Sollte Holstein Kiel im Montagabendspiel bei der SpVgg Greuther Fürth (20:30 Uhr, im Liveticker auf ran.de) auch nur einen Punkt holen, wäre die Tabellenführung zumindest vorerst futsch.

Gewinnt Greuther Fürth, bleibt der HSV zwar weiterhin Tabellenführer, sofern die "Kleeblätter" nicht mit vier Toren Differenz gewinnen. Jedoch hätten die Hamburger dann kein einziges Pünktchen mehr Vorsprung auf Rang 4.   

Heißt also: Ab sofort muss der HSV konstant Spiele gewinnen.

Von einer Ergebnis-Krise möchte Trainer Thioune nichts wissen: "Wir haben vorher elf Spiele nicht verloren und waren kurz davor, die größte Serie zu starten, die man je gestartet hat. Und nun bin ich in einer Ergebnis-Krise? Die Ergebnisse sind nicht gut, aber von einer Krise sind wir weit entfernt."

Nur Platz 9 in der Rückrundentabelle

Richtig ist, dass der HSV vor der Würzburg-Pleite seit dem 5. Dezember kein Spiel mehr verloren und eine beachtliche Serie gestartet hatte. Richtig ist aber auch, dass die Hamburger nur eines der letzten fünf Spiele gewonnen haben. In der Rückrundentabelle steht die Mannschaft auf Platz 9 - kein gutes Zwischenergebnis für einen Aufstiegsanwärter. 

Die Mannschaft erscheint nicht stabil. Torwart Sven Ulreich, die ehemalige Nummer 2 des FC Bayern München, erwies sich gegenüber seinen Vorgängern bislang nicht als Verbesserung. Die Innenverteidigung leidet unter dem Verletzungsausfall von Routinier Toni Leistner. 

Im Sturm hängt zu viel von Simon Terodde ab, der mit 19 Toren die Torschützenliste der 2. Liga anführt. Problem: Kein anderer Spieler des HSV traf häufiger als fünf Mal.

Der 22-jährige Offensivspieler Manuel Wintzheimer, der in den ersten vier Spielen mit zwei Toren und drei Vorlagen begeisterte, wurde im weiteren Saisonverlauf zum Ersatzmann degradiert und kommt mit dieser Rolle offenbar nicht zurecht.

St. Pauli, Kiel, Bochum - Schicksalsspiele des HSV

Die kommenden Aufgaben werden nicht einfacher. Im Gegenteil: Am kommenden Spieltag steht am Montagabend das Stadt-Derby beim FC St. Pauli (20:30 Uhr im Liveticker auf ran.de) an. Diese haben sechs Siege aus den letzten sieben Spielen geholt und sind somit die formstärkste Mannschaft der Liga.

St. Pauli Trainer Timo Schultz schickt bereits eine erste Kampfansage in Richtung HSV: "Im Derby gibt es keinen Favoriten. Wir sind in einer guten Ausgangslage. Das ist ein besonderes Spiel. Für den HSV geht es um alles. Wir werden versuchen, ihnen das Leben wirklich schwer zu machen." 

 

Exakt eine Woche später, am 8. März, folgt das Heimspiel gegen Aufstiegs-Konkurrent Holstein Kiel. Die Schleswig-Holsteiner sind der Angstgegner des HSV: Keine der fünf Begegnungen in der 2. Liga konnte der HSV gewinnen.

Nur vier Tage darauf folgt mit dem Auswärtsspiel beim VfL Bochum ein weiteres "Sechs-Punkte-Spiel." Heißt also: Diese zwölf Tagen beeinflussen das Schicksal des HSV entscheidend.

HSV-Präsidium: Erst das Chaos, dann die Rücktritte

Während der HSV um den Aufstieg kämpft, tobte in den vergangenen Wochen ein Machtkampf im Präsidium. Präsident Marcell Jansen, Vize Thomas Schulz und Schatzmeister Moritz Schäfer waren sich uneinig bei der Besetzung des Aufsichtsrats.

Die Konsequenz war, dass alle drei von der Präsidentschaft zurücktraten. "Es geht um die Raute, ums Wir, nicht um Einzelpersonen. Darum halte ich den geschlossenen Rücktritt des e.V.-Präsidiums für sinnvoll und zielführend. Es ist längst überfällig, dass wieder Ruhe einkehrt", twitterte daraufhin Jansen, der aber weiterhin im Aufsichtsrat sitzt.

Doch wie heißt es so schön? Entscheidend is auf'm Platz! Ein Derby-Sieg gegen St. Pauli könnte den HSV nicht nur tabellarisch, sondern vor allem emotional zurück auf die Erfolgsspur bringen.

Eine Niederlage hingegen wäre das i-Tüpfelchen einer bislang - wieder einmal - enttäuschenden Rückrunde.

Oliver Jensen

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