Maximilian Götz und Luca Stolz standen bei den 24h Spa auf dem Podium - Bildquelle: SROMaximilian Götz und Luca Stolz standen bei den 24h Spa auf dem Podium © SRO

Bei den 24h von Spa 2022 waren in diesem Jahr insgesamt 16 DTM-Fahrer am Start. Erfolgreich haben dabei vor allem die Piloten aus dem Mercedes-AMG-Lager abgeschnitten, wie die Übersicht von 'Motorsport-Total.com' zeigt.

P2: Luca Stolz, Maximilian Götz (GetSpeed-Mercedes #2)

Luca Stolz und Maximilian Götz haben zusammen mit Steijn Schothorst zum historischen AMG-Doppelerfolg in Spa beigetragen. Das Trio fuhr in der #2 von GetSpeed auf den zweiten Platz und hatte lange Zeit gute Aussichten auf den Gesamtsieg. Im Duell mit den späteren Siegern, der #88 von Marciello/Gounon/Juncadella, kam es sogar zur Berührung.

"Der zweite Platz beim größten GT3-Rennen ist super! Ich habe dieses Rennen 2013 gewonnen , jetzt wieder auf dem Podium zu stehen, ist einfach nur herrlich. Wir werden heute den Doppelsieg für Mercedes-AMG ausgiebig feiern und genießen", jubelt Götz, der vor neun Jahren mit Bernd Schneider und Maximilian Buhk triumphierte.

P4: Maro Engel, Maximilian Buhk, Mikael Grenier (GruppeM-Mercedes #55)

Buhk bildete mit Maro Engel und Mikael Grenier ein reines DTM-Fahrertrio und pilotierte den GruppeM-Mercedes #55. Dieses Auto hielt sich, abgesehen von einem kleinen Ausrutscher von Buhk, in Spa schadlos. Jedoch befand man sich bei der Strategie off-sequence, weshalb man rund 20 Minuten vor Schluss nochmal stoppen musste.

Auf frischen Reifen setzte Maro Engel zur Aufholjagd an, doch für einen AMG-Dreifachtriumph fehlte letztlich eine Runde. "Während der letzten SC-Phase ist unsere Strategie nicht ganz aufgegangen, weswegen es für uns leider nicht mehr zum Sieg gereicht hat. Aber auch wir können sehr stolz auf uns und die Teamleistung sein", sagt Engel.

P7: Dennis Olsen, Laurens Vanthoor (KCMG-Porsche #47)

Dennis Olsen und Laurens Vanthoor zeigten zusammen mit Nick Tandy eine beeindruckende Aufholjagd: Von ganz hinten gestartet, kämpfte sich das Porsche-Trio durch das gesamte Feld und führte das Rennen am Sonntagvormittag sogar an! Doch mit den ansteigenden Temperaturen am Sonntag nahm die Pace des Porsches immer mehr ab. Am Ende reichte es für P7, nachdem man wegen einer Strafe noch P6 abgeben musste.

"Wir haben unser Bestes gegeben und es geschafft, als bester Porsche ins Ziel zu kommen. Es war ein harter Kampf, aber ich bin stolz darauf, wie wir es geschafft haben, zurückzukommen. In der Nacht lagen wir eine Zeit lang in Führung, aber als die Sonne herauskam und die Temperaturen stiegen, fehlte uns leider ein wenig die Pace", blickt Vanthoor zufrieden zurück.

P10: Nicki Thiim (Beechdean-Aston-Martin #95)

Nicki Thiim sorgte für eine der Szenen des Rennens. Der Aston Martin mit der #95 fuhr ein äußerst unauffälliges, aber effektives Rennen und war am Sonntagmittag noch voll im Kampf um die vorderen Plätze drin. Doch dann ließ sich Thiim auf ein Duell mit Jules Gounon im später siegreichen Mercedes-AMG in Eau Rouge ein.

Es kam zur Berührung bei rund 250 km/h, die Folge: Extreme Bremsplatten am Aston Martin, aber glücklicherweise kein Anprall. Thiim schlich an die Box und meinte in einer ersten Reaktion: "Das war ein fucking 360er in Eau Rouge! Ich bin froh, noch hier zu sein. Go hard or go home. Wir hatten nicht wirklich viel Pace, die Strategie hat uns dahin gebracht."

P12: Ricardo Feller (Attempto-Audi #66)

Für Audi waren die 24h von Spa in diesem Jahr keine Reise wert. Ricardo Feller, Markus Winkelhock und Dennis Marschall waren als Zwölfte noch beste Vertreter der Vier Ringe. Ihr Auto wurde jedoch schon in der ersten Stunde von einem Reifenschaden heimgesucht, teilte dieses Schicksal jedoch mit weiteren Konkurrenten.

Durch den Plattfuß fiel man aus der Führungsrunde, wovon sich das Team nie wieder erholen sollte. Dass man am Ende trotzdem bestplatzierte R8 im Ziel ist, hängt auch mit dem großen Pech bei WRT zusammen.

P15: Marius Zug (Attempto-Audi #99)

Fellers Attempto-Teamkollegen mit der #99 landeten im Gesamtklassement auf dem 15. Platz. Auf diesem Auto war neben Juuso Puhakka, Nicolas Schöll und Alex Aka auch DTM-Rookie Marius Zug gemeldet. Für das Quartett wurde Spa zum Erfolg, denn im Silver-Cup erreichte man den zweiten Platz hinter dem WRT-Audi #30 (Simmenauer/Goethe/Neubauer).

P17: Nico Müller (WRT-Audi #46)

Nico Müller zog bei den 24h von Spa die Blicke auf sich. Das lag jedoch vor allem an seinem prominenten Teamkollegen, MotoGP-Legende Valentino Rossi. Der knallgelbe WRT-Audi mit der charakteristischen #46 startete von außerhalb der Top 20, wurde aber in der Anfangsphase des Rennens durch die vielen FCYs nach vorn gespült.

Dort konnte sich der Audi jedoch nicht lange halten. Rossi selbst leistete sich in der Nacht einen Abflug ins Kiesbett, und am frühen Sonntagmorgen war es dann Müller, der ausgerechnet dem Schwesterauto #32 ins Heck donnerte. Der Schweizer und seine Kollegen Rossi und Frederic Vervisch konnten das Rennen fortsetzen und auf P17 beenden.

"Es war ein anspruchsvolles Rennen, und es zu beenden ist keine schlechte Leistung. Für Vale war es wichtig, ins Ziel zu kommen und Erfahrung zu sammeln. Er hat einen tollen Job gemacht, immer am Limit. Wir hatten eine Reihe von Problemen, auch vor dem Rennen, und wir können froh sein, dass wir ins Ziel gekommen sind", sagt Müller.

DNF: Arjun Maini (HRT-Mercedes #5)

Der Inder Arjun Maini war in Spa in einem HRT-Mercedes für den neuen Gold-Cup gemeldet und lag in dieser Wertung zu Rennhalbzeit auf einem aussichtsreichen dritten Platz. Den brachte man jedoch nicht ins Ziel. Ein Unfall von Teamkollege Gabriele Piana mit einem Ferrari in der Morgendämmerung sorgte letztlich für ein vorzeitiges Ende des AMG.

DNF: Kelvin van der Linde (WRT-Audi #32)

Die #32 ging als Top-Auto von Audi und WRT ins Wochenende, doch schon früh im Rennen machte man sich das Leben unnötig selbst schwer: Kelvin van der Linde erhielt am Samstagabend eine Zeitstrafe für zu schnelles Fahren in der Boxengasse. Später war auch noch ein Tankstopp der WRT-Truppe zu kurz, was eine zweite Strafe nach sich zog.

Am frühen Sonntagmorgen war das Rennen dann endgültig gelaufen: Charles Weerts musste bei der Aufholjagd einem langsamen McLaren ausweichen und wurde dabei von Nico Müller am Heck getroffen. Die Beschädigung an der #32 war so groß, dass WRT das Fahrzeug aus dem Rennen zurückziehen musste.

"Spa ist immer eine Hassliebe", meint van der Linde. "Wir haben unser Bestes gegeben, aber das Glück war nicht auf unserer Seite. Erst Reifenschäden, dann Safety-Car-Phasen, bevor ein Kontakt unser Rennen beendete. Ich kann nicht lügen, ich wollte nach dem Sieg auf dem Nürburgring unbedingt den 24-Stunden-Doppelsieg."

DNF: Thomas Preining (Dinamic-Porsche #54)

Der Dinamic-Porsche rund um Thomas Preining sorgte in Spa für Furore. Teamkollege Klaus Bachler stellte den Neunelfer mit der #54 in der Superpole-Session auf den dritten Platz, woraus nach dem Ausschluss des K-PAX-Lamborghini #6 Startplatz zwei wurde. Am Start preschte Bachler dann an die Spitze und behauptete diese Position lange.

Auch danach hielten Preining und Co. gut mit, doch ein Unfall in der Nacht wurde der #54 zum Verhängnis. Das Auto zog sich dabei einen Plattfuß zu, und die Folgeschäden waren so groß, dass die Dinamic-Truppe die #54 aus dem Rennen nehmen musste.

"Das tut weh", schreibt Preining auf Facebook. "Ausfall in Spa. Wir waren sehr gut unterwegs, bis Come einen Zusammenstoß mit einem anderen Auto hatte und wir einen großen Schaden erlitten. Infolgedessen mussten wir kurz darauf aufgeben."

DNF: Lucas Auer (Winward-Mercedes #57)

Der blaue-weiße Winward-Mercedes #57 rund um Lucas Auer zog Zwischenfälle und andere Fahrzeuge in Spa förmlich an. Wann immer eine Kollision oder ein sonstiger Zwischenfall gezeigt wurde, in den meisten Fällen war der AMG mit der #57 verwickelt. Kein Wunder also, dass Auer und seine Teamkollegen die Zielflagge nicht sahen.

DNF: Mirko Bortolotti (Emil-Frey-Lamborghini #63)

Bei der Speerspitze von Lamborghini kam in Spa ebenfalls vieles zusammen: Mirko Bortolotti, Albert Costa und Jack Aitken waren ebenfalls ein Opfer der frühen Reifenschäden. Zusammen mit ungünstig gefallenen Gelbphasen war das Emil-Frey-Lamborghini-Trio früh im Hintertreffen und kämpfte verzweifelt darum, zurück in die Führungsrunde zu kommen.

Das misslang jedoch, auch wegen zwei Strafen gegen die #63 (Tracklimits und Überholen bei Full-Course-Yellow). Ein Unfall von Costa in der Nacht besorgte den Rest: Das Auto war danach stark beschädigt, an eine Weiterfahrt war nicht mehr zu denken.

"Wie erwartet war es ein schwieriges Rennen für uns, was die Lebensdauer der Reifen angeht. Im Grunde ein Überlebenskampf anstelle eines '24-Stunden-Sprints'. Dann beendete ein Crash in der Nacht unser Rennen in Bezug auf das Laufen (Der Fahrer ist ok). Danke Emil-Frey-Racing für die harte Arbeit", schreibt Bortolotti auf Instagram.