David Schumacher darf sich für 2022 Hoffnungen auf ein DTM-Cockpit machen. - Bildquelle: ADAC MotorsportDavid Schumacher darf sich für 2022 Hoffnungen auf ein DTM-Cockpit machen. © ADAC Motorsport

München - Kehrt der Name Schumacher 2022 in die DTM zurück? Das ist alles andere als ausgeschlossen, denn David Schumacher wird kommende Woche beim DTM-Young-Driver-Test von Mercedes-AMG in Le Castellet für das Haupt-Racing-Team einen Mercedes-AMG GT3 testen.

"Es stimmt, dass David Schumacher für uns testen wird", bestätigt HRT-Geschäftsführer Ulrich Fritz im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Und er deutet an, dass ein DTM-Einstieg tatsächlich ein Thema sein könnte, denn das Team zieht für 2022 den Einsatz eines dritten Autos in Erwägung.

Auch Beckmann und Zendeli bei HRT im Einsatz

"Zwei bis drei Autos sind realistisch", so der Ex-AMG-DTM-Chef. "Die Frage ist: Was ist finanzierbar? Wo findet man gute Sponsoren und gute Fahrer dafür? Die Grundlage könnte schon in Le Castellet geschaffen werden. Dort wollen wir die erste Antwort auf die Frage finden."

Der 20-jährige Sohn von Ralf Schumacher wird sich beim zweitägigen Test, der am 10. und 11. November über die Bühne geht, das Rennauto von Vincent Abril mit den deutschen Formel-2-Talenten David Beckmann und Lirin Zendeli sowie dem britischen Formel-2-Piloten Jack Hughes teilen. Der Plan ist, dass sich Zendeli und Hughes am Mittwoch abwechseln, ehe am Donnerstag Beckmann und Schumacher zum Einsatz kommen.

Der 21-jährige Beckmann und der 22-jährige Zendeli zählen aktuell zu den größten deutschen Nachwuchshoffnungen: Beckmann holte diese Saison in der Formel 2 zwei Podestplätze und ist aktuell 13., Zendeli liegt auf Platz 17.

Wie attraktiv ist die DTM für David Schumacher?

Bei David Schumacher, der 2021 in der Formel 3 mit dem Sieg in Spielberg und Platz zwei in Spa zweimal auf dem Podest stand, ist aktuell noch unklar, ob er weiterhin den teuren Formel-Weg bestreitet, oder ob er in die günstigere, aber medial sehr attraktive DTM wechseln möchte. Sicher kein Nachteil: Schumachers Sponsor Dekra ist auch DTM-Partner. Und auch Ex-Sponsor BWT könnte an einem DTM-Engagement interessiert sein.

Ob die geplante Testeinteilung hält, steht aktuell noch nicht fest, da für beide Tage wechselhafte Wetterbedingungen erwartet werden. "Wenn man feststellen würde, dass ein Tag komplett nass und einer komplett trocken ist, würde man vielleicht noch mal etwas umwerfen", bestätigt Fritz. "Aber das ist jetzt mal der Grundplan."

Jonathan Aberdein gibt DTM-Test-Comeback

Neben HRT nehmen übrigens auch die Teams Winward und GruppeM am Young-Driver-Test für die DTM teil, der auf der Formel-1-Streckenvariante ohne Schikane auf der Mistral-Geraden durchgeführt wird.

Das Winward-Team nutzt das Rennauto von Philip Ellis und setzt auf Ex-DTM-Pilot Jonathan Aberdein, der nach der Trennung von BMW dieses Jahr in der ELMS mit United Autosports im LMP2-Oreca Vizemeister wurde. Zudem gibt man dem 35-jährigen Argentinier Esteban Guerrieri eine Testchance.

Und bei GruppeM, wo 2022 ein zusätzliches zweites Auto geplant ist, kommen die aus Saudi-Arabien stammenden Rennfahrerin Reema Juffali und der Brite William Tregurtha, der 2019 für T3 im ADAC GT Masters startete, zum Einsatz. Das GetSpeed-Team wollte ursprünglich ebenfalls am Young-Driver-Test teilnehmen, wird nun aber wie viele andere Mercedes-AMG-Teams für andere Rennserien testen. Daher darf man mit ordentlich Betrieb auf der Rennstrecke rechnen.

Auer und Stolz als Referenzfahrer: So läuft der Test ab

Neben den DTM-Aspiranten für 2022 werden auch Mercedes-AMG-Werksfahrer wie Lucas Auer zum Einsatz kommen, der Referenzzeiten liefern soll. "Bei uns wird Luca Stolz so ein bisschen als Referenz dabei sein", offenbart HRT-Geschäftsführer Fritz. "Ihn können wir ganz gut einschätzen."

Zur Erinnerung: Stolz beeindruckte diese Saison bei seinem DTM-Gaststart für Toksport WRT mit einem Podestplatz auf dem Nürburgring und war in beiden Rennen einer der schnellsten Mercedes-AMG-Piloten. Auch er könnte für 2022 ein DTM-Kandidat sein.

"Wir haben ein definiertes Programm", erklärt Fritz den Ablauf des Tests. "Wir haben uns da mit den anderen Teams, insbesondere Winward in Hinblick auf das Programm abgestimmt, damit das vergleichbar sein wird. Am Ende haben wir dann ein Portfolio von mehreren Autos und mehreren Fahrern, wo man relativ gut einschätzen kann, wer welche Performance gezeigt hat."

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