Frust pur: Seinen DTM-Traum hatte sich Nicki Thiim etwas anders vorgestellt - Bildquelle: Imago ImagesFrust pur: Seinen DTM-Traum hatte sich Nicki Thiim etwas anders vorgestellt © Imago Images

Knalleffekt in der DTM: Wie "Motorsport-Total.com" erfahren hat, gehen Nicki Thiim und das Lamborghini-Team T3 Motorsport nach zwei enttäuschenden Wochenenden getrennte Wege. Doch nicht nur das: Durch den Abgang Thiims wird die Truppe von Jens Feucht beim Rennwochenende in Imola, das dieses Wochenende auf dem Programm steht, gar nicht am Start sein.

Das hat damit zu tun, dass Thiim mit Werkstatt-Ausrüster Twin Bush einen Sponsor mitgebracht hatte, dessen Geld dem Team aus Dresden nun fehlt. Zumal durch den unerwarteten Abgang von Sponsor ROKiT auch Thiims Teamkollegin Esmee Hawkey die bisherigen Rennen ohne Sponsorenlogos bestritt.

Lamborghini hatte sich zwar kurzfristig vor der Saison entschlossen, T3 doch noch Werksunterstützung zu liefern. Auslöser dafür war aber unter anderem das Engagement von Toppilot Thiim gewesen, der nun das Team verlässt.

Jugel drückt Bedauern aus

"Wir können bestätigen, dass wir in Imola an der DTM und DTM Trophy nicht teilnehmen werden. Die Entwicklungen der letzten Wochen haben uns dazu veranlasst, die Beziehungen zu unseren Partnern neu zu bewerten. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Teilnahme in Imola nicht seriös und entsprechend unseres sportlichen Anspruchs zu stemmen ist. Daher haben wir uns mit allen Konsequenzen dazu entschlossen, die Teilnahme in Imola für alle Serien abzusagen", so Stefan Jugel, Gesellschafter T3 Motorsport in einer Pressemitteilung. 

Man wolle nun die gewonnene Zeit nutzen, die Situation sportlich und kommerziell auf den Prüfstand zu stellen, um die richtigen Schlüsse für die Zukunft des Teams zu treffen. Jugel betonte zudem: "Wir möchten an dieser Stelle zum Ausdruck bringen, dass die zuletzt in der Presse geäußerten Ansichten zur Serie und Hersteller nicht in unserem Sinne sind und auch nicht unsere Meinung widerspiegeln. Vielmehr möchten wir unser Bedauern in Richtung der Fahrer und des Serienausrichters DTM zum Ausdruck bringen."

ITR erwägt Konsequenzen

Die Dachorganisation der DTM Trophy, ITR, zeigte sich "not amused" angesichts der kurzfristigen Nicht-Teilnahme und kündigte mögliche Konsequenzen an. "Wir wurden kurzfristig darüber informiert, dass beide DTM-Fahrzeuge sowie beide DTM-Trophy-Fahrzeuge nicht in Imola starten. Zu den Hintergründen können und werden wir uns nicht äußern, da dies die Angelegenheit von Team, Hersteller und Fahrern ist. Grundsätzlich gibt es aber bestehende Verträge, in denen klar geregelt ist, was ein Nichtantritt zur Folge hat", so Frederic Elsner, Director Event & Operations ITR. 

Thiims enttäuschende T3-Bilanz

Hintergrund von Thiims Abgangs ist, dass der Däne mit der bisherigen Performance nicht zufrieden ist, während Markenkollege Mirko Bortolotti mit dem Grasser-Team um den Titel fährt.

Die bisherige Bilanz von Aston-Martin-Werksfahrer Thiim, der durch die Bemühungen von Manager Dennis Rostek von der britischen Kultmarke für den T3-Einsatz im Lamborghini Huracan GT3 Evo freigegeben wurde, ist tatsächlich enttäuschend.

Beim Auftakt in Portimao folgte auf den zwölften Platz ein Ausfall, auf dem Lausitzring blieb es bei einem 13. Platz und einem Ausfall. Auch die Qualifying-Plätze fünf, 20, 23 und 22 zeigen, dass Thiim im T3-Lamborghini bislang klar unter seinen Ansprüchen blieb.

Wie geht es mit Nicki Thiim weiter?

Das zeigte sich am Lausitzring vor dem Samstagsrennen auch im TV-Interview auf "ProSieben", als der Sohn von DTM-Legende Kurt Thiim meinte: "Es ist inzwischen ein bisschen peinlich. Es war überhaupt nicht mein Ziel, so in die DTM zu kommen. Mal schauen, wie es weitergeht."

Genau das ist jetzt die Frage, denn der 33-Jährige hatte stets davon geträumt, in der DTM an den Start zu gehen. Gut möglich, dass Manager Rostek, der auch Rene Rast und die beiden van-der-Linde-Brüder betreut, nun seine Kontakte spielen lässt, um für seinen Schützling kurzfristig ein anderes DTM-Cockpit zu suchen.

Und wenn man Thiims bisherige Karriere betrachtet, wäre es nicht auszuschließen, dass der Aston-Martin-Werksfahrer in einem Vantage GT3 in der DTM auftaucht, zumal es entsprechende Pläne bereits vor der Saison gegeben hatte, ehe dann das T3-Paket geschnürt wurde.

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