Ein "Fast-Kaiser" in der DTM. Sein vollständiger Name: Ferdinand Zvonimir Ma... - Bildquelle: imagoEin "Fast-Kaiser" in der DTM. Sein vollständiger Name: Ferdinand Zvonimir Maria Balthus Keith Michael Otto Antal Bahnam Leonhard Habsburg-Lothringen © imago

München – Eigentlich war das Leben von Ferdinand Habsburg vorbestimmt. Er hätte kein Rennfahrer werden sollen, sondern eines Tages den österreichischen Thron bestiegen. Sein Uropa ist Karl I. von Österreich. Er war der letzte Kaiser von Österreich und zugleich König von dem Staatsverband Ungarn und Kroatien.

Ferdinand Habsburg, sein vollständiger Name lautet übrigens Ferdinand Zvonimir Maria Balthus Keith Michael Otto Antal Bahnam Leonhard Habsburg-Lothringen, hätte also nach seinem Vater irgendwann den Kaiserthron von Österreich eingenommen. Damit nicht genug: Laut Geschichtsschreibung wäre er auch noch König von Ungarn, Böhmen und Kroatien geworden.

Das Ende der Monarchie

Doch das Schicksal hatte für ihn einen anderen Weg vorgesehen. Vor gut 100 Jahren wurde die Monarchie in Österreich abgeschafft. Ansonsten würde er heute wohl ein Leben führen wie es Prinz Harry oder Prinz William in Großbritannien tun. Ein Szenario, mit dem sich Habsburg allerdings nie groß beschäftigt hat. "Es steht ja nicht als Option da, deshalb muss ich da auch nicht darüber nachdenken und Energie reinstecken", sagte er in einem Interview mit der Gala.

Der Wegfall der königlichen Pflichten hatte auch einen Vorteil: Er konnte sich voll und ganz auf seine wahre Leidenschaft konzentrieren – das Rennfahren. Mit acht Jahren drehte er seine ersten Runden in einer Indoor-Karthalle. Seine Eltern, die berühmte Society-Lady Francesca Habsburg und der ehemalige Politiker Karl Habsburg, kauften ihm daraufhin ein eigenes Kart.

Aus dem Spaß wurde eine tiefe Leidenschaft, aus der Leidenschaft ein Berufsziel. "Wenn ich ins Auto steige, lächle ich. Rennfahren ist mein Job. Ich liebe es über alles. Ich habe schon mit zehn Jahren gespürt, dass dieser Sport genau das Richtige für mich ist", sagt er.

Mit 15 Jahren der erste Erfolg: Er gewann die Meisterschaft bei den Rotax Max Junioren in Niederösterreich.

Seine Eltern standen voll hinter der Motorsport-Karriere ihres Sohnes. "Es ist auch eine gute Sache, weil er Athlet ist. Er trinkt nicht, er nimmt keine Drogen", sagte Francesca Habsburg beim ORF.

Das Leben in der Burg ist Vergangenheit

Auch wenn die Monarchie nicht mehr besteht, brachte das Leben in einer solch einflussreichen Familie Vorteile mit sich. Seine Eltern konnten die ersten Karriereschritte finanziell unterstützen. Wobei er bei Motorsport-Total bestritt, im großen Reichtum aufgewachsen zu sein: "Die Leute erwarten, dass man mit dem Namen Unmengen an Geld hat - auch weil meine Familie früher in einer Burg gewohnt hat. Das ist aber nicht mehr so. Wir sind eine normale Familie."

Sein Mentor war und ist der ehemalige österreichische Formel-1-Fahrer Alexander Wurz. "Alex war früher Teamkollege von meinem ersten Karttrainer Michael Fiedler, der den Kontakt nach den ersten Resultaten hergestellt hat", erklärt Ferdinand Habsburg. "Bei meinen ersten Testtagen hat Alex geholfen, Sponsoren aufzutreiben, und er hat auch danach dabei geholfen, wichtige Entscheidungen zu treffen, weil ich keinen Manager hatte. Meine Familie hat keine Ahnung vom Motorsport, von daher war Alex ein Sprungbrett in die Motorsportwelt."

Habsburg arbeitete sich über die verschiedenen Rennklassen nach oben, belegte 2016 zum Beispiel den zweiten Platz in der Gesamtwertung der Euroformula Open, 2017 den siebten Platz in der Europäischen Formel 3.

Habsburg: DTM eine große Herausforderung

Nun beginnt in der DTM ein neues Kapitel. Habsburg wird in der Saison 2019 in einem Aston Martin Platz nehmen. Der 21-Jährige nahm Ende des vergangenen Jahres beim Young Drivers Test in Jerez teil und hinterließ dort einen starken Eindruck.

"Ich freue mich wahnsinnig auf mein DTM-Debüt", sagt der junge Rennfahrer. "Der Start in der super professionellen Top-Meisterschaft ist für mich eine große Herausforderung. Als Newcomer in einem Feld mit den weltweit besten Tourenwagen-Piloten zu bestehen, wird nicht leicht. Mein Ziel ist deshalb, so viel und so schnell wie möglich zu lernen, um meine Leistungen von Rennen zu Rennen zu steigern."

Mittelfristig strebt er den Sprung in die Formel 1 an. Es würde irgendwie passen. Schließlich ist das die Königsklasse des Motorsports.

Oliver Jensen

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