Optisch fällt das Huracan-Update vor allem durch den neuen Lufteinlass am Da... - Bildquelle: Lamborghini S.p.A.Optisch fällt das Huracan-Update vor allem durch den neuen Lufteinlass am Dach auf © Lamborghini S.p.A.

2023 kommt in der DTM erstmals die dritte Ausbaustufe des Lamborghini Huracan GT3 zum Einsatz. Teamchef Gottfried Grasser verspricht sich vom Evo2, dass damit die Schwächen des bisherigen GT3-Boliden aus Italien beseitigt wurden.

"Das neue Auto soll ein sehr guter Schritt sein", sagt der Österreicher, dessen Pilot Mirko Bortolotti intensiv in die Entwicklungsarbeit eingebunden war, im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Das hört man zumindest von den Fahrern, die es schon gefahren sind. Auch Mirko war begeistert."

Tatsächlich wurden beim Huracan GT3 von der Lamborghini-Entwicklungsabteilung die Karosserie, der Motor und die Bremsanlage überarbeitet. Die Teams können nun ein Evo-Kit bestellen und ihren aktuellen Huracan GT3 Evo umrüsten, der 2019 mit einem Zylinderkopf-Update erschienen ist.

Durch Update stabiler in schnellen Kurven?

Grasser ist aber vor allem zuversichtlich, dass Probleme wie in der Steilkurve Turn 1 auf dem Lausitzring, als der Lamborghini mit flachgestelltem Heckflügel instabil wurde, nicht mehr auftreten werden. "Ich glaube, dass das Auto im aerodynamischen Bereich besser ausbalanciert ist, um eine bessere Stabilität im mittleren bis Highspeed-Bereich zu erlangen", erklärt er.

"Bislang waren wir auf der Hinterachse ein bisschen zu schwach. Dadurch standen wir immer vor der Frage: Fahren wir mehr Flügel? Dann waren wir aber auf den Geraden zu langsam. In diesem Bereich soll das Auto eine bessere aerodynamische Balance haben."

"Karosserieteile sind viel steifer geworden"

Die Entwicklungsabteilung von Lamborghini Squadra Corse in Sant'Agata Bolognese hat im Vergleich zum Vorgänger den Frontsplitter, den Unterboden, den Diffusor und den Heckflügel verändert. Dazu kommt der neue Lufteinlass am Dach, wodurch die seitlichen Lufteinlässe verkleinert werden konnten.

"Auch optisch handelt es sich um ein sehr schönes Auto", verweist Grasser auf die Karosserie. "Was mir wirklich gut gefällt: Beim neuen 'Lambo' sind irrsinnig viele Details verbessert worden. Die Karosserieteile sind viel steifer geworden, die Stoßstange ist jetzt viel besser verarbeitet. Das ist alles sehr positiv."

Besseres Ansprechverhalten durch Drosselklappen-Update?

Aber auch das Update am Zehn-Zylinder-Motor soll es in sich haben: Statt wie bisher mit zwei Drosselklappen - eine pro Zylinderreihe - wurde das Triebwerk mit einer Einzel-Drosselklappen-Anlage versehen. Das bedeutet, das jeder Zylinder eine eigene Drosselklappe besitzt.

"Wir haben noch keine Erfahrung damit, aber rein theoretisch wird sich dadurch das Ansprechverhalten des Motors verbessern, denn bislang hatten wir zwei Klappen auf zehn Zylinder", so Grasser, der eine Ingenieursausbildung hat, und dessen Truppe auch als Entwicklungsteam für den ersten Huracan GT3 im Jahr 2015 fungierte, als Lamborghini noch kein eigenes Team hatte.

Grasser sorgt in Daytona für Premiere des Evo2

Was sich beim Evo2 bei der Bremsanlage verändert hat? "Es handelt sich um eine komplett überarbeitete Bremsscheibe, die einen größeren Durchmesser und eine bessere Haltbarkeit hat. Das ist vor allem für die Langstreckenrennen gut", weiß Grasser.

Die Feuertaufe des neuen Hoffnungsträgers wird übrigens auch die Grasser-Truppe durchführen, denn bei den 24 Stunden von Daytona im Januar 2023, wo die Rennpremiere steigen soll, plant Grasser mit einem Fahrzeug. Zudem möchte man dieses Jahr neben der DTM auch die IMSA-Langstrecken-Serie bestreiten.

Wann das Auto geliefert wird? "Das hängt sicher auch vom IMSA-Programm ab, weil da brauchen wir es", sagt Grasser. "Wir haben erst mal zwei neue Autos bestellt." Die restlichen vier Grasser-Boliden werde man dann mittels Evo-Kit umrüsten. "Dann können wir die Autos für die Tests vorbereiten", kündigt der Ex-Rennfahrer aus Knittelfeld an.