Das HRT-Team ging 2022 mit Arjun Maini und Luca Stolz in die DTM-Saison - Bildquelle: Haupt Racing TeamDas HRT-Team ging 2022 mit Arjun Maini und Luca Stolz in die DTM-Saison © Haupt Racing Team

Das HRT-Team von Ex-DTM-Pilot Hubert Haupt möchte auch 2023 zumindest zwei Mercedes-AMG GT3 an den Start bringen. Aber auf welche Fahrer wird das am Nürburgring ansässige Team nächstes Jahr setzen, nachdem man im Jahr davor beide Fahrer ausgetauscht hatte?

"Das ist am Schluss nicht meine Entscheidung, denn die treffen wir gemeinsam mit AMG", holt HRT-Geschäftsführer und -Teamchef Ulrich Fritz im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' aus. "Aber wir sind sehr happy mit Luca. Da gibt es nicht viel zu beklagen."

Was nicht heißt, dass Fritz bei Luca Stolz, der dieses Jahr seine erste DTM-Saison absolvierte und in der Meisterschaft nach einem Sieg und zwei Podestplätzen Sechster wurde, kein Entwicklungspotenzial sieht. "Es fehlt an der einen oder anderen Stelle vielleicht die Abgebrühtheit und Aggressivität im Zweikampf, aber das wird mit der Zeit kommen", analysiert Fritz, der das auf Stolz' bisherige Erfahrungen im GT-Sport zurückführt.

Fritz über Stolz: "Hatte Härte der DTM noch nicht erlebt"

"Er hat am Anfang sicher noch einiges lernen müssen, weil er die Härte der DTM und des Sprintracings so auch noch nicht erlebt hat. Aber ich finde, er hat sich gut entwickelt", so der ehemalige HWA-Vorstandsvorsitzende.

Zudem sieht Fritz auch den positiven Aspekt von Stolz' Zweikampfverhalten: "Wir sind dankbar und glücklich, dass wir einen Fahrer haben, der nicht in jedes Techtelmechtel involviert ist - und jedes Mal ist die Karre platt. So gewinnt man nämlich auch keine Meisterschaft."

Dass der 27-Jährige auch 2023 beim HRT-Team bleibt, hält Fritz für wahrscheinlich: "Es wäre glaube ich die logische Konsequenz, ihn bei uns in der DTM zu lassen, zumal er ja auch ein Eigengewächs des Teams ist", verweist er auf die Jahre mit dem HRT-Vorgängerteam Black Falcon auf der Nürburgring-Nordschleife und in der GT-World-Challenge Europe.

Fritz über Saison mit Maini: "Eine meiner Enttäuschungen"

Aber wie geht es mit dem Inder Arjun Maini weiter? Der ehemalige Formel-2-Pilot fuhr 2021 bei GetSpeed seine erste DTM-Saison und überraschte immer wieder mit Tempo. 2022 wechselte er zu HRT, punktete aber nur bei zwei von 16 Rennen: Beim Samstagsrennen am Lausitzring und beim Sonntagsrennen in Spielberg wurde er jeweils Vierter, was zu Platz 19 in der Meisterschaft reichte.

"Er ist rückblickend eine meiner persönlichen Enttäuschungen der DTM", findet Fritz klare Worte, will das aber nicht als Kritik am 24-Jährigen verstanden wissen. "Das meine ich nicht in Bezug auf Arjun, sondern dass wir es gemeinsam nicht hingekriegt haben, in der Jahresabrechnung besser dazustehen."

Seinem Piloten spricht er sogar ein Kompliment aus. "Ich kann mich überhaupt nicht beklagen: Es ist toll, mit ihm zusammenzuarbeiten. Es macht wirklich Spaß, er ist sehr lernbegierig und er ist auch schnell. Man hat ganz oft gesehen, dass gerade die Rennpace stark ist."

Fritz will Maini halten: "Ist uns echt ans Herz gewachsen"

Dennoch habe man das Potenzial nicht in Ergebnisse ummünzen können. "Es ist immer wieder schiefgelaufen", holt Fritz aus. "Am Norisring stand er vorne, da war er Dritter nach der ersten Kurve und ist dann abgeräumt worden. Am Sonntag dann gleich nochmal etwas ähnliches. In Hockenheim war es ebenfalls ähnlich. Ich würde mir wünschen, wir könnten das nächstes Jahr nochmal gemeinsam ausprobieren."

Damit stellt Fritz klar, dass Maini - wenn es nach ihm geht - noch ein weiteres Jahr bei HRT einlegt. "Es geht eigentlich um die Enttäuschung, dass wir es nicht besser hingekriegt haben. Und auch um den Wunsch, dass wir nächstes Jahr gemeinsam zeigen können, dass da mehr geht. Wir würden gerne mit ihm weiter zusammenarbeiten", legt sich der HRT-Geschäftsführer fest.

Denn nicht nur in der DTM habe Maini sein Potenzial klar gezeigt, sondern auch in der GT-World-Challenge Europe, in der er diese Saison gemeinsam mit Teambesitzer Hubert Haupt und Florian Scholze den Mercedes mit der Startnummer 5 steuerte.

"Ich glaube schon, dass man mit ihm noch einmal was bewegen kann. Er hat es in der GT-World-Challenge bei uns gezeigt", so Fritz. "Er war gegen Ende der Saison sehr stark unterwegs, obwohl er ganz wenig Erfahrung mit dem Reifen hat. Er ist uns echt ans Herz gewachsen. Und es war schön, mit ihm zu arbeiten. Ich glaube, es wäre schön, wenn wir nächstes Jahr die Früchte ernten können."