Manuel Reuter wird 2022 als Sportchef und Teammanager in die DTM zurückkehre... - Bildquelle: GRTManuel Reuter wird 2022 als Sportchef und Teammanager in die DTM zurückkehren © GRT

DTM-Legende Manuel Reuter wird beim Lamborghini-Neueinsteiger Grasser als Sportchef und Teammanager in die Traditionsserie zurückkehren. Doch welche Aufgaben wird der zweimalige Le-Mans-Sieger, der 1996 auch die DTM-Nachfolgeserie ITC gewann, beim österreichischen Team übernehmen?

"Manuel ist kein Teammanager im klassischen Sinn, der Reisen und Hotels organisiert, sondern er ist wirklich für das Team zuständig", erklärt Teamchef Gottfried Grasser im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Dabei geht es wirklich um die sportliche Crew-Organisation und die Pitstop-Koordination", verweist er auf die Tatsache, dass sein Team wenig Erfahrung mit Performance-Boxenstopps hat. "Und er ist natürlich auch eine Schnittstelle zur Rennserie, was die sportlichen Reglements angeht."

"Geht um Teamstruktur und offene Kommunikation"

Wie Reuter selbst seine neue Aufgabe definiert? "Die Aufgaben eines Teammanagers heute sind nicht mehr mit den Aufgaben eines Teammanagers vor 15, 20 Jahren zu vergleichen", erklärt er gegenüber 'DTM.com'.

Er selbst werde mehr "die Rolle eines sportlichen Leiters übernehmen", stellt der 60-Jährige klar, der in den vergangenen drei Jahren bei Rutronik im ADAC GT Masters Teammmanager war und 2019 den Titel holte. "Es geht um die gesamte Teamstruktur, um eine offene Kommunikation innerhalb des gesamten Teams, um allgemeine Werte, wie wir mit den Menschen umgehen. Das ist eine umfassende, vielseitige Aufgabe. Ich habe in all den Jahren viel gelernt, und das will ich einbringen."

So wolle er die Voraussetzungen schaffen, dass alle im Team gemeinsam ihr Bestes geben, beschreibt der 60-Jährige seine Herangehensweise.

"Man kann viel richtig, aber auch viel falsch machen"

"Es geht um die Kultur, um Werte im Team, um qualifizierte und motivierte Personen für jede Aufgabe. Da kann man viel richtig, aber auch viel falsch machen", stellt Reuter klar. "Mentalität und Motivation sind sehr wichtig, das kann am Ende den Unterschied ausmachen. In diesem Punkt ticken Gottfried Grasser und ich gleich, das haben wir schnell gemerkt."

Aber auch seine Vergangenheit als Rennfahrer könne hilfreich sein, erklärt Reuter: "Wichtig ist auch, wie wir mit den Fahrern umgehen. Da spielen Emotionen eine große Rolle. Da profitiere ich natürlich besonders von meiner langen Erfahrung."

Das Ziel sei, zunächst um Podestplätze und Siege zu fahren "sowie in der Zukunft auch um die Meisterschaft" zu kämpfen, lässt Reuter keinen Zweifel an seinen Ambitionen. "Dafür werden wir einen Schritt nach dem anderen gehen."

Teamchef Grasser wird durch Reuter entlastet

Was nun seine ersten Aufgaben bis zum DTM-Test Anfang April in Hockenheim sind? "Wo soll ich anfangen?", fragt Reuter. "Personalplanung, Struktur, Infrastruktur, Logistik und viele Basics. Dazu kommt der Aufbau der Fahrzeuge und natürlich das Trainieren der Performance-Boxenstopps."

Doch wie ändert sich durch Reuters Ankunft die Struktur beim Grasser-Team und wessen Aufgaben übernimmt der Ex-Rennfahrer? "Das habe davor ich zu einem großen Teil mitgemacht", erklärt Teamchef Gottfried Grasser.

"Wir hatten auch eine Teammanagerin, die aber nicht so sehr im sportlichen Bereich aktiv war. Da hatten wir ein bisschen eine Lücke - und die haben wir mit Manuel jetzt super besetzt", ist er von seinem Neuankömmling überzeugt.