München – Kelvin van der Linde musste in den vergangenen Tagen eine Menge Kritik einstecken. Vor allem in den sozialen Medien war der Abt-Pilot nach der Kollision mit Liam Lawson im letzten DTM-Rennen auf dem Norisring angegangen worden, war das Ziel zahlreicher verbaler Angriffe. Vieles davon war unter der Gürtellinie.

So gesehen hat der Südafrikaner das einzig Richtige gemacht: öffentlich geschwiegen, stattdessen nachgedacht. Und dann bei Lawson, den die Aktion in der ersten Kurve der ersten Runde wohl den Titel gekostet hat, "Sorry" gesagt. Bei der Person, "die am meisten eine Entschuldigung verdient hat", wie van der Linde in einem Statement schrieb. 

Für die Aktionen entschuldigt

"Wir haben über alles gesprochen, was passiert ist, und ich habe mich für die Aktionen entschuldigt, die ihn die Meisterschaft gekostet haben", so van der Linde. Er habe sich auch dafür entschuldigt, wie er direkt nach dem Rennen medial mit dem Zwischenfall umgegangen sei, so der 25-Jährige, der in ersten Statements wenig einsichtig war. "Ich war voller Adrenalin und hatte ein Mikrofon im Gesicht, als ich aus dem Auto stieg, ohne zu sehen, was im Fernsehen passierte. Ich bin nicht gut damit umgegangen und ich bin nicht stolz darauf."

Zu der Kollision selbst führte er die Sekundenbruchteile an, in denen Rennfahrer Entscheidungen treffen müssten, "bei denen viel auf dem Spiel steht. Diese sind nicht immer die richtigen und haben oft schwerwiegende Folgen", so van der Linde. 

Jeder habe das Recht auf eine eigene Meinung, betonte er, doch die Beschimpfungen haben den Abt-Piloten getroffen, wie er schrieb. "Es wird Zeit brauchen, um das zu verarbeiten. Das Einzige, was ich denjenigen sagen möchte, die das Bedürfnis hatten, diese Dinge zu schreiben, ist: Ihr kennt mich nicht, ihr kennt meine Familie nicht und habt nicht einen Tag in meiner Haut gesteckt. Sport ist Sport. Aber vergesst nie, dass hinter all dem echte Menschen stehen. Ich wünsche das keinem Menschen."

Van der Linde auch 2022 in der DTM

Van der Linde, der hinter Champion Maximillian Götz (HRT) und Lawson (AF Corse) Gesamtdritter wurde, wird auch 2022 in der DTM an den Start gehen.

Er wurde im Rahmen des Saisonfinales von Abt als Fahrer bestätigt. Zu einem Wiedersehen mit Lawson wird es dann aber wohl nicht kommen.

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