Daniel Juncadella muss sich nach dem DTM-Aus ein neues Cockpit suchen - Bildquelle: DTMDaniel Juncadella muss sich nach dem DTM-Aus ein neues Cockpit suchen © DTM

Was wird 2022 aus Daniel Juncadella? Der 30-jährige Katalane, der im Vorjahr beim Mercedes-AMG-Team GruppeM nach 2018 sein zweites DTM-Comeback geschafft hatte und einen Podestplatz einfuhr, wurde dieses Jahr beim Kampf um die Cockpits nichts berücksichtigt.

Und stellt auf 'Instagram' klar: "Ich werde 2022 nicht in der DTM fahren. Das mag für manche wie ein falscher Schritt ausschauen, aber ich bin froh, gemeinsam mit Mercedes-AMG die richtige Entscheidung für meine Zukunft getroffen zu haben."

Gegen sein Ex-Team, das dieses Jahr auf Routinier Maro Engel und Rookie Mikael Grenier setzt, hegt er keinen Groll. "Ich wünsche GruppeM Racing nur das beste für die kommende Saison", schreibt er. "Hoffentlich können sie auf dem aufbauen, was wir im Vorjahr begonnen haben und sind erfolgreich."

Juncadella in zweitem ZVO-Mercedes im ADAC GT Masters?

Auf sein Statement erhielt Juncadella Zuspruch von DTM-Piloten wie AMG-Kollege und Meister Maximilian Götz, Nachfolger Engel, BMW-Rivale Marco Witmann und Abt-Audi-Pilot Kelvin van der Linde, der meinte, die DTM habe mit Juncadella "eine absolute Legende verloren" und er würde mit seiner Rückkehr rechnen. Juncadellas Reaktion: "Danke für deine Worte, Kumpel. Ich komme schon klar, keine Sorge."

Doch welche Möglichkeiten hat Juncadella nach dem DTM-Aus? Der Mann aus Barcelona, der 2013 seine DTM-Premiere gab und 2018 in Zandvoort seinen einzigen Sieg feierte, ist nach dem überraschenden Ende bei GruppeM laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' auf dem Weg ins ADAC GT Masters.

Sein Ziel dürfte das neue ZVO-Team von Philipp Zakowski und DTM-Legende Jörg van Ommen sein, das am Sonntag bereits den Einsatz eines hervorragend besetzten Mercedes-AMG GT3 bekanntgegeben hat, der von den AMG-Fahrern Jules Gounon und Fabian Schiller gesteuert wird.

Projekt würde mit AKKA-Programm in GTWCE harmonieren

Man hört, dass noch ein zweiter Bolide ein Thema ist - und dort könnte Juncadella Platz finden, der von Mercedes-AMG auch 2022 als Performance-Fahrer (höchste Kategorie) bestätigt wurde.

Ein derartiges Programm würde für Juncadella Sinn ergeben, denn es ließe sich hervorragend mit einer Langstrecken-Saison in der GT-World-Challenge Europe (GTWCE) kombinieren, wo das Mercedes-AMG-Team AKKA ASP ein Pro-Fahrzeug mit Raffaele Marciello, Gounon und Juncadella plant.

Die französische Mannschaft fuhr schon 2021 bei den ersten drei Rennen in dieser Besetzung, musste dann aber wegen der Überschneidungen mit der DTM auf Juncadella verzichten, der durch den Brasilianer Felipe Fraga ersetzt wurde. Das wäre 2022 nicht mehr notwendig, da die Kalender des ADAC GT Masters und der SRO-Serie aufeinander abgestimmt sind.

Mit dem ADAC GT Masters würde Juncadella Neuland betreten. Es war zwar eigentlich bereits 2020 vorgesehen gewesen, dass er nach dem DTM-Aus von Aston-Martin-Lizenznehmer R-Motorsport gemeinsam mit dem damaligen Teamkollegen Jake Dennis in die DTM-Konkurrenzserie wechselt und dort den Vantage GT3 des Schweizer Teams pilotiert, doch das Projekt kam nicht zustande.