Der Porsche von Thomas Preining war nach dem Frontalanprall völlig zerstört - Bildquelle: Motorsport ImagesDer Porsche von Thomas Preining war nach dem Frontalanprall völlig zerstört © Motorsport Images

Thomas Preinings heftiger Crash mit David Schumacher war neben dem Motor-Feuerball von Dennis Olsens Porsche der Schockmoment des DTM-Finales in Hockenheim. Titelkandidat Preining erhielt wegen des heftigen Anpralls am Sonntag keine Starterlaubnis, was im Nachhinein wohl kein Fehler war. Denn zwei Wochen später wurde die Verletzung noch einmal akut.

"Ich hatte einige geprellte Rippen - und die gesamte Rückenpartie hat wehgetan", sagt der österreichische Bernhard-Pilot im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' über die Folgen des Unfalls. "Es war nichts gebrochen, aber trotzdem eine zähe Angelegenheit. Ich hatte auch nicht genug Zeit, dass ich das ordentlich verheilen lasse und therapieren kann, denn zwei Wochen später bin ich schon wieder auf der Nordschleife gefahren."

Preining saß am 22. Oktober, also genau zwei Wochen nach dem Crash am 8. Oktober, im "Grello", um für das Porsche-Team Manthey beim Saisonfinale der Nürburgring-Langstrecken-Serie NLS anzutreten. "Danach hat wieder alles wehgetan und du fängst wieder bei null an", seufzt Preining.

Preining: "In engem Sitz würde ich es sicher noch merken"

Das hatte vor allem damit zu tun, dass Rippenverletzungen hartnäckig sind und nicht über Training ausheilen. "Es dauert immer ein bisschen Zeit, vor allem bei den Rippen", weiß der 24-Jährige. "Du kannst nicht viel dafür tun, kannst keine Übungen machen, damit das besser wird, sondern musst einfach warten. Das wird eine Zeit dauern, aber nichts Schlimmes."

Selbst jetzt würde Preining die Verletzung noch spüren, meint er: "Würde ich mich jetzt in einem engen Sitz befinden und mich in der Kurve dagegenlehnen, dann würde ich es sicher merken. Aber im Alltag und im Training ist es kein Problem."

Zumal er Rücksicht darauf nimmt - und 2022 nach der erfolgreichen DTM-Saison, bei der er zwei Siege einfuhr, keine Rennen mehr bevorstehen. "Was das Training angeht, schaue ich einfach, dass ich die Muskulatur um die Rippen herum ein bisschen schone", sagt er. "Ich gehe in Ruhe Laufen. Ich werde früh genug wieder mit dem ganzen Körpereinsatz fahren können."

Preining über Schlagabtausch mit Cora Schumacher

Während Preining nach dem Unfall am Sonntag aussetzen musste, sorgte ein virtueller Schlagabtausch mit Cora Schumacher für Wirbel. Die Mutter von David Schumacher, der in den Unfall verwickelt war, fand es auf 'Instagram' "absolut nicht okay" von Preining, "sich jedes Mal ohne jegliche Selbstreflexion negativ über unseren Sohn zu äußern. Er selbst hatte Oversteering und sein Auto nicht im Griff. Es ist ja immer einfacher die Fehler bei anderen zu suchen."

Nachdem Preining in der 'Kronen Zeitung' reagierte und meinte, "das nimmt keiner ernst, ihre Meinung ist nicht relevant", schoss Cora Schumacher auf 'Instagram' zurück: "Herr Preining nimmt Frauen nicht ernst und das auch nicht im Motorsport." Nachsatz: "Wow... und das in der heutigen Zeit?!"

"Habe größten Respekt vor allen Frauen"

Das will Preining, der laut eigenen Angaben nie ein Problem mit David Schumacher hatte, so nicht stehenlassen. "Ich habe größten Respekt vor allen Frauen, aber ich will zu Cora Schumacher nichts mehr sagen", so der Linzer.

"Die ganze Geschichte hat nichts mit Motorsport zu tun gehabt. Ich habe auch nichts Falsches gesagt. Ich habe zu dem Zeitpunkt, an dem sie ihren ersten Post gemacht hat, noch kein einziges Interview gegeben. Da bin ich im Medical-Center neben ihrem Sohn gesessen."

Wie hart war Preinings Anprall wirklich?

Noch eine andere Frage gab nach dem Crash Rätsel auf: Wie hart war der Anprall in der Mercedes-Arena wirklich? Rasch war die Rede von 50g. Eine Zahl, die Teamchef Timo Bernhard im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' anzweifelte. "Ich glaube nicht, dass es so hoch war." Die Datenaufzeichnung zeige nur den ersten Aufprall. "Das sind's 5g", so Bernhard. "Auf jeden Fall keine 50g."

Was Preining dazu sagt? "Mir hat das auch irgendwer gesagt", verweist er auf die 50g. "Keine Ahnung, ich gehe aber schon davon aus, dass es mehr als fünf waren, weil fünf hat man in der Formel 1 auch in manchen Kurven. Es hat auf jeden Fall wehgetan."