Rene Rast hat in der GT3-Ära der DTM noch zu kämpfen - Bildquelle: Motorsport ImagesRene Rast hat in der GT3-Ära der DTM noch zu kämpfen © Motorsport Images

Portimao/München - So hat sich Rene Rast seine Rückkehr in die DTM wahrscheinlich nicht vorgestellt: Der dreifache Champion verlässt Portimao gänzlich ohne Zählbares auf der Habenseite. Seine Teamkollegen bei Abt-Audi, Kelvin van der Linde und Ricardo Feller, haben in den ersten zwei Rennen hingegen schon angeschrieben.

Rast wurde vor allem im Sonntags-Rennen von der harten Realität im eng umkämpften DTM-Mittelfeld eingeholt. "Man kann es erst dann glauben, wenn man es erlebt", sagte er zu 'Motorsport-Total.com' angesichts des dichten Verkehrs. "Wenn du einmal in dem Zug drin bist, dann kannst du nix machen."

"Du kannst nicht überholen. Es ist ganz schwierig an die Konkurrenz ranzufahren, weil auf der Geraden fahren sie dir weg und in den Kurven stehst du an. Wir sind immer viel zu weit weg, um ein Manöver zu fahren. Von daher kannst du eigentlich nur mit viel Gewalt ein Manöver durchziehen. Das macht hinten auf P10 oder P11 nicht so viel Sinn."

Rast kämpfte die gesamte Renndistanz über mit Maro Engel und Dennis Olsen um die Positionen. Gegen beide Fahrer hatte der Deutsche letztlich das Nachsehen, weshalb er auf Position zwölf liegend die Zielflagge sah, während Engel den letzten Punkt abstaubte.

Vor allem im Kampf gegen den Mercedes-AMG GT3 wähnte sich Rast auf verlorenem Posten: "Aus der letzten Kurve raus macht der Mercedes 50 Meter gut auf dich. Dann fährst du wieder ran, und auf der Geraden zieht er wieder weg, und so geht es immer hin und her. Das ist ein bisschen frustrierend."

DTM nun ohne DRS und Push-to-Pass

Rast hat die neuen Gegebenheiten in der GT3-DTM auf die harte Tour kennengelernt. Er kannte die Serie bisher nur aus seiner Zeit dort zwischen 2017 und 2020, als es mit DRS und Push-to-Pass zwei Überholhilfen gab. Diese erleichterten zwar das Vorbeifahren am Gegner, waren aber auch kein Patentrezept, Stichwort DRS-Trains.

In der neuen GT3-Ära muss es der Fahrer selbst richten. Helfen könnte da nur eine Balance-of-Performance-Einstufung, die dem Audi ein wenig mehr Leistung zugesteht. Aber in dieser Hinsicht findet Rast: "Ich denke, es sah ganz ausgeglichen aus. Es war kein Hersteller, der vorne extrem weggefahren ist. Von daher glaube ich, passt das ganz gut."

Der dreifache DTM-Meister weiß auch: "Durch die BoP hat jedes Auto verschiedene Stärken in verschiedenen Bereichen. Es kann nicht jedes Auto gleich gut überall sein. Wir sind zwar gut in den Kurven, aber auf den Geraden fehlt es hier und da ein bisschen. Das macht es für uns natürlich schwierig."

Rene Rast: Samstags-Quali stimmt zuversichtlich

Und auch am Samstag lief es nicht wie gewünscht für Rast: Er war einer der Leidtragenden des Restart-Chaos und fuhr dem AF-Corse-Ferrari von Felipe Fraga ins Heck. Für beide war das Rennen vorzeitig beendet. "Leider habe ich im Rennen durch den unglücklichen Unfall beim Restart keine Punkte geholt", blickt Rast zurück.

Doch es gab auch Lichtblicke: Vor dem Ausfall im Samstags-Rennen lag Rast auf Punktekurs. Und auch die Leistung im Samstags-Qualifying stimmt ihn zuversichtlich: "Da hatte ich für meine Verhältnisse ein ganz gutes Qualifying: Ich war auf demselben Level wie die anderen Audi-Fahrer. Am Sonntag fehlte mir nur eine Zehntelsekunde auf Kelvin und Ricardo."

"Trotzdem war ich fünf beziehungsweise sechs Plätze weiter hinten als die beiden. Das zeigt, wie eng die DTM ist." Und woran sich Rast nach seinem Abstecher in die Formel E erst einmal wieder gewöhnen muss. In der Class-1-Ära galt der 35-Jährige als der absolute Superstar, der Weg zu Siegen und Titel führte nur über ihn. Davon ist Rast noch weit entfernt, doch es ist nur eine Frage der Zeit, wann er wieder siegfähig ist.

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