Nach dem BMW-Wechsel absolvierte WRT bereits erste Tests mit dem M4 GT3 - Bildquelle: BMW AGNach dem BMW-Wechsel absolvierte WRT bereits erste Tests mit dem M4 GT3 © BMW AG

Die DTM-Zukunft des Walkenhorst-Teams ist nach der Bekanntgabe des Einstiegs in das ADAC GT Masters fraglich. Zudem kursieren seit einiger Zeit hartnäckige Gerüchte, dass das WRT-Team von Vincent Vosse den Walkenhorst-Platz einnehmen wird und neben Schubert den BMW M4 GT3 einsetzen wird.

Tatsächlich hat WRT nach der Trennung von Audi bereits sechs GT3-Autos bei BMW bestellt, von einem DTM-Einstieg will Vosse aber nichts wissen. "Ich kann bestätigen, dass wir Stand jetzt nicht DTM machen werden", sagt der Belgier im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Wir hatten nicht mal irgendwelche Gespräche darüber."

Auf Nachfrage, ob das Thema tatsächlich nicht mit BMW besprochen wurde, antwortet Vosse: "Nein, nie."

WRT-Teamchef: "Haben bereits überall genug Arbeit"

Dabei hat die DTM-Dachorganisation ITR laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' bei der Kalenderplanung für 2023 Wert darauf gelegt, dass es keine Überschneidungen mit der GT-World-Challenge Europe geben wird, in der WRT 2023 unter anderem mit Valentino Rossi antreten möchte.

Ändert eine DTM-Saison ohne Überschneidungen die Ausgangslage? "Nein, nein, nein", antwortet er. "Wir haben bereits überall genug Arbeit. Darüber hinaus auch noch DTM zu machen, wäre ..."

Tatsächlich steht beim einstigen Audi-Topteam in der Winterpause nicht nur ein Markenwechsel zu BMW bevor, sondern WRT muss sich auch auf das neue LMDh-Werksengagement mit den Münchnern vorbereiten. Terminüberschneidungen sind bei weitem nicht das einzige Thema.

Warum Vosse für DTM keine Kapazitäten frei hat

"Mein GT-Team macht GT-World-Challenge und Intercontinental GT-Challenge. Mein DTM-Team wurde zu meinem LMP2-Team", erklärt er, was aus seiner DTM-Truppe wurde, die 2020 - damals noch in der Hersteller-Ära - als Audi-Kundenteam drei Audi RS5 DTM eingesetzt hatte.

"Ich habe nicht die Flexibilität, einfach zu sagen: Lasst uns doch einfach DTM mit zwei Autos machen. So funktioniert das nicht. Es braucht mehr als das, um zu entscheiden, dass wir DTM machen. Ich würde es liebend gerne machen. Ich liebe den Wettbewerb, aber ich habe kein Team, um das zu machen."

Wäre also der Aufbau eines zusätzlichen DTM-Teams für 2023 zu kurzfristig? "Ja. Und es würde sich auf all die anderen Programme auswirken", erklärt er. Dazu kommt, dass man den M4 GT3 abgesehen von ersten Testfahrten kaum kennt.

"Wir unterschätzen nicht, dass wir einen Markenwechsel absolvieren", sagt er. "Wir kennen den Audi sehr gut. Der BMW ist für uns eine neue Herausforderung."

Warum war Teamchef Vosse bei der DTM in Hockenheim?

Die Gerüchte um WRT und die DTM wurden auch dadurch befeuert, dass Vosse am Samstag, dem 8. Oktober, beim Saisonfinale in Hockenheim vor Ort war. Was der Grund seines Besuchs war? "Ich hatte ein Treffen mit Gerhard", scherzt er.

"Nein, war nur ein Witz. Gerhard war nicht da", spielt Vosse auf die Coronavirus-Erkrankung von DTM-Boss Gerhard Berger an. "Der Hauptgrund war, dass es einen großartigen Titelkampf gab und ich ein paar Leute treffen musste. Und manchmal ist es der einfachste Weg, einfach an der Strecke zu sein. An einem Tag triffst du alle Leute, die du treffen willst."

Tatsächlich war neben BMW-Motorsportleiter Andreas Roos auch M-GmbH-Chef Frank van Meel vor Ort. Außerdem waren mit Sheldon van der Linde und Rene Rast zwei Piloten in den Titelkampf verwickelt, die in Zukunft ebenfalls für BMW fahren werden.

"Ich hatte die Möglichkeit, im Siegerlager zu sein", grinst der WRT-Teamchef. "Einerseits mit Sheldon, andererseits mit Rene, da wir ja immer noch eng verbunden sind. Und es war auch nur 400 Kilometer entfernt."